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Kategorie: 2005 Praktikum - Hongkong

1. und 2. Woche Auslandspraktikum Hongkong

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Morgen sind es schon zwei Wochen, die ich hier in Hong Kong bin und als Praktikantin im Marketing der T-Systems arbeite. Und in diesen zwei Wochen scheint es mir, als habe ich mehr

Auslandspraktikum in Hongkong – MLP Join the best

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erlebt als in den letzten zwei Monaten. Fast fühle ich mich schon ein bisschen heimisch. Bei meiner Ankunft war ich erstmal ziemlich erschlagen, von dem Flug, dem Wetter, den Menschenmassen und den Hochhäusern! In einem dieser Hochhäuser sitzt auch T-Systems: im 50. Stock des Central Plaza. Dort werde ich jetzt also für die nächsten drei Monate arbeiten.

“Gut, dass ich weder Höhen- noch Platzangst habe” dachte ich mir als ich an meinem ersten Arbeitstag zum Büro fuhr. Denn um dorthin zu gelangen musste ich zunächst mit lauter anderen Hong Kong Chinesen mit der MTR (U-Bahn) fahren, dann mit einem Aufzug bis zum 46. Stock, umsteigen in einen anderen Aufzug und weiter bis zum 50. Stock. Die Aussicht von da ist wirklich gewaltig! Pünktlich wie wir Deutschen nunmal sind, war ich natürlich erstmal zu früh, nach und nach trudelten dann meine Kollegen ein. Das Team besteht aus ca. 20 Leuten und ist gemischt aus Deutschen und HK Chinesen, die alle sehr freundlich undhilfsbereit sind. Trevor, mein Betreuer, hat mich auch gleich in mein eigenes Projekt eingeweiht. Ich soll eine Kundenveranstaltung in China Ende des Jahres organisieren. In den letzten zwei Wochen habe ich dazu also mit verschiedenen Kollegen gesprochen, Erwartungen eingeholt, die Ergebnisse zusammengestellt und aufbereitet. Es macht mir Spass, da ich selbständig arbeiten kann und trotzdem mit vielen Kollegen in Kontakt bin.

Mittags gehen wir gemeinsam zum Lunch, in der ersten Woche gings gleich mal ganz typisch zum Dim Sum (verschiedene gedämpfte Teigtaschen) – mmmh! Abends wird es einem eigentlich auch nie langweilig, da es eine sehr grosse deutsche Praktikantengemeinde in HK gibt, mit denen man immer etwas unternehmen kann. So gehen wir zusammen essen, auf Nachtmärkte, in Museen oder machen Ausflüge am Wochenende (je nachdem wie fit wir vom Vorabend sind). Bis jetzt habe ich noch kaum einen Abend in meinem kleinen Studio in der Wing Lok Street in Sheung Wan verbracht.

Praktikum in Hongkong – MLP Join the best –

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Eines meiner Highlights bis jetzt war mit Sicherheit ein Abend in der Hotelbar des Intercontinental auf der Kowloon-Seite von HK mit Blick auf die Skyline. Eine Jazzband im Hintergrund und die Skyline von HK in der Dämmerung vor mir sitze ich zufrieden und glücklich da und muss mich wieder und wieder selbst daran erinnern, dass ich jetzt wirklich in Hong Kong bin! Die Stadt tut ihr Bestes mich zu begrüßen und das allabendliche Feuerwerk trägt seinen Teil dazu bei.

Und noch schneller als die ersten beiden sind auch die 3. und 4. Woche vergangen. Man gewöhnt sich so schnell an die Umgebung, die Arbeit, die vielen Möglichkeiten etwas zu unternehmen und den damit verbundenen Schlafmangel, dass man sich gar nicht mehr vorstellen kann, wie es denn sein soll wieder in Deutschland zu sein. Aber das ist bei mir ja gottseidank noch einige Zeit hin!

Essen in Hongkong

Essen in Hongkong

Mein Projekt bei T-Systems gedeiht zwar langsam, aber es gedeiht, weitere Schritte wurden mit dem Headquarter in Frankfurt bestimmt und ausgearbeitet. Aus der einen Kundenveranstaltung werden nun zwei, die Anfang November in Peking und Shanghai in Kooperation mit einem Partnerunternehmen der T-Systems in China stattfinden werden. Nun geht es darum, den Ablauf der Events zu planen. Von der Einholung der Themenvorschläge über den Kontakt zu dem Partnerunternehmen bis hin zur organisatorischen Planung der Events bin ich in alles eingebunden.

Fast wird der tägliche Weg zu und von der Arbeit schon zur Routine, man taucht ein in diesen Strom aus Menschen, Geräuschen und Gerüchen und findet sich wieder in einer Welt voller Überraschungen und Gegensätzen. So habe ich in den letzten Wochen in einem Hot Spring mit Kaffeezusatz in China gebadet, gekochte Hühnerfüße und Kuhmagen dankend abgelehnt, dafür Hot Pot umso lieber probiert, eine Kathedrale in der ehemaligen portugiesischen Kolonie Macao besichtigt, abends am Strand gesessen, einen Geburtstag in einem unglaublichen Appartment mit Blick auf ganz Hong Kong gefeiert, bei der Arbeit

Unmengen an Mooncake und Obst essen müssen (Geschenke zum kommenden Mid-Autumn Festival), einen Wochenendtrip mit vier chinesischen Freundinnen überlebt, den Big Buddha gesehen, Seafood Dinner auf einer der kleinen Inseln gehabt und sogar eine deutsche Bäckerei aufgetan! Um die Kollegin einer Freundin hier zu zitieren: “Das Einzige, was einem in Hong Kong fehlt, ist Schlaf.”

Die 5. und 6. Woche gestalten sich vom Arbeitspensum her eher ruhig. Die Kooperation mit dem Partnerunternehmen wurde in einem Meeting diskutiert und festgelegt, sodass ein Grossteil der organisatorischen Arbeit die Events betreffend nun nicht von T-Systems selber durchgeführt wird. Ich diene weiterhin als Ansprechpartnerin und nutze die Verschnaufpause für einen Wochenendtrip nach Peking.

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Dachte ich zu Beginn meines Aufenthaltes noch, Hong Kong sei China, so wurde ich nun eines Besseren belehrt. Jetzt war ich erst richtig in China: alles war viel chaotischer, lauter, dreckiger, quirliger als in Hong Kong! Und kälter. Ein leichtes Frösteln bei der Ankunft erinnerte mich daran, wie es ist, wenn man draußen friert und drinnen schwitzt. Zwei Tage voller beeindruckender und atemberaubender Erfahrungen später kann ich kaum glauben, dass ich tatsächlich die Verbotene Stadt gesehen und auf der Grossen Mauer gestanden habe, freue mich aber auch wieder darauf, nach Hong Kong zu fahren.

Und da war es wieder, dieses versteckte Gefühl, sich heimisch zu fühlen. Auf dem Weg vom Flughafen nach Hong Kong Island erblicke ich die mittlerweile so vertrauten Wolkenkratzer und habe das Gefühl nach Hause zu kommen.

Obwohl man, wenn man wieder zu Hause ist, eigentlich schnell vom Alltag wieder eingeholt wird, gab es diesmal einige Aufregung bei T-Systems: der Besuch einer Delegation aus Deutschland stand an. Ich war froh, unserer Finance Managerin bei der Vorbereitung einiger Präsentationen helfen zu können und auch in Bezug auf die Events mussten einige Dinge ins Rollen gebracht werden.

Als wäre die allabendliche Lightshow nicht schon Spektakel genug, kam ich am chinesischen Nationalfeiertag (1.10.) in den Genuss, das große Feuerwerk mit meinen Freunden von unserem Büro aus zu verfolgen. Auch in den nächsten Tagen lernte ich Hong Kong von seiner besten Seite kennen, denn meine Eltern waren zu Besuch – gibt es eine bessere Gelegenheit, sich schön zum Essen ausführen zu lassen? “So lässt es sich aushalten!” – und mir fällt auf, wie oft ich diesen Gedanken seit meiner Ankunft bereits hatte!

German Bierfest in Hongkong

German Bierfest in Hongkong

Nach einem langen Wochenende und der Verabschiedung meiner Eltern wieder bei der Arbeit, musste ich leider einer Ernüchterung entgegensehen: die geplanten Events werden aus internen Gründen nun doch nicht mehr in diesem Jahr stattfinden, sondern erst Anfang 2006. Das heißt für mich leider, dass ich dann nicht daran werde teilnehmen können. Nach einiger Zeit der Ratlosigkeit, was nun mein nächstes Projekt sein soll, entscheidet der neue CSSO, dass ich ihm bei der Erschließung der neuen Focus Accounts helfen soll, um die neue internationale Strategie umzusetzen. Meine Aufgabe besteht also nun in der breit angelegten Recherche und dem Kontakt überwiegend deutscher Unternehmen in der Greater China Region.

Der Kontakt zu deutschen Unternehmen gestaltet sich in dieser Woche besonders angenehm: von der Lufthansa werden wir auf das Oktoberfest, hier “German Bierfest” genannt, eingeladen. So seltsam einem Mädel aus dem Bergischen die bayerischen Volksbräuche ohnehin schon erscheinen, so skurril war es, diese in Hongkong zu erleben. Und das originalgetreu mit Schweinshaxe und Ententanz! Ich gab mir also den ganzen Abend alle Mühe, mich nicht für meine Landsleute aus dem Freistaat zu schämen, erklärte mehrfach auf einer imaginären Landkarte wie weit ich von München weg wohne und gab trotz unfreiwilliger Teilnahme beim Melkwettbewerb dennoch mein Bestes!

In die elfte Woche startete ich mit einem sehr freudigen Ereignis: mein 25.Geburtstag! Ohnehin schon speziell genug ihn in Hongkong zu feiern, war es für mich, die ich diesen Tag gewöhnlich bei herbstlichen Temperaturen drinnen verbringe, wirklich etwas Besonderes: Geburtstag am Strand! Und das Ende Oktober! Bereits tagsüber badete ich im Südchinesischen Meer und lag in der genauso chinesischen Sonne und abends kam bei Gesang, Kuchen und Kerzen am Strand trotz (für eine an die 4 Jahreszeiten gewohnte) Europäerin ungewohnt warmer Temperaturen richtig Geburtstagsstimmung auf. Gut gelaunt startete ich also in die (aufgrund meines freien Geburtstages verkürzte) Arbeitswoche und widmete mich weiterhin meiner Recherche-Aufgabe, die sich mittlerweile als umfangreicher herausstellte als ursprünglich angedacht. Außerdem sollte ich mir nun Möglichkeiten zur Fokussierung und Gewichtung der unterschiedlichen Accounts überlegen.

Hatte ich das Motto mit dem Schlafmangel in den letzten Wochen wohl zu sehr zum Programm gemacht, mich außerdem in einem bis auf Kühlschranktemperatur herunter gekühlten Hot Pot-Restaurant (in dem der Name eben nicht Programm war) erkältet und den Berg auf der firmeninternen Wandertour trotzdem noch mitgenommen, lag ich nun also mit Fieber im Bett. Hierzulande bedeutet das vor allem, sich jeden erdenklichen Witz über die Vogelgrippe und etliche Ratschläge über chinesische Medizin anhören zu müssen. Was von beidem mehr zu meiner Genesung beigetragen hat sei dahingestellt. Tatsache ist, dass ich nach 2 Tagen Bettruhe wieder fit war, um meine Recherche-Aufgabe abzuschließen, in einer Präsentation zusammenzufassen und dem CSSO zurückzumelden.

MLP Join the best Praktikum

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Ein perfektes Wochenende mit Rooftop-Party im 33.Stock und Rock-Festival mitten in Hongkong trennte mich noch von meinen letzten 2 Arbeitstagen. Nun folgten ein Abschieds-Dim Sum-Lunch mit all meinen Kollegen, ein Wochenendtrip mit dem Bus nach China, finales Souvenir-Shoppen und viele, viele traurige Blicke, sich an der Skyline entlangtastend, durch die Strassen streifend, die kleinen Gassen in Sheung Wan und Soho entlang, auf die Tram aufspringend und auf der Star Ferry schaukelnd … mit der Traurigkeit gehen zu müssen und der Freude eine unglaubliche Zeit gehabt zu haben – mit Sicherheit aber auch mit der Hoffnung und der Zuversicht zurückzukehren!

Und um mich meiner MLP-Mitstipendiatin Alexandra aus Shanghai anzuschließen bin auch ich sehr dankbar für diese Chance. In diesem Sinne verbleibe ich (landestypisch) mit einem fröhlichen: Bye bye la, wir sehen uns in Hongkong!

Laura Nonnemacher war Stipendiatin des Join the best Programms von MLP im Jahr 2005. MLP vergibt in diesem Programm jährlich Stipendien für Auslandspraktika bei renommierten Firmen. Im Rahmen eines Assessment-Centers bei MLP in Wiesloch werden die Stipendiaten unter zahlreichen Bewerbern ausgewählt.

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