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Kategorie: 2007 Praktikum - Warschau

Mein Praktikum bei Peek & Cloppenburg ist in drei Einheiten zu unterteilen. Den ersten Monat habe ich zur Einarbeitung in Düsseldorf und Köln verbracht, ab Anfang September war ich in Polen bei den Eröffnungen verschiedener Verkaufshäuser dabei und die letzten Tage war ich nochmals in der Zentrale in Düsseldorf.

Auslandspraktikum Amerika – Stipendienprogramm für Auslandspraktika von MLP

Auslandspraktikum in Polen – Stipendienprogramm von MLP

Mein Praktikum startet mit einer Phase der Einarbeitung im Verkaufshaus Köln. Ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde, und konnte mir noch gar nicht richtig vorstellen, wie die Einheiten eines Verkaufshauses aufgebaut sind. So begann mein erster Tag mit einer ausführlichen Führung durch das Haus, wobei mir viele Mitarbeiter vorgestellt wurden, Funktionen erklärt wurden und Zusammenhänge aufgezeigt wurden. Natürlich ergaben sich dadurch für mich immer mehr Fragen, zu denen ich aber in den kommenden zwei Wochen, die ich im Haus Köln zur Einarbeitung verbringen sollte, viele Antworten finden würde. Am Ende dieses ersten Tages wurde dann ein Plan erstellt, in dem die kommende Zeit in einzelne Stationen gegliedert wurde.

Die zweite Woche arbeitete ich dann im Bereich Damen Artikel und Shops mit. Dabei wurde ich weitestgehend in das Tagesgeschäft integriert. Durch das effektive IT- System, welches bei Peek& Cloppenburg benutzt wird, ist es möglich sehr umfassend den Verkauf zu analysieren. Diese Analysen sind sehr aufschlussreich für alle Verkaufszahlen und so konnte ich schnell die relevanten Kennzahlen kennen lernen. Doch von Kennzahlen allein wird noch nicht Umsatz generiert. Das heißt ich war auch viel damit beschäftigt Ware umzuräumen, besser zu platzieren oder neue Ware aufzubauen, wobei ich nicht vollständig in den Verkauf integriert wurde.

In der dritten Woche kam ich dann in den Bereich Damen Exquisit. Auch hier war gerade die hektische Sale Phase angebrochen und so konnte ich mich dort ebenfalls gut nützlich machen. Außerdem konnte ich noch mehr über die Organisation im Hintergrund erfahren. Wie wird etwa der Einkauf geplant? Woran orientiert man sich und was sind die wichtigsten Faktoren. Ein kleines Highlight der dritten Woche war mein letzter Tag im Haus Köln, bevor es dann in die Zentrale zu meinem eigentlichen Bereich Expansion gehen sollte. An diesem letzten Tag durfte ich mit zu verschiedenen Lieferantenterminen, bei denen die neue Ware für den Anfang des kommenden Jahres geordert werden sollte.

Ich war also an diesem Tag mit einer der Einkäuferin für Damen Exquisit unterwegs. Es war natürlich super die ganzen Sachen zu sehen, die es dann bald zu kaufen geben wird. Nach welchen Kriterien wird ausgesucht, wie setzt sich das Budget und die daraus resultierenden Stückzahlen zusammen. Für mich war es interessant und der Tag verging wie im Fluge. So schnell war also auch diese Woche vergangen. Die Einarbeitung in Köln war sehr wichtig, weil ich nun viel mehr über das ganze System hinter Peek & Cloppenburg wusste, wie die Bereiche ineinander greifen, wie zeitliche Abläufe sind, kurzum was alles in einem großen Verkaufshaus den Alltag bestimmt. Besonders gut hat mir hier auch die Atmosphäre gefallen. Ich wurde sehr freundlich empfangen und geduldig wurden meine vielen Fragen beantwortet.
Nun ging es also im European Expansion Team in der Zentrale in Düsseldorf weiter, wo ich ja eigentlich als Praktikantin durch „Join he Best“ arbeiten durfte. In diesem Bereich, wird der Verkauf und somit der Aufbau neuer Standorte im Ausland vorangetrieben. Am ersten Tag wurden mir viele Dinge zum aktuellen Stand und den geplanten Projekten erklärt. Es standen zu diesem Zeitpunkt einige Eröffnungen an verschiedenen Standorten an und gab es viel zu tun.

Ich habe in dieser Zeit verschiedene Aufgaben übernehmen können, die zum Abschluss der Vorbereitungen notwendig waren und auch einige andere Analysen. Außerdem stand ein großes Meeting bevor und auch dafür mussten einige organisatorische Dinge vorbereitet werden.

In den zweieinhalb Wochen konnte ich so auch Einblicke gewinnen, wie die verschiedenen Bereich der zentralen Verwaltung ineinander greifen, damit eine Eröffnung eines neuen Standortes wirklich auch umgesetzt werden kann.

Neben dem Arbeiten war ich dann natürlich damit beschäftigt meine Sachen zu packen und alles für die Reise vorzubereiten. Ich sollte ja bei drei aufeinander folgenden Eröffnungen teilnehmen und so galt es für mich den Koffer für zwei Monate zu packen.

MLP Programm für Auslandspraktika

MLP Programm für Auslandspraktika

Als erster Standort war dann Warschau mein Ziel. Zu meiner ersten Station brach ich mit einem weitern Praktikanten auf, der glücklicher Weise auch polnisch sprach und so konnte ich mich vor Ort auf seine Sprachkenntnisse verlassen. Warschau als Hauptstadt von Polen ist eine wirkliche Großstadt und so gab es bereits bei der Anreise viel zu sehen. Die Stadt besticht im Erscheinungsbild durch den fortschreitenden Aufbruch. Sicher sind viele Gebäude stark veraltet, aber andererseits wird viel gebaut und moderne Hochhäuser sprießen empor. Besonders markant im Stadtbild ist ebenfalls, dass alte kommunistisch, stalinistische Bauten dieser Moderne gegenüberstehen.

Der Standort Warschau Reduta wurde im gleichnamigen Shopping Center eröffnet. In Warschau gibt es eine Vielzahl solcher Zentren und auch die beiden bereits bestehenden Standorte von Peek& Cloppenburg in Warschau sind in vergleichbaren Zentren unterschiedlicher Lage untergebracht.

Für die Vorbereitungen der Eröffnung waren neben den neuen Mitarbeitern auch P & C Mitarbeiter aus anderen polnischen und auch deutschen Verkaufshäusern dabei. So ergab es sich also, dass beide Sprachen mit Englisch bunt gemischt wurden und sich so doch alle gut verständigen konnten. Auch von den Mitarbeitern aus den bereits bestehenden Häusern in Polen sprachen wirklich viele ein wenig Deutsch, womit ich nicht unbedingt gerechnet hatte.

Vor Ort habe ich mit weiteren Praktikanten dann an verschiedenen Aufgaben gearbeitet. Gerade in der Vorbereitung der Eröffnung gab es viele Dinge, die organisiert werden mussten. In der Rolle der „Generalisten“ war es also unsere Aufgabe Probleme und Unwägbarkeit in allen Bereichen zu lösen. Da Peek & Cloppenburg ein sehr eigenes Corporate Design hat, müssen natürlich viele Standards beachtet werden, damit bewährte Konzepte auch an neuen Standorten direkt umgesetzt werden. So mussten wir also, wenn irgendwo mal ein Engpass war auch zupacken und schnell mithelfen. Bei einer zeitlich so knapp bemessenen Eröffnungsphase muss wirklich jeder mit anpacken.

Je näher die Eröffnung rückte, desto mehr Dinge mussten noch in letzter Minute vorbereitet werden, so etwa eine Vielzahl von Marketingaktivitäten. Daneben ging es im Wesentlichen darum an allen Ecken und Enden auszuhelfen. Wenn irgendetwas fehlte oder auch Unklarheiten bestanden, konnten alle Abteilungsleiter auf die Praktikanten zugehen, die sich eben diesem Anliegen annehmen sollten.
Der erste Tag der Eröffnung lief entsprechend hektisch, aber dennoch erfolgreich und so waren alle froh über ein sehr gelungenes Ergebnis.

Das internationale Praktikumsprogramm von MLP

Das internationale Praktikumsprogramm von MLP

An den folgenden Tagen nach der Eröffnung hatte ich dann mehr Aufgaben im Bereich der Analyse und Nachbereitung. Meinen freien Tag nutzte ich dann gemeinsam mit einem anderen Praktikanten um Warschau ein wenig zu erkunden. Es gibt eine wirklich schöne Altstadt in Warschau, die mit den schmalen Gassen und vielen Kirchen auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Im Anschluss haben wir den Rest der Stadt weiter zu Fuß erkundet. Mittlerweile gibt es in Warschau wahnsinnig große Business Parks wo sich eigentlich alle bekanten deutschen und auch internationalen Firmen niedergelassen haben. Das Stadtbild ist also sehr abwechslungsreich.

Bevor nun die nächste Eröffnung in Danzig anstand, hatte ich die Gelegenheit mit dem Country Manager Polen einige andere Standorte zu besuchen. Als erstes reisten wir bereits vorab nach Danzig und hatten so die Gelegenheit die Baustelle vor Ankunft des Eröffnungsteams in Augenschein zu nehmen. Natürlich gab es vor Ort auch einiges an Abstimmungsbedarf.

Das bereits schon länger bestehende Haus in Krakau war ein weiteres unserer Ziele. Mit dem Zug ging es also zu diesem Tagestrip früh los. Dort haben wir das Haus intensiv besichtigt und durch den Storemanager einen detaillierten Überblick erhalten. Vor Ende der Reise hatte ich noch kurz die Gelegenheit eine halbe Stunde durch die Stadt zu laufen, da das Verkaufshaus sehr zentral liegt. Krakau hat wirklich eine schöne Altstadt und einen sehr belebten Marktplatz. Bei noch immer strahlendem Sonnenschein waren die Strassen und Cafés gut gefüllt und es war eine fast mediterrane Atmosphäre.

Als letztes Reiseziel vor meiner Abreise nach Danzig stand nun noch eine Reise nach Breslau an, was im Polnischen Wrocław heißt. Auch dort sollte Mitte Oktober das Verkaufshaus eröffnet werden. Die Vorbereitungen waren dort bereits sehr weit fortgeschritten und auch die Baumaßnahmen am Center warenganz gut im Zeitplan.

Die Zeit in Danzig war toll und ich hatte auch ein bisschen Zeit die schöne Altstadt zu erkunden. Dort gibt es viele Bars und Restaurants. Nach der geglückten und erfolgreichen Eröffnung sollte es dann direkt weiter nach Breslau gehen.

Alle waren zufrieden mit der Eröffnung in Danzig und es war eine tolle Zeit dort. Die Stadt liegt direkt an der Ostsee und so waren wir natürlich in der Freizeit am Strand. Zwar in dicker Jacke, aber auf jeden Fall ist es einen Ausflug wert.

Das Center und die Verkaufsfläche von Peek& Cloppenburg hatte ich ja bereits bei meiner Kurzreise nach Breslau in Augenschein nehmen können. Da ich aber von vielen polnischen Mitarbeitern gehört hatte, dass Wrocław die heimliche Hauptstadt Polens sei, war ich natürlich auch sehr gespannt darauf ein bisschen was von der Stadt zu sehen. Mein Aufenthalt in Breslau sollte allerdings durch einen Trip nach Warschau unterbrochen werden, wo ich kurzfristig für ein Projekt miteingebunden werden sollte.

Stipendienprogramm von MLP

Stipendienprogramm von MLP

Den ersten Tag der Eröffnungsvorbereitungen war ich noch dabei und es war wie auch bei den vorherigen Eröffnungen wahnsinnig hektisch. Zum einen kamen laufend LKWs aus Deutschland, denn an diesem Tag sollte die komplette Ware angeliefert werden und das grenzt an eine logistische Meisterleistung, zum anderen hatten wir aber noch mit einer ganzen Reihe von Widrigkeiten zu kämpfen. Mit der kompletten IT- Anlage gab es noch große Schwierigkeiten, was die Übersicht über das Warenwirtschaftssystem verhinderte. Auch kleine Abstimmungen mit der Zentrale wurden so zu einem zeitaufwendigen Unterfangen. An diesem ersten Tag kamen wir aber schon relativ weit und es war wirklich super wie alle zusammengearbeitet haben. Es waren viele erfahrene polnische Mitarbeiter dabei und natürlich auch ein paar Leute zur Unterstützung aus Deutschland. Die Meisten kannte ich natürlich schon von den vorangegangenen Eröffnungen, was alles zu einem großen Wiedersehen machte. Wenn Mitarbeiter schon lange dabei sind und bereits bei einigen Eröffnungen mitgemacht haben, dann gehen natürlich viele Dinge deutlich schneller.

Am Abend sollte es dann für mich noch mit der letzten Maschine nach Warschau zurückgehen. Leider wurde aber aus meinem Flug nichts, denn in Polen werden sehr oft Inlandsflüge einfach gestrichen. Nach etlichen Stunden des Diskutierens und des Wartens war klar, dass ich heute nicht mehr nach Warschau kommen würde. Also ging die Suche nach einem Hotel los, was zu diesem Zeitpunkt in Breslau sehr schwierig war, da einfach alles ausgebucht war. Bis ich endlich etwas gefunden hatte, war es wirklich schon spät und ich musste nach knapp drei Stunden wieder aufstehen um einen frühen Flug zu nehmen. Als ich dann also noch im Dunklen wieder am Flughafen ankam schien sich das Drama zu wiederholen und mir wurde gesagt, dass auch dieser Flug ausfallen würde. Nach einer großen Diskussion mit dem Flughafenpersonal gab es dann doch noch eine andere Maschine, mit der ich nach Warschau fliegen konnte. Wenigstens kam ich so noch pünktlich nach Warschau, denn die nächste Maschine wäre erst etwa sechs Stunden später geflogen- vielleicht. Die Tage in Warschau gingen wahnsinnig schnell vorbei und so ging es dann auch schon bald zurück nach Breslau und dieses Mal sogar mit einer fast pünktlichen Maschine.

In der Zwischenzeit war der Aufbau der Ware im Haus bereits sehr vorangeschritten und ich konnte mich gut wieder in die Vorbereitungen einklinken. Es gab in Sachen PR und Marketing noch einiges zu organisieren und dank funktionierender IT ging das dann auch deutlich einfacher als zuvor.

So war ich in den Tagen vor der Eröffnung dann noch gut beschäftigt und kam gar nicht richtig dazu mir die Stadt richtig anzusehen. Eine letzte Chance sollte ich aber noch bekommen. Der große Coup sollte in diesem Fall noch kommen. Wir waren mit unseren Vorbereitungen fertig und die Verkaufsfläche sah wirklich super aus. Nachdem ich jetzt ja bereits einige Häuser von P& C gesehen hatte, konnte ich dann auch die Unterschiede und Vorzüge einschätzen. Leider platzte aber am Abend vor der Eröffnung noch die große Bombe. Das Center mit knapp 235 Geschäften, die alle in letzter Minute fertig waren, konnte nicht eröffnen, da eine letzte Freigabe von Seiten einer öffentlichen Stelle nicht erteilt wurde. Damit sollte sich die Eröffnung also verzögern. Die Enttäuschung war bei allen natürlich riesig groß, denn wir waren schließlich bestens gerüstet für die Eröffnung und den Besucheransturm, aber an uns lag es nicht. Also musste alles, was organisiert war wieder umgeworfen werden.

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