P&G – Keine „normale“ Firma – Praktikum in Genf – MLP Programm für Auslandspraktikumsplätze
Da ich mittlerweile bereits mehrere Praktika absolviert habe, möchte ich an dieser Stelle Dinge hervorheben, die mir am Unternehmen Procter&Gamble besonders aufgefallen sind.
1) Das Unternehmen ist sehr dynamisch. Es gilt nicht nur für die Märkte, in denen P&G tätig ist, sondern auch intern für jeden Mitarbeiter. Eine Karriere ist mit konstanter Job-Rotation verbunden. Am Anfang dauert jedes Assignment 1,5 – 2 Jahre. Später wechselt man seinen Job alle 2-3 Jahre. Wechsel über Ländergrenzen hinweg und in andere, fremde Produktbereiche sind nicht nur möglich, sondern sogar erwünscht. Voraussetzung ist natürlich immer, dass auch entsprechend freie Stellen existieren, aber durch die regelmäßige Job-Rotation, kann man sich eigentlich sicher sein, dass immer irgendwo interessante Stellen frei werden.

Praktikum in Genf – MLP Programm für Auslandspraktikumsplätze
2) Bei P&G gilt das berühmte “Promote from within”-Prinzip. Das heißt, dass alle Führungspositionen aus dem Unternehmen heraus besetzt werden. Egal, wo und wie lange man davor gearbeitet hat, man steigt immer auf der untersten Stufe in der jeweiligen Funktion ein. Um aus einem New Hire aber den zukünftigen CEO zu machen, investiert P&G eine Menge in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Für Finance und Marketing Einsteiger gibt es z.B. jede Woche ein Lunch Training, bei denen nicht nur funktionale Themen, sondern auch organisatorische (z.B. Karriere, Zusammenarbeit mit anderen Funktionen und Ländergesellschaften) behandelt werden. Allgemein ist jeder zu solchen Trainings eingeladen, egal aus welcher Funktion er kommt. Wenn man diese Angebote nutzt, erhält man sehr schnell einen umfassenden Überblick über die ganze Firma und erfährt eine Menge interessante Dinge aus anderen Geschäftsbereichen. Daneben werden auch Vorträge von externen Referenten organisiert.
3) Man wird als Mitarbeiter und als Person respektiert und geschätzt. Egal ob es flexible Arbeitsmodelle, Sabbaticals oder Funktionswechsel sind, P&G versucht, den Interessen eines jeden Einzelnen soweit wie möglich nachzukommen. Ich selbst habe dies gemerkt, als ich mein Interesse für die Arbeit im Marketing geäußert habe. Mir wurde daraufhin ohne weiteres angeboten, mal einen Tag mit einem Assistant Brand Manager zu verbringen, damit ich mir selbst einen Einblick verschaffen konnte. Als dieser Schnuppertag letztlich zu meiner Entscheidung führte, im Falle eines Festeinstiegs ins Marketing zu gehen, wurde mir das keineswegs übel gekommen. Ganz im Gegenteil, mein Chef hat mich bis zuletzt dabei unterstützt, dass ich das tun kann, was mir am meisten Spaß bereitet.

MLP Programm für Auslandspraktika
4) Die tägliche Arbeit gestaltet sich sehr kollaborativ. Introvertierte Tüftler werden es wohl schwer in der Firma haben. Natürlich gibt es auch mal heiße Diskussionen (es geht letztlich um den wirtschaftlichen Erfolg), aber jede Meinung wird gehört und jeder soll sich innerhalb der Teammeetings nach seinem besten Wissen und Gewissen einbringen. Die Arbeitszeiten sind human und Ausnahmen hiervon in der Regel plan- und vorhersehbar. Neben der Work-Life-Balance wird auch „Diversity“ groß geschrieben. Während meines Praktikums habe ich zum Beispiel Menschen aus England, Kroatien, Italien, Schweiz, Frankreich, Holland, Philippinen, Ägypten, Portugal und Irland kennen lernen dürfen.
6) Obwohl man in seinem Job ziemlich viel Verantwortung übertragen bekommt, herrscht eine gewisse Lockerheit in der Firma. Selten habe ich ein verbissenes Gesicht durch die Flure rennen sehen. Zusammen Kaffee trinken gehen gehört genauso dazu wie das Vollstellen seines Schreibtischs mit Maskottchen oder den jeweiligen Produkten, für die man arbeitet. Teilweise war es schon sehr lustig, zu beobachten, mit welcher Leidenschaft ein Mensch über Hundefutter erzählen kann, selbst wenn er selbst nie ein Haustier besessen hat. Bei soviel Geselligkeit vergisst man aber schnell, dass manche dieser Leute täglich mit einem Millionen-Budget jonglieren und mit ihren Initiativen ganze Märkte verändern können (und teilweise auch müssen). Denn trotz der ganzen Lockerheit zählt am Ende des Tages die erbrachte Leistung und hinter der Leistung steckt in der Regel ziemlich viel Arbeit. Frohen Mutes Herausforderungen annehmen und nach Erfolg streben – dies charakterisiert wohl einen typischen Procterianer.











