Von Heidelberg nach Washington zur Helmoltz-Gemeinschaft

Erfahrungsbericht zum Auslandspraktikum von Carsten Kramer

  1. Bethesda – new home sweet home
  2. Auf der Suche nach dem Unterschied
  3. Join the best - der Startschuss für die internationale Karriere

Join the best Stipendiat Carsten Kramer startet sein Praktikum in Heidelberg bei der Helmholtz-Gemeinschaft. Nach zwei Monaten ist es dann endlich soweit: Abflug nach Washington D.C., wo er am National Institutes of Health arbeiten und forschen wird.

Von Heidelberg nach Washington D.C.

Nach zweimonatigem Aufenthalt in Heidelberg war es im August endlich soweit und ich bezog nach einem langen Flug mein Zimmer in Bethesda, welches sich leicht von Deutschland aus über das Internet organisieren lies. Meine Vermieterin und Mitbewohnerin war die Countrysängerin Carmen, deren Vater aus Nürnberg stammte und aufgrund dieser Wurzeln war sie sehr interessiert an der deutschen Kultur. Bethesda, ein Vorort nur eine Metro-Station von Washington entfernt, gehört zu den reicheren, sauberen und sehr sicheren Gegenden im Staat Maryland.

The National Insitutes of Health

Am Tag nach meiner Ankunft in Washington wollte ich endlich meinen neuen Arbeitsplatz erkunden und meine künftigen Kollegen kennen lernen. Der NIH-Campus ließ sich gut mit dem Bus erreichen und so stand ich vor einem beeindruckend hohen Metallzaun, der mit einigen Checkpoints durchsetzt war. An diesen wurden einfahrende Fahrzeuge und Besucher kontrolliert und man hatte den Eindruck als führe der Weg in den Campus hinein in ein Hochsicherheitsgefängnis. So wies auch mich die „NIH-Police“ dazu an meine Tasche im Röntgengerät durchleuchten zu lassen und nachdem der Metalldetektor mit einem leisen Surren meine Gürtelschnalle kritisierte, bekam ich einen Besucherausweis und ich machte mich auf die Suche nach dem richtigen Laborgebäude. Der Campus beherbergt eine Unzahl an Laboratorien, Tagungssälen, Verwaltungsgebäuden und Versuchstierställen, in das Hauptgebäude 10 ist außerdem Krankenhaus integriert.

Improving Health and Saving Lifes

Endlich im richtigen Labor angekommen, lernte ich meinen künftigen Betreuer Markus kennen. Markus ist promovierter Biochemiker, hatte in Deutschland, England und Schweden studiert und absolvierte gerade seinen Postdoc in der Arbeitsgruppe von Dr. Jennifer Lippincott-Schwartz (http://lippincottschwartzlab.nichd.nih.gov/). Jennifer ist auch in Deutschland für ihre zellbiologische Forschung sehr bekannt und ist Mitautorin eines bei deutschen Studenten geschätzten Lehrbuches über Zellbiologie. Die Arbeitsgruppe von Jennifer setzte sich aus 20 Forschern zusammen, welche aus den USA, Kanada, Indien, Japan, Israel, Frankreich und Deutschland stammten.

Die Wissenschaftler am NIH, welches rund 18.000 Mitarbeiter beschäftigt und über ein jährliches Budget von ca. 29 Mrd. US-$ verfügt, arbeiten in den unterschiedlichsten biomedizinischen Fachrichtungen. Viele der Forscher sind keine US-Bürger sondern stammen aus allen Teilen der Welt. Im Übrigen arbeiten die Forscher nicht nur in Laboratorien z. B. an Zellen oder an Versuchstieren, das NIH beherbergt auch ein Krankenhaus in dem Ärzte seltene Krankheiten direkt am Patienten erforschen können. Da ich kein Arzt bin und daher auch keinen Kontakt mit den Patienten hatte, war es aber trotz dessen eine große Motivation für mich, dass ich durch mein Engagement einen kleinen Beitrag für das National Institutes of Health und dessen Dienst am Menschen leisten konnte