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Kategorie: 2008 Praktikum - Shanghai 02

Auslandsstipendium in China – Stipendienprogramm der MLP Finanzdienstleistungen AG für Auslandspraktika

Stipendium für ein Auslandspraktikum in Shanghai – MLP Programm Join the best

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Am 3. Mai ging es für mich los: gerade noch meine Bachelor-Abschlussarbeit hinter mich gebracht und mein Masterstudium geplant, saß ich nun im Flieger Richtung Shanghai, um zweieinhalb Monate für Jilin Investment zu arbeiten. Leicht übermüdet wurde ich am Flughafen überaus freundlich von Yang Shaoming empfangen, dem COO von Mu Ying Zhi Jia, der Firma, für die ich die nächsten zweieinhalb Monate arbeiten sollte.

Vom Flughafen fuhr mich Shaoming zu meiner sehr annehmlichen, nett eingerichteten Ein-Zimmer-Wohnung in Changning, einem Stadtteil im Westen Shanghais. Meine Wohnung lag zu Fuß ca. 10 Minuten von meiner Arbeitsstelle entfernt.

Mein Praktikum wurde maßgeblich von Herrn Ekkehard Rathgeber von Jilin Investment koordiniert. Jilin Investment ist eine Anfang 2007 gegründete Investmentfirma, welche vorrangig in Bürogebäude in Shanghai und Peking und in Start-up-Unternehmen in ganz China investiert. Im Auftrag von Jilin Investment verbrachte ich die gesamte Zeit meines Praktikums bei Mu Ying Zhi Jia, einer Firma, in die Jilin Investment investiert. Nur ab und an fuhr ich in das Büro von Herrn Rathgeber, um ihm Bericht über meine Arbeit und die generelle Lage bei Mu Ying Zhi Jia zu erstatten – meist bei einem schmackhaften Mittagessen. Mu Ying Zhi Jia ist ein Start-up Unternehmen, das sich auf den Vertrieb von Babyartikeln spezialisiert. Es stellt selbst keine Produkte her, sondern verkauft Babyartikel über drei Kanäle – Katalog-, Laden- und Internetverkauf – an Privatkunden.

Meine Aufgabenbereiche waren sehr vielfältig, lassen sich jedoch womöglich unter dem Stichwort “business development“ zusammenfassen. Mu Ying Zhi Jia ist nach vier Jahren des rapiden Wachstums an der Schwelle ein „reifes“ Unternehmen mit klarem Profil und USP zu werden. Es hat durch ein gutes Database-Management über die letzten vier Jahre beachtlich viele Kundendaten u.ä. gesammelt. Allerdings gab es keine Methodik diese Daten zur Unterstützung von Marketingentscheidungen zu analysieren.

Auslandsstipendium Shanghai – MLP Programm Join the best

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Meine Aufgabe war zunächst in Trainings den leitenden Angestellten der verschiedenen Bereiche die nötigen Statistikkenntnisse (soweit relevant) zu vermitteln. Zudem erarbeitete ich Lösungen, um ein System marketingorientierter Datenanalyse in den Betriebsprozess zu integrieren. In einem weiteren Training, speziell für die Produktabteilung, zeigte ich wie, mittels einfacher Quantilanalyse, die wichtigen von den unwichtigen Produkten unterschieden und wie diese Erkenntnisse für eine sinnvolle Produktselektion genutzt werden können. Des Weiteren half ich bei der Entwicklung eines Kunden-Scoring-Modells und erstellte eine Daten-Analyse, in der ich Charakteristika der besten, der Durchschnitts- und der schlechtesten Kunden untersuchte und analysierte welche Konsequenzen sich hieraus für die strategische Ausrichtung der Firma hinsichtlich einer klareren Zielgruppendefinition ergeben.

Neben meinen oben beschriebenen Kernaufgaben erstellte ich durch die Analyse und den Vergleich verschiedener Kommunikations- und Produktstrategien von europäischen und amerikanischen Baby-Versandhandelsfirmen so etwas wie eine “best practice“ für Mu Ying Zhi Jia. Ich habe hierzu einige Präsentationen gehalten und unter anderem die Umgestaltung der Homepage, des Katalogs sowie der gesamten Unternehmenskommunikation mit angeregt und beeinflusst.

Die oben beschriebenen Aufgaben waren allesamt sehr fordernd und haben mir einen interessanten Einblick in fast alle Kernbereiche eines kleinen chinesischen „Start-ups“ ermöglicht. Da Mu Ying Zhi Jia noch ein relativ junges Unternehmen ist, konnte ich hier erleben wie grundlegende strategische Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden und durch meine Arbeit vieles bewegt und verändert wurde. So werden viele meiner Vorschläge in der Produktselektionspolitik, in der Kataloggestaltung und nicht zuletzt in der Datenanalyse, umgesetzt. Solche Erfolgserlebnisse bleiben wohl oft aus, wenn man ein Praktikum in größeren Unternehmen absolviert, in dem die Organisation bereits weit entwickelt und differenziert ist. Zudem lernte ich bei Mu Jing Zhi Jia Probleme, Möglichkeiten und Herausforderungen chinesischer Märkte kennen.

Die Freizeitangebote in Shanghai sind reichlich und das niedrige Preisniveau verstärkt natürlich die Attraktivität dieses Angebots. Man kann es sich leisten jeden Tag essen zu gehen, was ich meistens auch nutzte. Die chinesische Küche ist sehr vielfältig und es gibt viel zu entdecken.

In Shanghai leben Westler und Chinesen leider „separierter“ als anderswo in China. Mit ein bisschen Mühe, war mir es allerdings durchaus möglich – neben den leicht zu machenden Expatriate-Freundschaften – auch viele Chinesen kennen zu lernen. Die nach europäischen Standards vergleichsweise schlechten Englischkenntnisse der meisten Chinesen grenzen die Kommunikationsmöglichkeiten – sofern man wie ich nicht Chinesisch spricht – jedoch stark ein. Wenn man allerdings versucht Chinesisch zu sprechen – und innerhalb von drei Monaten lassen sich ein paar grundlegende Sätze, Floskeln etc. erlernen – freuen Chinesen sich sehr darüber. Insgesamt habe ich Chinesen meist als sehr gastfreundlich und offen erlebt.
Vor allem aber war der Kontakt mit meinem Chef Yang Shaoming im professionellen aber auch persönlichen Sinne eine große Bereicherung für mich. Seine konstante Unterstützung aber auch die spaßigen Deutschunterrichtstunden und Abendessen werden mir immer in positiver Erinnerung bleiben.

Auslandspraktikumsplatz in Shanghai

Auslandspraktikumsplatz in Shanghai

Im zweiten Monat hatte ich die Möglichkeit mir zwei Wochen frei zu nehmen, um zusammen mit meiner Freundin, die mich besuchen kam, ein wenig durch Ostchina zu reisen. So erkundeten wir zunächst Shanghai. Shanghai dürfte wohl eher als eine Stadt der Geschäfte, denn als eine Stadt der Kultur zu beschreiben sein. Nichtsdestotrotz gibt es aufregende Seiten dieser rapide wachsenden Metropole zu entdecken. Danach machten wir uns auf den Weg um die Städte in der Nähe Shanghais zu ergründen. Wir fuhren erst nach Suzhou, eine Stadt, die in China vor allem wegen seiner zahlreichen schönen Gärten und kleinen Wasserstraßen bekannt ist. Die kontemplative Ruhe (die man dort, laut chinesischen Bekunden, wie einst die höheren Mandarine des Kaiserreichs finden soll) bleibt angesichts der 6 Millionen Einwohner allerdings meist aus. Obwohl auch nicht kleiner, ist dies schon eher in Hangzhou möglich (6,6 Millionen Einwohner). Hier grenzen viele schöne Seen – deren Umgebung reich an Kultur, Mythologie und Geschichte ist – direkt an das Stadtgebiet und man kann hier eine andere, entspannende aber nicht minder aufregende Seite Chinas entdecken.

Stipendienprogramm der MLP Finanzdienstleistungen AG

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Danach fuhren wir mit dem Bus nach Huang Shan, den wohl berühmtesten Bergen Chinas. Trotz vieler chinesischer Touristengruppen, die von hyperaktiven Reiseführern mit Megaphonen angeführt werden, bleibt der Anblick der Berge wirklich atemberaubend – gerade in den etwas abgelegenen Teilen des Parks. Nach dem Durchwandern des gesamten Parks waren wir glücklich und zufrieden, auch wenn unsere Beine in den nächsten drei Tagen zum Laufen kaum mehr zu gebrauchen waren.

Stipendienbericht China  – Stipendienprogramm der MLP Finanzdienstleistungen AG für Auslandspraktika

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Unsere letzte Station war schließlich Peking. Nach einer sehr angenehmen Fahrt in einem der komfortablen Schlafwagen der chinesischen Eisenbahn, gelangten wir nach Peking, um dort die Chinesische Mauer zu erklimmen, die verbotene Stadt zu durchwandern, Peking Ente zu essen und vieles mehr zu entdecken.

Insgesamt waren es drei aufregende Monate in Chinas Wirtschaftsmetropole. Die Erfahrungen, die man in einem Land macht, das einerseits eine so starke ökonomische Dynamik an den Tag legt, andererseits aber von unserer Kultur so deutlich verschieden ist, sind einzigartig. Die Herausforderungen und Erfahrungen inner- und außerhalb meines Praktikums möchte ich auf keinen Fall missen. Ich bedanke mich daher an dieser Stelle noch mal ausdrücklich bei MLP, dem Team von jointhebest, bei Ekkehard Rathgeber und besonders bei Yang Shaoming für die konstante Unterstützung, die diese tolle Erfahrung möglich gemacht haben.

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