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Kategorie: 2009 Praktikum - Shanghai

Vorwort

Im Gegensatz zu den meisten anderen Stipendiaten bei Join the best war es für mich in dem Moment, in dem ich erfuhr, dass ich das Stipendium bekommen würde noch nicht klar, in welchen Teil der Erde und zu welcher Firma es mich verschlagen würde. Als ich erfuhr, dass es die Firma Jilin Investments in Shanghai werden würde, war mir sofort klar, dass es eine besondere Herausforderung sein würde, anders als beispielsweise New York, allein schon der Sprache wegen.

Ich hatte zunächst wenig Ahnung von China, es war mir nur bekannt als extrem großes Land mit über 1 Milliarde Einwohnern. Der Termin für mein Praktikum war relativ spät, es sollte erst am 20.8. beginnen, da ich im Frühjahr bereits ein Praktikum in München zu absolvieren hatte.

Dies hatte den Vorteil, dass ich mehr Zeit hatte mich über China und speziell Shanghai zu informieren. Bewaffnet mit einem Reiseführer machte ich mich an meine Reiseplanung: ich wollte sowohl Peking als auch Hongkong unbedingt besuchen und mir die Möglichkeit kurzfristiger Reisen vor Ort natürlich auch offen halten. Deswegen entschied ich mich vor und nach meinem Praktikum je 10 Tage zur freien Verfügung zu haben. Mein Aufenthalt in Shanghai dauerte also insgesamt vom 10.8. bis zum 30.11., mein Praktikum vom 20.8. bis zum 20.11.. Soviel zur generellen Planung.

Shanghai Auslandspraktikum – MLP Praktikumsprogramm

Am 20.8., meinem ersten Arbeitstag, war ich natürlich sehr gespannt darauf, was mich erwarten würde. Zunächst lernte ich das dreiköpfige Team um meinen Chef, Herrn Ekkehard Rathgeber, kennen, sofort war mir klar, dass die Atmosphäre sehr freundlich sein würde. Nun ging es darum mich in die Geschäftsbereiche von Jilin einzuarbeiten.

Das Geschäftsfeld von Jilin ist die Investition in chinesische Immobilien, im Speziellen Bürogebäude. In den ersten Wochen ging es für mich vor allem darum die aktuelle Lage auf dem chinesischen Immobilienmarkt zu analysieren und die Auswirkungen der Finanzkrise und die Folgen dieser zu bewerten. Manchmal gestaltete sich dies etwas schwierig, da viele Informationen im Internet nur auf Chinesisch zur Verfügung stehen, meine Kollegen halfen mir aber immer sehr gerne, wenn ich Sprachprobleme hatte. Meine Ergebnisse waren Grundlage für eine rundum überarbeitete Präsentation des Immobilienfonds.

Ungefähr die Hälfte meines Praktikums absolvierte ich in den Kliniken von Herrn Rathgebers Frau Doris. Frau Rathgeber führt zwei Kliniken für Traditionelle Chinesische Medizin, die Body & Soul – Medical Clinics, Shanghai. Auch dort hatte ich viele interessante Aufgaben. Beispielsweise analysierte ich zusammen mit meiner Kollegin Sylvia Heinzen die Marketingaktivitäten der vergangenen Jahre und entwickelte zusammen mit ihr eine Eingabemaske zur Auswertung der Ergebnisse. Dies half uns eine grobe Allokation der Marketingmittel für die kommenden Jahre zu planen. Die Instandhaltung der neuen Homepage der Kliniken, die erst seit diesem Jahr online ist, war eine weitere große Aufgabe.

Zu den genannten Aufgaben kamen natürlich viele weitere kleinere Aufgaben und Projekte, die den Rahmen dieses Berichts sprengen würden. Die vielfältigen Aufgaben sorgten dafür, dass nie Langeweile aufkam und jeder Arbeitstag eine neue Herausforderung war.

Ein wichtiger Aspekt eines Praktikums im Ausland sind natürlich die Reisen und Sehenswürdigkeiten vor Ort. Wie erwähnt habe ich zwei größere Reisen gemacht. Peking besuchte ich vor meinem Praktikum, Hongkong kurz vor Ende. Zwei Städte, die, obwohl sie beide zu China gehören, sehr unterschiedlich sind.

Peking bietet zwar mehr Kultur als Shanghai ist dafür aber weniger kosmopolitisch. Es wartet mit einer Reihe Sehenswürdigkeiten auf, die man gesehen haben muss: die chinesische Mauer, die Verbotene Stadt etc.. Die fünf Tage, die ich für diese Reise eingeplant hatte, waren gerade genug um diese „Must-Sees“ abzudecken.

Mit der MLP Finanzdienstleistungen AG in China

Hongkong würde ich jedem Chinareisenden ebenso empfehlen wie Shanghai oder Peking. Die Stadt wirkt wie eine Mischung aus China und etwas England. Die vielen Einwanderer beispielsweise von den Philippinen geben der Stadt einen besonderen Touch. Für mich ist es auch eine Stadt der Gegensätze; egal wo man ist, man ist nur jeweils 10 km von Wolkenkratzern aber auch von Traumstränden entfernt. Das milde Klima im Winter macht die Stadt zum perfekten Reiseziel im November.

Auch die Shanghaier Sehenswürdigkeiten wie der Yu-Garten oder der Century Park sind einen Besuch wert, die Skyline von Pudong ist atemberaubend. Im Umland faszinieren Städte wie Suzhou und vor allem Hangzhou mit viel Natur.

Auslandsstipendium Washington – Stipendienprogramm von MLP

Die chinesische Kultur unterscheidet sich in vielen Dingen gravierend von unserer deutschen. Das wichtigste ist, dass man sich darauf einlässt und einfach akzeptiert, dass unsere Kultur nicht für jeden der Weisheit letzter Schluss ist. Klar gibt es Dinge, die für einen Mitteleuropäer befremdlich wirken. Allein das morgendliche Chaos in der U-Bahn ist wohl für jeden Chinabesucher gewöhnungsbedürftig. Jedoch gibt es viele Aspekte, die man sich auch bei uns wünschen würde. In China kann man es sich auch als „Normalverdiener“ des Öfteren leisten im Restaurant zu essen ohne wie in Deutschland ein schlechtes Gewissen zu haben, da man ein kleines Vermögen ausgegeben hat. Die Schnelligkeit auf chinesischen Baustellen ist unglaublich und würde bei uns viel Wut und viele Probleme verhindern.

Die chinesische Küche ist sehr vielfältig. Man findet problemlos das Richtige für jeden Geschmack. Ob nun scharf oder mild, Fleisch oder Fisch, Nudeln oder Reis, es ist für jeden etwas dabei. Das Essen ist meist sehr gut und vor allem günstig, es ist problemlos möglich in mehreren Monaten in China nicht einmal seinen Herd zu benutzen.

Die Zeit in China war eine tolle Erfahrung. Ich kann jedem raten, zumindest einmal im Leben dieses wunderbare Land zu bereisen, warum nicht schon nächstes Jahr zur Expo in Shanghai?

Abschließend möchte ich mich bei MLP, dem Team von Join the best, allen meinen Kollegen in Shanghai und besonders bei Ekkehard und Doris Rathgeber und Sylvia Heinzen bedanken, die mir dieses Praktikum ermöglicht haben und mir immer hilfreich zur Seite standen.

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