Philipp Reinisch – Auslandspraktikum bei MAN Nutzfahrzeuge AG in Johannesburg / Südafrika
1. und 2. Arbeitswoche – Join the best Stipendienprogramm von MLP
Ein wenig mulmig war mir schon zumute, als die Ankunft in Johannesburg näher rückte. Nachdem ich mich im Voraus eingehend mit der Stadt beschäftigt hatte, versprach der Satz „die gefährlichste Stadt der Welt“ wenig Gutes. Doch mein erster Eindruck war durchweg positiv. Der Flughafen entsprach europäischen Standards und die Einreise klappte problemlos. Abgeholt wurde ich von meinem einzigen deutschen Kollegen bei MAN Bus & Coach, wo ich die nächsten sechs Monate arbeiten werde.

Auslandspraktikum Südafrika – MLP Stipendienprogramm Join the best
Wir fuhren zusammen zum Werk in einem Industrieviertel namens Olifantsfontein, wo mir eine Menge netter Kollegen vorgestellt wurde und ich meinen Mietwagen bekam. Dieser ist ein 1er Golf – bei uns seit den 80er Jahren nicht mehr auf dem Markt, hier aber immer noch neu gebaut. Meiner hat gerade mal 6000 km auf dem Tacho.
Am Abend betrat ich dann zum ersten Mal mein Heim für die nächsten sechs Monate. Es ist ein kleines Apartment-Häuschen im Garten einer sehr netten Familie, die mehrere Zimmer an ausländische Gäste, wie mich, vermietet. Leider bin ich jedoch momentan der Einzige…
Im Garten ist ein kleiner Pool, am Abend wird für mich gekocht, Wäsche und Putzen erledigt die Haushälterin und für meine Sicherheit sorgen drei deutsche Schäferhunde. Ich werde hier also rundum versorgt.
In der Arbeit war in der verbleibenden kurzen Woche vor Ostern nicht mehr viel los. Ich richtete mir meinen Arbeitsplatz ein und bekam mein erstes Projekt. Ich soll die Seitenklappen der neuen Busgeneration nach einigen Kriterien umgestalten. Die eigentliche Arbeit beginnt aber erst nach Ostermontag.
Das Osterwochenende begannen wir mit dem für Südafrikaner typischen Grillen. Stilecht wurde am Karfreitag Fisch gegrillt. Am Samstag ging’s dann erstmal zum Shoppen, am Ostersonntag erneut zum Grillen und zum Ausklang des Osterwochenendes besuchten wir am Ostermontag einen Freizeitpark auf dem Gelände einer alten Goldmine.
In der darauf folgenden Woche konzentrierte ich mich voll auf mein „Seitenklappen-Projekt“. Ich entwarf zwei verschiedene Alternativen und erstellte 3D-Modelle am PC.
Das Wochenende war leider von sehr schlechtem Wetter geprägt, was mir größere Sightseeing-Touren verwehrte. Ich hoffe aber, dies in den nächsten Wochen noch nachzuholen.
Überblick MAN Nutzfahrzeuge Südafrika
Nachdem ich zwei Wochen die Möglichkeit hatte, mich selbst mit der Firmenstruktur von MAN in Südafrika vertraut zu machen, kann ich jetzt einen kleinen Überblick wiedergeben.
Die Zentrale zusammen mit dem kompletten Vorstand sitzt in Isando, einem Teil Johannesburgs, nicht weit weg von meinem Arbeitsplatz. Ich selbst bin bei MAN Bus & Coach, wie der Name schon sagt Hersteller von Bussen. Dieses Werk beschäftigt circa 180 Mitarbeiter, davon etwa 30 in den Büros. So weit ich weiß, bauen wir momentan 1,8 Busse pro Tag, die Einführung der neuen Busgeneration steht aber in diesem Jahr bevor. Diese Busse sind rein auf den afrikanischen Markt ausgerichtet und auch gar nicht mit solchen vergleichbar, die auf europäischen Straßen unterwegs sind. Grund dafür sind zum einen Teil die schlechten Straßen, die ein wesentlich stabileres Fahrwerk erfordern, zum anderen aber natürlich der Preis, da dieser auch den afrikanischen Verhältnissen gerecht werden muss.
Daneben gibt es noch MAN Truck & Bus als Produzent von Lkws in Pinetown in der Nähe von Durban. Dieses Werk ist jedoch ein reines Assembly-Plant, d.h. hier werden die Teile, die aus Deutschland kommen, eins zu eins zu den MAN-Trucks zusammengebaut, die auch auf deutschen Straßen fahren.










