Danny Rösler bei T-Systems in Tokio – Das Join the best Programm von MLP
Watashi wa Tokyo he ikimasu – Ich fliege nach Tokio

Join the best Stipendienprogramm von MLP
Mit 15 Stunden Reisezeit war der Flug von Berlin nach Tokio der längste, den ich je unternommen habe. Nach meiner Ankunft am Narita Flughafen musste ich „nur noch“ 1½ Stunden im Bus zurücklegen, um im Zentrum der Stadt einzutreffen. Auf einmal überfiel mich die Müdigkeit, die ich Stunden zuvor im Flugzeug noch vermisst hatte, so dass ich fast die Einfahrt nach Tokio verpasst hätte. Viele Wohnhäuser stehen dicht gedrängt beieinander und sind den erhöhten innerstädtischen Schnellstrassen teilweise so nahe an, dass ich mich wundere, wie die Bewohner des Nachts in den Schlaf kommen. Obwohl die Autos so nahe vorbeifahren, hängt die Wäsche zum Trocknen auf den winzigen Balkons. In der Ferne konnte ich den Hafen und den „Tokyo Tower“ erspähen.
Endlich in Shinjuku, einem der angesagtesten Viertel angekommen, wurde ich sofort von der Human Resources Managerin von T-Systems, Masami Tezuka, empfangen. Tezuka-san – „san“ ist die japanische Anrede für Frau oder Herr – spricht einwandfreies Englisch, so dass gar keine Sprachbarriere zu überwinden war. Obwohl ich mich einige Monate mit einem Sprachkurs auf das Praktikum vorbereitet hatte, reicht mein Japanisch für eine Konversation leider nicht aus.
Zusammen mit Tezuka-san habe ich meinen Mietvertrag unterschrieben. Zu meiner Wohnung sind wir dann auch gemeinsam gefahren. Darüber war ich mehr als froh, denn in Tokio findet man sich ohne fremde Hilfe nur schlecht zurecht. Für einen Europäer scheint es unvorstellbar, dass es in einer Stadt mit über 8 Millionen Einwohnern – in der Metropolregion leben sogar über 36 Millionen Menschen – kaum Straßennahmen gibt. Daher orientiert man sich vorrangig an bekannten Landmarken, wie zum Beispiel U-Bahn-Stationen, Supermärkten oder Parks. Aber auch mit Tezuka-sans Hilfe war es nicht leicht, meine Wohnung aufzuspüren.
Die nächsten 5 Monate werde ich in einer für japanische Verhältnisse recht geräumigen 30-m²-Wohnung in Nerima, einem ruhigen Viertel im Nordosten Tokios, verbringen. Mein gewohntes Bett werde ich gegen einen Futon in einem mit Tatamimatten ausgelegten Zimmer tauschen. Zum Glück besitzt meine Wohnung eine Klimaanlage. Die Tagestemperaturen liegen zwar im Sommer zwischen noch erträglichen 25°C und 30°C, die mit bis zu 90 Prozent hohe Luftfeuchtigkeit macht dies jedoch ohne Klimaanlage unerträglich.




