- Von Heidelberg über Wiesloch nach Peking
- Ximenzi – zu Deutsch: Siemens
- Reisen durch ein Land der Vielfalt
- Die letzten Wochen in der Ferne
Am 25. August 2011 begab sich Christoph Decker mit dem Join the best Stipendium auf den Weg zum Auslandspraktikum für Siemens Management Consulting in Peking. Als Physik-Student war er Neuling in Sachen Beratung und hat viele neue Erfahrungen im Praktikum gesammelt. Nebenbei verbrachte er fast jedes Wochenende mit Reisen durch das Land der Mitte. Alles darüber erfahrt Ihr hier.
Eines vorweg: Mein Plan war lediglich ein bisschen Assessment Center (AC) Luft zu schnuppern und Erfahrung mit Bewerbungsprozessen zu sammeln – was daraus letztendlich wurde, könnt ihr nun hier nachlesen. Nach der Einladung zum ersten AC ging alles ganz schnell: Montags AC-Vorbereitungstreffen in der Heidelberger MLP Geschäftsstelle (schließlich hatte ich so etwas noch nie gemacht), freitags das erste AC mit Selbstpräsentation sowie Gruppenübung und wenige Tage später hatte ich die Einladung zum finalen AC in meinem E-Mail-Postfach. Geschafft!
Der erste Tag dort verlief überraschend gut und ich wurde am zweiten Morgen in den Kreis der vier letzten Kandidaten der anfänglich etwas mehr als 15 Leute starken Siemens Management Consulting (SMC) Gruppe nominiert. Da habe ich die ernsthafte Chance gewittert außer AC-Erfahrung auch bald Auslands- und Praxiserfahrung zu sammeln. Zwei Einzelinterviews mit einem Projektleiter und einem Partner – sowie gefühlte drei Jahre warten und bangen später – wurden dann am frühen Abend die Stipendiaten der 16 Partnerunternehmen ausgelobt und ich konnte mein Glück kaum fassen!
Während der nächsten sechs Monate habe ich dann meine Bachelorarbeit geschrieben, eingereicht und damit das Physikstudium vorerst abgeschlossen. Währenddessen war ich schon mit einigen meiner Neuronen auf dem Weg nach China: Kontaktaufnahme mit dem Pekinger Büro von SMC, Visum beantragen, Wohnung in Peking suchen und in Heidelberg kündigen, Chinesisch-Sprachkurs und beim Heidelberger China-Restaurant ab sofort nur noch mit Stäbchen essen.
Von deutschen zu chinesischen Transportverhältnissen
Stichtag war der 25. August 2011 – mit dem A380 ging es also von Frankfurt nach Peking (oder Beijing, wie der Chinese sagen würde). Die Spannungskurve erreichte ihren vorläufigen Höhepunkt: Was wird mich hier wohl in den nächsten vier Monaten bis Weihnachten erwarten? Zunächst einmal niemand. Denn der arrangierte Fahrer erschien erst nach einigen Telefonaten mit einer am Flughafen gekauften chinesischen SIM-Karte und etwa zweistündigem Warten. Gott sei Dank war er dann Chinas Michael Schumacher höchstpersönlich. So bekam ich einen bleibenden ersten Eindruck des chinesischen Straßenverkehrs, den man als Westeuropäer als leicht chaotisch bezeichnen könnte. Die erste Kommunikation auf Chinesisch funktionierte allerdings relativ gut, wobei die eigentliche Schwierigkeit darin besteht die Antworten zu verstehen. Denn weder die Aussprache ist so sauber wie auf der Übungs-CD, noch ist das Sprechtempo an einen Mandarin-Anfänger angepasst.
Das erste Wochenende habe ich dann mit einem Freund verbracht, den ich im finalen AC kennengelernt hatte und der gerade ein Praktikum in Shenyang absolvierte. Zusammen haben wir unter anderem den 798 Art District, den Sommerpalast sowie den Beihai-Park besucht. Damit habe ich neben viel frischer Luft und guter chinesischer Küche auch die erste Dosis Sightseeing abbekommen. Die nächsten Tage bis zum ersten Arbeitstag habe ich vor allem mit Erkunden der Umgebung und der Transportmöglichkeiten (öffentlicher Bus und U-Bahn) verbracht und dabei einige Sehenswürdigkeiten besucht.


