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Einträge mit Tag: “Genf Auslandspraktikum”.

Nach nur knapp zwei Stunden Nettoflugzeit kann ich kurz vor der Landung einen Blick auf Genf erhaschen – beeindruckend! Der Genfer See erstreckt sich herrlich zur Linken, Berge erheben sich zur Rechten. Ein toller Anblick!

Da bin ich nun – in der viertteuersten Stadt der Welt. Davon ist in dem Linienbus – ein älteres Modell – zunächst noch nichts zu spüren. Doch das herrliche Sommerwetter, mit dem ich empfangen werde, entschädigt für alles. Am Abend erreiche ich mein Studio-Appartement, in dem ich die folgenden drei Monate verbringen würde.

Auslandspraktikum in Genf – Stipendienprogramm von MLP

Genf ist eine Mischung aus kleinerer Großstadt und Weltmetropole. Eine Mischung, die ich während meines Praktikums sehr zu schätzen gelernt habe. Als European Headquarter der UN bietet Genf sämtlichen Nationen dieser Welt ein Zuhause. Diese Internationalität erfahre ich dann auch im täglichen Leben. Die Menschen hier sind weltoffen und international. Umschlungen von der schweizerisch-französischen Grenze ist Genf jedoch auch eine sehr französisch geprägte Stadt.

Das genialste an Genf ist die geographische Lage. Den Genfer See vor der Haustür, der “Hausberg” nur 15 Minuten Busfahrt entfernt, Frankreich und Italien im Eiltempo zu erreichen – da bleiben kaum Wünsche offen. Lake Parade (eine Art “Love-Parade”) am ersten Wochenende, am zweiten dann zum Rafting nach Frankreich, Jazz Festival in Montreux nur eine weitere Woche später. Ein Highlight jagt das nächste. Ganz besondere Momente sind der Ausblick vom “Hausberg” auf den Mont Blanc, den immerhin höchsten Berg Europas, oder der Blick auf Grenoble in Frankreich aus fast 3000 Metern Höhe. Unvergesslich!

All diese unvergesslichen Momente durfte ich mit neuen Freunden teilen, die ich in den drei Monaten Praktikum kennengelernt habe. Viele von Ihnen sind ebenfalls P&G-Praktikanten und kommen aus aller Herren Länder. Dadurch, dass wir alle im selben Gebäude wohnen, können wir enge Kontakte knüpfen und viel gemeinsam unternehmen. Die Abschiede sind traurige Momente, doch die Wiedersehen sind schon geplant.

Die Problematik bestand nun darin, dass Actonel’s Erfolgsstory ein absehbares Ende haben wird. Auf der einen Seite haben sich in den letzten 2-3 Jahren neue Wettbewerber erfolgreich am Markt positionieren können und auf der anderen Seite läuft das Patent der Marke (bzw. des Medikaments) in 3 Jahren aus. Und spätestens dann werden Marktanteile und Umsatz aufgrund vom Markteintritt verschiedenster Generika rapide einbrechen. Meine beiden Hauptprojekte drehten sich also darum, zum einen anhand von Benchmark-Analysen die Auswirkungen des Eintritts von Generika im Markt abzuschätzen und Empfehlungen abzugeben, mit welchen Maßnahmen Actonel diesen Effekten entgegen wirken kann und zum anderen den Wettbewerbsdruck seitens der neuen Konkurrenzmarken einzuschätzen und daraus Implikationen für Actonel’s Investmentstrategie abzuleiten. Der Umfang der Analysen umfasste insgesamt 11 Länder in Europa.

Auslandspraktikum Schweiz – MLP Stipendienprogramm

Auslandspraktikum Schweiz – MLP Stipendienprogramm

Die Ergebnisse meiner Arbeit durfte ich jeweils in den so genannten “Bone Team Meetings” des Actonel Brand Teams präsentieren. Solche Brand Teams sind mit Leuten aus verschiedensten Funktionen (Marketing, Finance, Vertrieb etc.) besetzt, die alle für eine bestimmte Marke arbeiten. Im Rahmen des Brand Teams war es die Rolle des Financial Analyst, den Brand Manager in seinen Entscheidungen zu beraten und zu lenken. Grundlage für die Empfehlungen waren immer zahlen- und datenbasierte Analysen mit internen und externen Daten. Ich war sehr positiv überrascht, als ich merkte, dass meine Analysen umgehend vom Brand Manager in seiner täglichen Arbeit eingesetzt wurden und teilweise auch dazu geführt haben, dass die Investmentstrategien in manchen Ländern korrigiert wurden. Man merkt also schnell, dass Praktikanten bei P&G keine operativ unterstützende Arbeit leisten, sondern – ganz im Gegenteil – eigenverantwortliche Projekte führen, die auch ernst genommen und anerkannt werden.

Join the best – Das internationale Praktikumsprogramm von MLP

Im Rahmen meines Praktikums wurde ich die ersten Tage ausgezeichnet von meinem Projektcoach betreut. Er stand jederzeit für Fragen zur Verfügung und nahm sich gerade am Anfang viel Zeit, um mich mit den Strukturen, Prozessen und Verantwortlichkeiten vertraut zu machen. Dies erleichterte mir die Arbeit ungemein. Daneben stand im Mittelpunkt der ersten beiden Wochen die sinnvolle Eingrenzung meines Projektes, die Festsetzung von Zielen und die Aufstellung eines Ablaufplans. Diese Aufgabe erledigte ich mit Unterstützung meines Coaches in Eigenverantwortung. Die Frage, was ich in den nächsten drei Monaten erreichen möchte, selber zu beantworten, stellte einerseits eine ungeheure Motivation dar, andererseits half es mir sehr, einen Überblick über mein Projekt und die in mich gesetzten Erwartungen zu bekommen. Daneben wurde ich in persönlichen Meetings oder Telefonkonferenzen nach und nach denjenigen vorgestellt, die mich bei meiner Arbeit unterstützen sollten. Dieses Netzwerk quer durch alle Funktionen von Finance über R&D bis hin zu Marketing verteilt über verschiedene Standorte in Europa und den USA stellte sich als ausgesprochen hilfreich heraus. Dabei gewann ich einen guten Eindruck von der Größe und Internationalität des Unternehmens. Ein prägendes Erlebnis in diesem Zusammenhang war meine verzweifelte Suche nach dem Büro eines meiner wichtigsten R&D Kontakte, um schließlich herauszufinden, dass sich dieses in Brüssel befindet und ich vielleicht doch lieber zum Telefonhörer greifen sollte. Als mir ein Kollege dann noch die Intranetseite mit Erklärungen für die zahlreichen Abkürzungen zeigte, konnten mich diese auch nicht mehr schocken und nach ein paar Tagen konnte ich anfangen, sie selber ausgiebig zu nutzen.

Join the best – Das internationale Praktikumsprogramm von MLP

Nach dieser kurzen Erkundungsphase stand dann an meinem ersten Arbeitstag um 9:00 Uhr die Verabredung mit der Verantwortlichen der Personalabteilung zum HR onboarding. Dort bekam ich neben einer kurzen Einweisung meinen Firmenausweis, meinen Buspass, mein Telefon und meinen Laptop. Vollbeladen wurde ich schließlich von meiner Managerin in der Lobby abgeholt, die mich meinem Team vorstellte und mir meinen Schreibtisch zeigte. Die nächsten drei Monate sollte ich in der Business Unit Western Europe Fabric Care als Financial Analyst verbringen und dort in erster Linie an einer Wettbewerberanalyse arbeiten. Im Laufe der ersten Tage lernte ich dann auch noch die anderen Praktikanten kennen und fand heraus, dass wir alle im gleichen Apartmentkomplex untergebracht waren, was die spontane Freizeitgestaltung ungeheim vereinfachen sollte.

Nach dem lockeren Beauty Event der ersten Tage musste ja irgendwann meine wahre Arbeit auch mal beginnen: Bei meiner ersten Ankunft in meiner Abteilung wurde ich sofort mit Laptop und Telefon ausgestattet, anschließend allen Mitarbeitern aus meiner Business Unit vorgestellt und war sehr erfreut, direkt von allen Seiten zu hören, dass Fragen allgemein sehr willkommen seien. Ich bekam ein erstes on-boarding von meinem Vorgesetzen, in dem mir meine Aufgaben und Verantwortungen für die nächsten 10 Wochen vorgestellt wurden. Einerseits freute es mich sehr zu erfahren, welche persönlichen Gestaltungsfreiräume mir überlassen werden, andererseits löste die große Verantwortung, die ich für mein Projekt trage, schon ein mulmiges Gefühl aus. Meine Aufgabe besteht im großen und ganzen darin, einen bestimmten Teil des Budgets der Global Business Unit Family Care zu analysieren, mit dem Ziel, die Budgetausgaben sowohl effizienter, als auch effektiver zu machen. Dabei geht es um drei bekannte Marken und die Länder Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Großbritannien. Mein vorgegebener Trainingsplan legte fest, von wem ich in welchem Zeitraum ein on-boarding bekommen sollte. Diese on-boardings waren sehr hilfreich, da ich schon einen Überblick über den Umfang meines Projektes gewann und auch die erste Gelegenheit hatte, die anderen Mitarbeiter etwas näher persönlich kennenzulernen.

Praktikum Genf - MLP Stipendienprogramm Join the best

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Ich kann nicht verleugnen mich in der ersten Woche etwas von all den Informationen erschlagen gefühlt zu haben und war enorm froh, als ich hörte, dass ich nicht der einzige Praktikant mit diesem oder ähnlichen Problemen war. Anfangs fand ich es fraglich, ob es sinnvoll war, einen Praktikanten mit einer Aufgabe zu beauftragen, welche meiner damaligen Ansicht nach eigentlich nur mit Erfolg zu lösen ist, wenn man sich mit den Produkten, Prozessen und Zuständigkeiten sehr gut auskennt. Noch nie vorher hatte ich mich damit befasst, aus wievielen Lagen ein bestimmtes Küchentuch besteht, hatte keine Ahnung in wie vielen Ländern P&G Fabriken mit welchen Produktionskapazitäten betreibt oder wer welcher Experte für einen bestimmten Fertigungsprozess ist. Wieso überträgt man diese Aufgabe nicht an jemanden, der die Firma schon gut kennt, mit den Prozessen vertraut ist und vor allem über das persönliche Netzwerk verfügt, in dem er schnell erkennt, durch wen er an welche Informationen gelangt? Im Endeffekt hatte ich jedoch recht schnell erkannt, dass diese Aufgabe für mich eine große Chance war, innerhalb von kurzer Zeit über die Firma P&G, ihre Produkte, und die internenen Prozesse mehr zu erfahren und außerdem viele P&G Kollegen aus ganz Europa kennenzulernen.

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