Die Freizeitangebote in Shanghai sind reichlich und das niedrige Preisniveau verstärkt natürlich die Attraktivität dieses Angebots. Man kann es sich leisten jeden Tag essen zu gehen, was ich meistens auch nutzte. Die chinesische Küche ist sehr vielfältig und es gibt viel zu entdecken.
In Shanghai leben Westler und Chinesen leider „separierter“ als anderswo in China. Mit ein bisschen Mühe, war mir es allerdings durchaus möglich – neben den leicht zu machenden Expatriate-Freundschaften – auch viele Chinesen kennen zu lernen. Die nach europäischen Standards vergleichsweise schlechten Englischkenntnisse der meisten Chinesen grenzen die Kommunikationsmöglichkeiten – sofern man wie ich nicht Chinesisch spricht – jedoch stark ein. Wenn man allerdings versucht Chinesisch zu sprechen – und innerhalb von drei Monaten lassen sich ein paar grundlegende Sätze, Floskeln etc. erlernen – freuen Chinesen sich sehr darüber. Insgesamt habe ich Chinesen meist als sehr gastfreundlich und offen erlebt.
Vor allem aber war der Kontakt mit meinem Chef Yang Shaoming im professionellen aber auch persönlichen Sinne eine große Bereicherung für mich. Seine konstante Unterstützung aber auch die spaßigen Deutschunterrichtstunden und Abendessen werden mir immer in positiver Erinnerung bleiben.

Auslandspraktikumsplatz in Shanghai
Im zweiten Monat hatte ich die Möglichkeit mir zwei Wochen frei zu nehmen, um zusammen mit meiner Freundin, die mich besuchen kam, ein wenig durch Ostchina zu reisen. So erkundeten wir zunächst Shanghai. Shanghai dürfte wohl eher als eine Stadt der Geschäfte, denn als eine Stadt der Kultur zu beschreiben sein. Nichtsdestotrotz gibt es aufregende Seiten dieser rapide wachsenden Metropole zu entdecken. Danach machten wir uns auf den Weg um die Städte in der Nähe Shanghais zu ergründen. Wir fuhren erst nach Suzhou, eine Stadt, die in China vor allem wegen seiner zahlreichen schönen Gärten und kleinen Wasserstraßen bekannt ist. Die kontemplative Ruhe (die man dort, laut chinesischen Bekunden, wie einst die höheren Mandarine des Kaiserreichs finden soll) bleibt angesichts der 6 Millionen Einwohner allerdings meist aus. Obwohl auch nicht kleiner, ist dies schon eher in Hangzhou möglich (6,6 Millionen Einwohner). Hier grenzen viele schöne Seen – deren Umgebung reich an Kultur, Mythologie und Geschichte ist – direkt an das Stadtgebiet und man kann hier eine andere, entspannende aber nicht minder aufregende Seite Chinas entdecken.

Stipendienprogramm der MLP Finanzdienstleistungen AG
Danach fuhren wir mit dem Bus nach Huang Shan, den wohl berühmtesten Bergen Chinas. Trotz vieler chinesischer Touristengruppen, die von hyperaktiven Reiseführern mit Megaphonen angeführt werden, bleibt der Anblick der Berge wirklich atemberaubend – gerade in den etwas abgelegenen Teilen des Parks. Nach dem Durchwandern des gesamten Parks waren wir glücklich und zufrieden, auch wenn unsere Beine in den nächsten drei Tagen zum Laufen kaum mehr zu gebrauchen waren.

Stipendienbericht China – Stipendienprogramm der MLP Finanzdienstleistungen AG für Auslandspraktika
Unsere letzte Station war schließlich Peking. Nach einer sehr angenehmen Fahrt in einem der komfortablen Schlafwagen der chinesischen Eisenbahn, gelangten wir nach Peking, um dort die Chinesische Mauer zu erklimmen, die verbotene Stadt zu durchwandern, Peking Ente zu essen und vieles mehr zu entdecken.
Insgesamt waren es drei aufregende Monate in Chinas Wirtschaftsmetropole. Die Erfahrungen, die man in einem Land macht, das einerseits eine so starke ökonomische Dynamik an den Tag legt, andererseits aber von unserer Kultur so deutlich verschieden ist, sind einzigartig. Die Herausforderungen und Erfahrungen inner- und außerhalb meines Praktikums möchte ich auf keinen Fall missen. Ich bedanke mich daher an dieser Stelle noch mal ausdrücklich bei MLP, dem Team von jointhebest, bei Ekkehard Rathgeber und besonders bei Yang Shaoming für die konstante Unterstützung, die diese tolle Erfahrung möglich gemacht haben.