Sheung Wan, KPMG: Meine Reise in eine andere Welt

Erfahrungsbericht zum Auslandspraktikum von Florian Feder

  1. Von Frankfurt nach Hong Kong - Ankunft in China
  2. Arbeit und Praktikum
  3. Freizeit und Abschied

Leben und arbeiten in China – dieser Traum wurde für Florian Feder wahr. In der Acht-Millionen-Metropole Hongkong absolviert Florian sein Auslandspraktikum bei KPMG. In seinem Erfahrungsbericht erzählt er von seiner Arbeit in einem internationalen Team, von Hühnerfüßen und natürlich auch von seinen Sightseeing-Touren.

Mein Arbeitsplatz

Hong Kong bei Nacht vom Victoria Peak

An meinem ersten Arbeitstag im Prince’s Building, mitten im Stadtzentrum gegenüber der HSBC, war ich voller Erwartung, meine Kollegen kennen zu lernen. Dies sollte sich allerdings schwieriger darstellen als gedacht. Eine Dame, die ich bis heute nie wieder gesehen habe, holte mich in der Lobby ab und brachte mich zu meinem Arbeitsplatz – oder sollte ich besser sagen: zu meiner Kabine. Zu drei Seiten mannshoch mit Stellwänden abgeriegelt war an Kommunikation mit meinen „Nachbarn“ nicht zu denken. Nachdem ich dann meinen Lap-Top bekommen, meine Vorgesetzte flüchtig kennen gelernt und sie mir eine Mail mit meiner Aufgabe zugeschickt hatte, konnte es für mich losgehen.

Nach zwei Stunden Internetrecherche dachte ich dann, dass es so nicht weitergehen konnte. Also habe ich mich auf den Weg gemacht, um mich bei den anderen Kollegen der Abteilung vorzustellen. Das war zwar ungewöhnlich, wenn ich mich an die Gesichter meiner Kollegen erinnere, aber für mich die einzige Chance ein paar Leute kennen zu lernen.

KPMG in Hongkong

Die erste Woche habe ich damit verbracht die Strukturen und das Geschäftsmodell von KPMG in Hong Kong kennen zu lernen.  Danach hatte ich dann die Gelegenheit Teil eines Projektes zur Risikosteuerung asiatischer Großbanken zu sein. Hier habe ich u.a. die qualitativen und quantitativen Kriterien der verschiedenen Ratingagenturen beschrieben, sowie die Konsequenzen für Kreditinstitute aus den neuen Eigenkapitalrichtlinien nach Basel III analysiert. Zu unserem Team gehörten u.a. auch Jennifer und Raymond, die mir in den Mittagspausen und auch nach der Arbeit viel vom typischen Leben in Hong Kong gezeigt haben.

Ein Erlebnis bleibt mir da bestimmt noch ewig in Erinnerung. Bei einem traditionellen chinesischen „Dim Sum“-Mittagessen bestellte Raymond Hühnerfüße. Ich muss dazu sagen, dass ich eigentlich kulinarisch ein recht offener Typ bin, aber das war auch mir eine Spur zu exotisch. Vor allem, als Raymond einen kompletten Fuß im Mund hatte und nur die einzelnen kleinen Knochen wieder ausspuckte. Probiert habe ich trotzdem, aber empfehlen kann ich es nicht. Ich wüsste auch nicht, was an Hühnerbeinen schmecken könnte.

Fleisch findet man jedenfalls nicht übermäßig viel. Besser gefallen haben mir da schon die japanischen „Teppanyaki-Restaurants“, die ich mindestens jeden dritten Tag besucht habe. Hierbei sitzen die Gäste an einer langen Theke vor einer heißen Grillplatte, auf der die Köche vor den Augen der Gäste frisches Gemüse, Fleisch, Fisch und eine Vielzahl weiterer Meeresfrüchte zubereiten. Mit Knoblauch, Gewürzen und Lauchzwiebeln verfeinert bekommt man dann die gewünschten Gerichte an seinem Platz serviert.