Join the best Blog Eine Initiative von MLP

Einträge mit Tag: “Praktikum Indien”.

Formalitäten klären. Unterschriften einsammeln. Tschüss sagen. Bei jeder Kleinigkeit denken “Das sehe/mache ich jetzt das letzte Mal…” Drei Monate, die wie im Flug vergingen, sind vorbei, meine Sachen gepackt, der Schlüssel für mein Zimmer abgegeben. Zeit für ein kleines Résumé:

  • Was ich in Indien gelernt habe: geduldig sein und nicht aufregen – verhandeln bis zum bitteren Ende – Kopfwackeln um Zustimmung zu zeigen – mit nur der rechten Hand essen – todesmutig über viel befahrene Straßen laufen – starrende Männerblicke zu ertragen und zu ignorieren – Yoga – ein bisschen indisch kochen – scharfes Essen zu mögen – nie etwas planen, kommt sowieso alles anders – ein paar Bollywoodtanzschritte.
  • Was ich vermissen werde: viele nette Leute, die mir sehr ans Herz gewachsen sind – das Essen, vor allem Masala Dosa – das chaotische Leben auf den Straßen – die billigen Preise – Rikscha fahren – meine Wohnung im HSR Layout samt Mitbewohner – frisch gepressten Saft und Chai – die süßen indischen Kinder – das meist gute Wetter.
  • Worauf ich mich in Deutschland freu: Freunde und Familie – saubere Luft zum Atmen – Vollkornbrot – Discos, die länger als 23.30 Uhr aufhaben.

Goa

MLP Programm für Auslandspraktika

MLP Programm für Auslandspraktika

Doch bevor es nach Hause ging verbrachte ich noch 10 Tage an den traumhaften Stränden Goas. Die ersten Tage waren wir in Palolem, dem südlichsten und idyllischsten Strand in Goa. Einfach mal die Seele baumeln lassen, schwimmen und sonnen den ganzen Tag und die paradiesische Atmosphäre genießen. Außerdem liehen wir uns Roller aus, um noch andere Strände zu erforschen.

Ewig hätte ich es da ausgehalten! Doch auch die schönste Zeit geht einmal vorbei und so saß ich dann nach aufregenden 3 Monaten, die vorbei gingen wie im Flug, plötzlich schon wieder im Flieger nach Frankfurt.

Danke MLP, Danke SAP!

Jährlich vergibt MLP Stipendien für Auslandspraktika. Die Praktika finden bei Partnerunternehmen von MLP statt. In dem Stipendium sind sowhol der Hin- und Rückflug, die Unterkunft vor Ort, das Versicherungspaket bestehend aus Haftpflichtversicherung, Auslandskrankenversicherung, Unfallversicherung sowie die MLP-Kreditkarte “MLP Card”.

Letzte Woche war Board Meeting hier in Indien. Das hieß, der gesamte SAP Vorstand und um die hundert Manager kamen aus Deutschland und der ganzen Welt angeflogen und haben hier ein wenig Chaos angezettelt. Hier fuhren die Shuttles nicht mehr wie gewohnt, Mittagessenszeit wurde nach hinten verschoben und es wurden E-Mails mit der Bitte verschickt, man solle doch nicht soviel in den Kaffeeecken rumhängen.

Das Board (Vorstandsvorsitzende und die Vorstandsmitglieder) verbrachte erst zwei Tage in Delhi, dann kamen sie Mittwoch nach Bangalore. Als Donnerstag dann zehn große silberne Mercedes mit je einem komplett in weiß gekleidetem Chauffeur vor dem Hauptgebäude des SAP Campus standen, merkte man: Hier geht was Wichtiges vor. Den ganzen Tag über lief man Männern und Frauen im Anzug über den Weg, die deswegen heraus stachen, weil es sonst bei SAP keinen Dress-Code gibt und alle Mitarbeiter recht ‚casual’ angezogen sind.

Beim großen All-Hand-Meeting war ich leider nicht, da es ursprünglich hieß, Praktikanten könnten dort nicht hin. Als sich das kurzfristig änderte, war ich schon zu spät dran, einen Pass zu beantragen. Dafür war ich dann beim All-Hand-Meeting meines Departments R&BI (“Research and Breakthrough Innovation”). Auch dort hatte ich die Chance einige der Board-Mitglieder von SAP einmal aus der Nähe zu sehen und zu hören.

Rikscha fahren in Indien

Man tut es fast jeden Tag, verbringt viel Zeit damit und es sollte nach einer Weile eigentlich das Normalste der Welt sein. Und trotzdem ist Rikscha fahren in Indien jeden Tag ein kleines Abenteuer! Oft, wenn ich Heim komme, ist das Erste, was ich erzähle: „Heut hatte ich aber wieder einen lustigen, verrückten, blöden oder netten Rikschafahrer. Da hat der doch tatsächlich…“

Mit MLP in der Indien

Mit MLP in der Indien

Die Regeln lernt man mit der Zeit. An den mehr befahrenen Straßen tummeln sich mehrere Rikschafahrer rum und machen meistens Pause. Wenn sie uns Weiße sehen, klingeln in ihren Augen schon die Dollarzeichen. Deswegen ist es erstmal ein Kampf, einen vernünftigen Preis auszuhandeln. Mittlerweile weiß ich die Preise ganz gut, doch trotzdem muss man als Weißer meistens etwas mehr bezahlen. Teuer wird es nachts oder wenn es regnet. Die frechsten Fahrer verlangen dann gern mehr als doppelt so viel. Man sollte nie unter allzu großem Zeitdruck stehen, wenn man eine Rikscha nimmt – das ist tödlich für die Nerven. Je nach Tageszeit, Rikscha und Laune des Rikschafahrers kann man für ein und dieselbe Strecke zwischen 15 Minuten und 1,5 Stunden brauchen. Eine Besonderheit, über die ich mich immer sehr freue, sind Rikschafahrer, die ohne jedes Wenn und Aber den Meter anmachen und sich dann total über ein kleines Trinkgeld freuen. Leider passiert das nicht so oft…

Mein täglicher Spaziergang durchs Dorf

Mit der MLP Finanzdienstleistungen AG in Bangalore

Mit der MLP Finanzdienstleistungen AG in Bangalore

Pünktlich 7.15 Uhr morgens, oder manchmal auch fünf Minuten später, verlasse ich meine Wohnung und mache mich auf den Weg zur Bushaltestelle. Die etwa 15 Minuten lange Strecke führt mich durch die kleinen Gassen unseres Stadtteils, der so gar nicht städtisch wirkt. Ich laufe unter Palmen entlang an einer Müllhalde, in der streunende Hunde wühlen, in der Hoffnung, etwas Essbares zu finden. Rechts an der Straße melkt ein Mann eine Kuh. Sein Sohn hilft ihm, die wertvolle Milch in Kannen umzufüllen. Da sitzen zwei etwa zehnjährige Mädchen vor einem Haus und unerhalten sich fröhlich während sie auf einem Stein Wäsche waschen. Fasziniert schauen sie zu mir hoch und grinsen mich an. Ein Stück weiter hält ein Mann gerade seine morgendliche Dusche. Er sitzt im Gras neben seiner Hütte, die viel mehr ein Zelt aus blauen Planen ist, seift sich ein und leert sich anschließend einen großen Eimer Wasser über den Kopf.

Ich muss mich beeilen, bin schon spät dran. In den kleinen Gassen herrscht schon reges Leben. Hauptsächlich Frauen kehren vor ihrem Haus, erneuern Mandalas auf dem Boden vor ihrem Hauseingang mit weißer Kreide oder bringen den Müll raus. Da drüben stehen wie jeden Morgen die Männer bei dem kleinen portablen Teeladen, der aus einem überdachten Tisch mit Rädern besteht, und trinken ihren ersten Chai. Sie beachten mich schon kaum noch, da sie die ‚Weiße’, die hier jeden Morgen lang läuft, schon kennen. Das Schulmädchen, das an einem anderen Tisch mit Rädern Puris (frittiertes Fladenbrot) zum Frühstück verkauft, sticht sehr aus der Menge heraus, denn mit ihrer Schuluniform sieht sie sehr westlich gekleidet aus. Wahrscheinlich fährt ihr Schulbus später hier ab und sie verdient sich oder besser gesagt ihrer Familie hier ein kleines Taschengeld dazu.

Ich höre muslimische Gebetsgesänge aus Lautsprechern. Direkt beim Agara Circle, wo auch mein Bus fährt steht eine noch nicht fertig gestellte Moschee neben einem riesigen, ebenfalls noch nicht fertig gestellten Hindu-Tempel. Die Rikschafahrer recken schon die Hälse, hoffen, dass ich eine ihrer Rikschas anpeile. Doch ich laufe schnell über die Straße und stelle mich auf der anderen Seite zu den vielen anderen wartenden Indern, um dort auf den SAP Shuttle zu warten.

Mysore

Praktikumsbericht Bangalore

Praktikumsbericht Bangalore

Diesmal waren wir nur einen Tag draußen aus Bangalore, nämlich in Mysore. Die 3,5 Stunden lange Fahrt kam einem vor, wie nichts, nachdem unsere letzten Trips uns immer eine ganze Nacht Fahrt gekostet haben. Per Rikscha haben wir uns die Sehenswürdigkeit Mysores angeschaut. Nicht selten kam es vor, dass Inder uns fragten, ob sie nicht ein Foto mit uns machen dürften. Beim Mysore Palace bin ich dann endlich auf einem Elefanten geritten, so wie ich mir das in Indien erträumt hatte.

Mit MLP in der Indien

Mit MLP in der Indien

Die ersten Wochen saß ich oft unbeschäftigt rum, musste ständig nach einer Aufgabe fragen und viel langweiliges Zeug lesen. Mittlerweile, nach über 4 Wochen, kann ich sagen, ich hab mich gut in die Materie eingearbeitet. Leider darf ich nichts Genaueres verraten, was ich hier mache, alles streng vertraulich! Nur soviel, ich teste eine neue Software, die bald auf den Markt kommt, messe ihre Leistung hinsichtlich Antwortzeiten und übertragener Datenmenge.

Das Aufregende diese Woche war, dass ein Manager aus Deutschland und einer aus Shanghai in Bangalore waren, um mit unserem Team ‘Extreme-Testing’ zu machen. Das heißt, wir saßen zu fünft mit zwei Laptops und einem Beamer jeden Tag von 9 bis 18 Uhr in einem Meetingraum und haben verschiedenste Funktionalitäten getestet und durchgesprochen. Das war sehr interessant und ich habe eine Menge über den Softwareentwicklungsprozess gelernt.
Außerdem hatte ich in vier Tagen 10 Meetings. Diese sind sehr unterhaltsam hier in Indien, kein bisschen steif und es wird sehr viel gelacht, aber auch produktiv gearbeitet. Ich bin immer wieder überrascht, wie die Inder es schaffen, eine gute Balance zwischen Lockerheit und Ernsthaftigkeit zu finden.

Team Outbound

Stipendium für Bangalore – MLP AG

Stipendium für Bangalore – MLP AG

Letztes Wochenende haben wir es uns gut gehen lassen, meine Kollegen und ich. Ausnahmsweise war ich mal nur mit Indern unterwegs. Am Donnerstag ging es los zur ‘Team Outbound Activity’. Mittags wartete ein Bus auf unser gesamtes Team, einschließlich der zwei Manager und dem Vice President unserer Abteilung. Ich fühlte mich wie auf Klassenfahrt, im Bus wurden Spiele gespielt und rumgeblödelt. Unser Ziel war das ‘Golden Palm Resort’, gelegen im Nordwesten Bangalores, eine Stunde Fahrt von SAP Labs in Whitefield entfernt. Eine riesengroße Hotelanlage mit Palmen und atemberaubender Poolanlage erwarteten mein Team und mich dort. Tagsüber standen Aktivitäten wie Team- und Planungsspiele auf dem Programm, bei denen wir immer im Nachhinein analysierten, was wir jetzt in Bezug auf die Arbeit gelernt hatten. Abends wurde gemütlich bei einem Bier zusammen gesessen und zu späterer Stunde auch getanzt. Nach dem Wochenende wusste ich endlich alle Namen meines Teams und war froh, bei dieser Gelegenheit alle etwas näher kennen gelernt zu haben.

Auslandspraktikum in der Indien – Stipendienprogramm von MLP

Auslandspraktikum in der Indien – Stipendienprogramm von MLP

Mangalore und Udupi

Der nächste Wochenendausflug ging nun endlich mal ans Meer. Unser Ziel war Mangalore an der Westküste. Morgens um 6.30 warf der Bus uns mitten in dieser kleinen Hafenstadt raus. Noch im Halbschlaf, ohne zu wissen, wo wir eigentlich hin wollten, standen wir da in dieser noch tief schlafenden, uns völlig fremden Stadt. Was nun? Erst mal einen Chai (indischer Schwarztee mit Masala Gewürzen) trinken. Auf Anraten einer indischen Freundin aus Bangalore führte uns unser Weg als nächstes nach Udupi. Das liegt knapp 50 km nördlich von Mangalore. Der ‘Express’ Bus, den wir nahmen, war ein weiteres Abenteuer! Oder viel mehr die Straßen. Man wurde durchgeschüttelt, bis man nicht mehr wusste, wo oben und unten war und trotzdem habe ich es irgendwie geschafft einzuschlafen…

Praktikum in Bangalore – MLP Programm für Auslandspraktikumsplätze

Praktikum in Bangalore – MLP Programm für Auslandspraktikumsplätze

Der Strand in Udupi war ein Traum! Langsam wurde es auch wärmer, wenn auch der Himmel noch sehr bewölkt war. Mit viel Glück fanden wir ein Gästehaus direkt am Strand. Wir mieteten ein kleines Apartment mit zwei Schlafzimmern und einer großen Terrasse mit Blick aufs Meer.

Den restlichen Tag verbrachten wir am Strand, waren schwimmen und spielten Frisbee. Wir hatten den Strand komplett für uns allein, dank ‘Off-Season’ waren keine anderen Touristen weit und breit.

Als mir im Januar in Wiesloch von MLP zum Stipendium für ein Praktikum bei SAP Labs India gratuliert wurde, konnte ich mein Glück kaum begreifen. Doch als das Abenteuer am 29.Juni dann wirklich begann, war ich schon etwas nervös. Was würde mich erwarten in dem neuen Land? Wie würde die Arbeit werden? Würde ich nette Leute treffen? Ich hatte viel über Indien gehört und gelesen, was mich jedoch wirklich dort erwartete, konnte ich mir zu dem Zeitpunkt einfach noch nicht vorstellen. Doch alle meine Sorgen sollten sich als überflüssig herausstellen…

Ziel meiner Reise war Bangalore. Es ist mit etwa 6.5 Millionen Einwohner die drittgrößte Stadt Indiens und wird auch Indiens „Silicon Valley“ genannt, da sich mittlerweile enorm viele IT Unternehmer hier niedergelassen haben, darunter auch der weltgrößte Hersteller für Unternehmenssoftware SAP. In Bangalore arbeiten 150.000 IT-Experten, stolze 3.500 Mitarbeiter bei SAP Labs India. Bald sollte ich eine von ihnen sein. Ihr könnt Euch vorstellen, wie aufgeregt ich war.

1. und 2. Arbeitswoche

Nachdem ich Freitag Nacht ankam und ins Gästehaus von SAP gebracht wurde, lernte ich Samstag sofort andere SAP Praktikanten kennen, die mir alles gezeigt haben und auch gleich mitgenommen haben, Bangalores Nightlife kennen zu lernen.

Auch an meinem ersten Arbeitstag hatte ich dank ihnen kein Problem, das richtige Shuttle zum SAP Campus zu finden. Bis ich dann jedoch meinen Manager gefunden hatte und einem Arbeitsplatz zugewiesen wurde, dauerte seine Zeit. Ich merkte schon, in Indien ticken die Uhren anders. Im Laufe der Woche bekam ich meine User-ID und Zugriff aufs System. Doch zu tun gab’s noch nicht viel. Nach Gesprächen mit dem Vice President meiner Abteilung „Development & Breakthrough Innovations“ und meiner Managerin war klar, ich sollte mich erst einmal in das Projekt einarbeiten, an dem mein Team zur Zeit arbeitete. Also bekam ich eine Menge zu Lesen. Zusammen mit einer indischen Praktikantin begann ich dann eine neu entwickelte Software von SAP kennen zu lernen und ihre Funktionalitäten zu verstehen.

Delhi

Reisen - Praktikum in Bangalore - MLP Programm für internationale Praktika Join the best

Reisen - Praktikum in Bangalore - MLP Programm für internationale Praktika Join the best

Mein erster Wochenendausflug ging gleich ans andere Ende Indiens, nämlich in den hohen Norden. Ich flog mit drei deutschen Kollegen nach Delhi, um von dort aus das berühmte ‚Golden Triangle’ abzufahren. Erst ging es über Nacht nach Agra, um dort den Sonnenaufgang am Taj Mahal zu genießen. Danach fuhren wir weiter nach Rajasthan in Hauptstadt Jaipur. Dort fühlte man sich teilweise 100 Jahre zurück versetzt. Man traf allerlei Tiere auf der Strasse, nicht nur Kühe, sondern auch Schweine, Hennen und Hunde. Auch der Verkehr bestand hier nicht nur aus hupenden Rikshaws, sondern auch aus Elefanten, Eseln und Kamelen. Die indischen Kinder sind einmalig. Wenn sie „Weiße“ sehen, sind sie total fasziniert. Ganz stolz versuchen sie ihre wenigen Englischen Sätze aus, wie „Hello Madam“, „Whats your name“, „What’s your country?“. Dann freuen sie sich riesig wenn du ihnen die Hand schüttelst. Und das allergrößte für sie ist, wenn du ein Foto von ihnen schießt, dass sie sich dann nachher auf dem Display der Kamera anschauen dürfen. Unglaublich, wie fröhlich und unbeschwert sie unter ärmsten Verhältnissen leben!

Zurück in Delhi waren wir wieder verwundert, wie modern Indien auch sein kann. Intakte Straßen, neue Bürokomplexe und einigermaßen saubere Luft. In Delhi fahren nämlich alle Busse schadstofffrei und anstatt der Auto-Rikshaws gibts hier nur Fahrrad-Rikshaws.

Was eigentlich mehr als eine Woche dauern sollte, haben wir uns in 3 Tagen angeschaut. Deswegen saßen wir alle mehr oder weniger fit am Dienstag morgen wieder an unserem Arbeitsplatz, noch total beflügelt von den gesammelten Eindrücken.

Auslandsstipendium Bangalore – MLP Praktikantenprogramm Join the best

In meiner 4. und 5. Arbeitswoche hat sich meine Forschung im Bereich der Service-Orientierten Architektur fortgesetzt. Es haben sich inzwischen einige Ansatzpunkte herausgefiltert, die ich weiter verfolgt habe. Außerdem war ich wieder mit vielen anderen SAP’lern zu diesem Thema im Gespräch. Zusätzlich habe ich noch ein zweites sehr interessantes Projekt zugewiesen bekommen. Am Wochenende habe ich mich mit den anderen SAP-Praktikanten getroffen und wir haben zusammen Abendbrot gegessen und ewig gequatscht.

Adventure Goa

Praktikum Hendrik Müller – Stipendiat MLP Join the best

Praktikum Hendrik Müller – Stipendiat MLP Join the best

Das Abenteuer Goa begann schon 3 Tage vor dem eigentlichen Abflug – unser Flug nach Goa wurde abgesagt. Zum Glück gab es aber die Möglichkeit kostenlos auf einen anderen ein paar Stunden eher umzubuchen. Kurz vor Abflug am Donnerstag wurde dieser Flug dann allerdings wieder nach hinten verschoben und wir sind doch nahe der ursprünglich geplanten Zeit gestartet. Mit der Air Deccan Propellermaschine in Goa angekommen, begaben wir uns nach Panjim, der Hauptstadt von Goa. Dort haben wir nach ein paar Verhandlungen 2 Motorräder für 500 Rupien (also 10 Euro) pro Tag ausgeliehen, mit denen wir die kommenden 4 Tage quer durch Goa fahren wollten.

Das Abenteuer konnte also beginnen. Nach einem entspannten Croissant-Frühstück und einer kurzen Standrundfahrt durch Panjim sind wir zeitig aufgebrochen um nach Mapusa zum Wochenmarkt zu kommen. Endlich konnten wir unsere Motorräder richtig nutzen und uns in den indischen Verkehr stürzen. Schon nach kurzer Zeit hat man sich ans Fahren ohne Helm, Hupen, Links- und Rechtsüberholen und die Kühe auf der Strasse gewöhnt. Da wir (für indische Verhältnisse) hoch motorisierte Maschinen hatten, konnten wir natürlich an allen vorbeiziehen.

In den Menschenmassen des Marktes angekommen, wollte natürlich jeder seine Waren an uns Weiße loswerden. Uns wurden Hemden, T-Shirts, Kissen, Bettbezüge, Gemälde, Früchte, … angeboten. Nach ca. 3 Stunden sind wir weiter Richtung Norden aufgebrochen. Am verlassenen Asvem Beach checkten wir sofort in ein Strandhäuschen ein (10 Euro für eine Nacht für drei Personen) – Palmen, Blick aufs Meer und keine Menschenseele.

Kurz nachdem wir uns an das Paradies gewöhnt hatten, klingelte auch schon mein Handy und die Fluggesellschaft, Air Deccan, war am Apparat. Es wurde verkündet, dass unser Rückflug von Goa nach Bangalore ersatzlos abgesagt wurde. Klang erstmal nicht schlecht, schließlich bleibt man gern länger in so einer Gegend. Leider würden unsere Manager bei SAP da sicher anderer Meinung sein und wir suchten nach anderen Möglichkeiten. Nach langem Hin und Her war uns klar, dass uns nur noch eine Rückfahrt mit einem Bus übrig bleibt. Wie auch immer, es ging wieder auf die Motorräder um die Nordspitze von Goa zu erreichen. Wir fuhren durch Wälder, vorbei an kleinen Dörfern, mit einer Fähre über einen Fluss, … und erreichten eine zum Hotel umgebaute Burg (die Besitzerin war eine Deutsche) – Übernachtungskosten für die Suite knapp 200 Euro. Dort genossen wir einen kleinen erfrischenden Drink und ergötzen uns an der Aussicht über den Küstenstreifen.

Am Abend fuhren wir ins 30km entfernte Baga, haben uns am Strand ein Restaurant gesucht und Riesengarnelen (8 Euro) gegessen. Danach ging’s noch in zwei der bekanntesten Clubs in Goa – Tito’s und Mambo. Da wir 22 Uhr noch etwas zeitig dran waren (wir sind ja an das Partyleben in Bangalore gewöhnt, wo alles schon 23 Uhr schließt) und nach ein paar Verhandlungen mit den Türstehern bekamen wir die Stempel einfach so auf den Arm und mussten keinen Eintritt bezahlen – da hatte jeder gleich 20 Euro gespart! Vorm Schlafengehen in unserer Strandhütte sind wir zur Abkühlung noch mal ins Meer gesprungen. Am nächsten Morgen fuhren wir wieder gen Süden um uns Old Goa anzusehen. Dort war der portugiesische Einfluss deutlich zu spüren. Es gab über 10 große Kirchen in kurzer Entfernung, aber absolut keine Wohngebäude.

Nach einem Abstecher ins Landesinnere und weiteren zwei Stunden Fahrt über Berge und durch zahlreiche kleine Dörfer haben wir nach ständigem Fragen nach dem Weg das Capo da Rama erreicht, eine nicht mehr vorhandene Burg an der Steilküste zum arabischen Ozean. Wie auch immer, wir genossen nach einem anstrengenden Tag, an dem wir über 150km auf dem Motorrad zurückgelegt hatten, den Sonnenuntergang:

Stipendium Auslandspraktikum – Join the best – Eine Initiative von MLP

Stipendium Auslandspraktikum – Join the best – Eine Initiative von MLP

Im Dunkeln ging die Fahrt weiter südlich nach Agonda Beach. Dort fuhren wir so lange am Strand entlang, bis wir eine schöne Unterkunft gefunden hatten. Für 6 Euro konnten wir direkt am Strand in einer kleinen Hütte übernachten. Natürlich sind wir vorm Schlafen noch mal ins Meer gesprungen. Am Morgen danach waren wir dann leicht überwältigt von unserer schönen Hütte und dem verlassenen Strand:

Wir ließen unsere Rucksäcke für den Tag bei der netten Familie, die die Hütten vermieteten und brachen zu einem Nationalpark weiter südlich auf. Dort angekommen, erschrocken von den ganzen Tieren (Kobras, Bisons, Tiger, …), die auf den Bildern im Checkpost zu sehen waren und sich im Park aufhalten sollten, fuhren wir langsam in den Park hinein. Wir hatten eine Karte bekommen, die aber überhaupt nicht mit den Gegebenheiten übereinstimmte. Nach gar nicht so langer Zeit hatten wir uns auch schon verfahren und waren im dichten Wald. Der Ausflug wurde also zum Motocross-Abenteuer!!! Es ging durchs Flussbett, quer über ausgetrocknete Reisfelder, über Wurzeln, vorbei an brennenden Waldteilen, Wasserbüffeln, Uhus und Affen, die sich an den Lianen entlang schwingen. Irgendwann trafen wir auf ein paar kleine Strohhütten, deren Bewohner wir gleich versuchten nach dem Weg zu fragen. Leider schauten sie uns so an, als hätten sie das erste Mal andere Menschen und erstrecht eine Karte gesehen. Also mussten wir uns weiter nach dem Stand der Sonne richten und erreichten nach circa 3 Stunden Abenteuer die Zivilisation.
Unsere Fahrt ging weiter nach Palolem Beach, einem der bekanntesten Strände in Goa. Das war sofort bestätigt, als man die vielen Weißen sah. Das war also nicht gerade das, was wir gesucht hatten und damit brachen wir auf um unsere Taschen in Agonda Beach abzuholen und wieder Richtung Norden zu fahren. Nach kurzer Zeit ging mir aber das Benzin aus und ich musste auf Reserve schalten. Nur wo findet man in diesen Dörfern eine Tankstelle? Kurz fragen und schon bekamen wir eine Adresse, wo ich tanken konnte. Leider gab es an der besagten Stelle keine Tankstelle, also wieder fragen. Es stellte sich heraus, dass ich genau richtig war. Der Inhaber der kleinen Verkaufsbude brachte 3 Wasserflaschen mit Benzin gefüllt an und betankte mein Motorrad. Ich drückte ihm 1 Euro pro Flasche in die Hand und weiter ging’s.

Wir fuhren also weiter nördlich um noch vor der Dunkelheit Colva, eine andere bekannte Strand-Stadt, zu erreichen. Da es wieder viele Straßen gab, die auf der Karte nicht eingezeichnet waren und Wegweiser fehlten, haben wir nacheinander alle Abzweigungen probiert bis wir die richtige Strasse gefunden hatten. Dabei kamen wir zum Beispiel an einem Feld vorbei, auf dem Fische getrocknet wurden und Vögel und Kühe sich eine kleine Mahlzeit gönnten. Zurück an der Küste fuhren wir durch kleine Fischerdörfer bis wir mit einer Fähre über einen Fluss übersetzen mussten. Leider wurde es nun schon dunkel und wir erreichten Colva gegen 20 Uhr. Wir konnten also nicht nach einer schönen Unterkunft suchen und haben uns schnell in einem kleinen Ressort eingemietet. Nach einer schnellen Dusche sind wir wieder zum Strand und haben in einem der Restaurants Hummer gegessen – schließlich darf man sich das bei den Preisen (7 Euro) nicht entgehen lassen.

Am Montagmorgen fuhren wir dann zurück nach Panjim um dort einen Bus zu bekommen. Entgegen aller Erwartungen waren alle privaten Busse voll. Offiziell waren nicht einmal die unklimatisierten und langsamen staatlichen Busse verfügbar. Wir hatten doch noch Glück und bekamen Tickets für eine Nachtfahrt von Goa nach Bangalore. Für die 600km waren wir nun mit dem Bus für 18 Stunden unterwegs: An steilen Anstiegen blieb der Bus fast stehen und es schmiss uns im Bus aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse hin und her. Schlaf haben wir natürlich nicht viel bekommen. Meine Knie mit blauen Flecken nur so übersäht. Am Kopf hatte ich morgens außerdem eine Menge Beulen, da ich im Halbschlaf immer wieder gegen die Fensterrahmen geknallt bin. Angekommen in Bangalore, haben wir uns mit einer Rikscha schnell nach Hause fahren lassen, haben geduscht und erreichten das Büro pünktlich zum Mittagessen am Dienstag.

Join the best Stipendienprogramm von MLP

In meiner zweiten Arbeitswoche hab ich wieder meine gewohnten Arbeitszeiten angenommen, d.h. ich bin jeden Morgen um 7 Uhr bei der Arbeit und bleibe bis 19 Uhr oder 20.30 Uhr. Diese Woche habe ich viel gelesen, um mehr über Serviceorientierte Architekturen herauszufinden. Außerdem habe ich mich mit meinem Manager getroffen um über eine genauere Aufgabe zu diskutieren. Noch haben wir nichts Konkretes gefunden, was sich aber hoffentlich in der nächsten Woche ändern wird. Inzwischen ist mein SAP-Telefon eingerichtet und ich hab auch Zutritt zu einigen Systemen bekommen. Außerdem konnte mein Name im SAP-System geändert werden, ich heiße jetzt nicht mehr “Muller”, sondern “Mueller”!

Dienstag, 28. März 2006: Meine Unterkunft

Auslandspraktikum Hendrik Müller – MLP-Stipendiat aus dem Programm Join the best

Auslandspraktikum Hendrik Müller – MLP-Stipendiat aus dem Programm Join the best

Nachdem ich mit dem Flieger direkt aus Frankfurt in Bangalore eingetroffen bin, wurde ich am Flughafen mit einem netten Schild “Welcome Hendrik Mueller at SAP Labs” abgeholt und in meine Unterkunft gebracht. Meine Wohnung ist in der 5. Etage eines riesigen Wohnkomplexes mit über 900 Wohnungen und damit um die 5000 Bewohner. Im Innenhof ist ein Tennis- und ein Badmintonplatz und ein Pool in einem schön angelegten Park. Leider ist der Diamond District – das ist der Name des Wohnkomplexes – nur ca. 3km vom Flughafen entfernt und man wird dadurch immer mal wieder von einem Flugzeug aufgeschreckt. Die Wohnung ist so eine Art WG, dessen Zimmer aber wie in einem Hotel kurz- oder etwas längerfristig vermietet werden; deshalb wechseln also ständig meine Mitbewohner :-( ! Trotz dass einige Dinge verbesserungswürdig sind, ist die Unterkunft ganz akzeptabel und für indische Standards top.

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