Meine Suche nach dem Unterschied – Bericht über ein Auslandspraktikum in den USA

MLP Programm für Auslandspraktika
Mein tägliches Leben in den USA hatte mich vor einige Herausforderungen gestellt: das chlorierte Leitungswasser war ungenießbar und der nächste Supermarkt ohne Bus oder Auto aufgrund der großen Entfernungen nicht zu erreichen, aber günstiges Essengehen und Shoppen vertrösteten um diese Unannehmlichkeiten. Gut, das alles hatte ich schon erwartet und ich wäre wohl enttäuscht gewesen, hätte ich das deutsche Lebensmittelangebot in den Supermärkten vorgefunden. Aber mit etwas Recherche findet man in den World-Markets die deutsche Lieblingsschokolade oder Mineralwasser mit Kohlensäure – alles wie zu Hause! Doch die Menschen, welche ich während meinem Aufenthalt kennen gelernt habe, entsprachen nicht meiner angelegten Schablone, die sich durch Eindrücke aus den Medien oder von Freunden vor meiner Abreise in meinem Kopf geformt hatte. Zumindest im demokratischen Speckgürtel um Washington haben die Amerikaner eine sehr hohe Allgemeinbildung (und finden auch ihr eigenes Land auf dem Globus) und sind auch an tiefgehenden Konversationen und Kontakten interessiert (und damit nicht oberflächlich). Auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft habe ich so noch in keinem anderen Land erlebt. Viele Amerikaner waren auch bereits in Europa und haben ein sehr differenziertes Bild von den einzelnen europäischen Ländern und besonders von Deutschland, da viele Amerikaner deutsche Vorfahren haben oder ihre Angehörige in Deutschland stationiert waren oder sind. Aber verständlicherweise ist es schon ein Tiefschlag für einen Mainzer, wenn Wiesbaden (natürlich nur aufgrund seiner Militärbasis) bekannter ist als die eigene Heimatstadt!
Washington war besonders während den Wahlen im Spätherbst 2008 das Zentrum des weltweiten Interesses. Im Vergleich zu anderen Städten ist Washington eine raus geputzte und saubere Stadt, die vielen weißen Gebäude, welche mit antiken Elementen verziert sind, strahlen Reichtum und den typischen amerikanischen Patriotismus aus. Auch das Nachtleben in D.C. bietet viel, gute Locations findet man in den Vierteln Georgetown und Adams Morgan. Ich hätte es nicht gedacht, dass mein deutscher Akzent mir helfen würde schnell neue Bekanntschaften zu knüpfen, denn gerade die jungen Amerikaner sind sehr interessiert an „der alten Welt“.
Wird einem D.C. zu klein dann setzt man sich in den nächsten Bus nach New York, die Busunternehmen unterbieten sich dabei regelrecht in den Preisen, und nach einer gut vierstündigen Fahrt ist man in der vielleicht aufregendsten Stadt der Welt (in der ein anderer Join-the-best-Praktikant gerne Bett und Müsli bereitstellt).