Julia Mayer bei SAP in Bangalore – Stipendium für Indien – MLP AG
Als mir im Januar in Wiesloch von MLP zum Stipendium für ein Praktikum bei SAP Labs India gratuliert wurde, konnte ich mein Glück kaum begreifen. Doch als das Abenteuer am 29.Juni dann wirklich begann, war ich schon etwas nervös. Was würde mich erwarten in dem neuen Land? Wie würde die Arbeit werden? Würde ich nette Leute treffen? Ich hatte viel über Indien gehört und gelesen, was mich jedoch wirklich dort erwartete, konnte ich mir zu dem Zeitpunkt einfach noch nicht vorstellen. Doch alle meine Sorgen sollten sich als überflüssig herausstellen…
Ziel meiner Reise war Bangalore. Es ist mit etwa 6.5 Millionen Einwohner die drittgrößte Stadt Indiens und wird auch Indiens „Silicon Valley“ genannt, da sich mittlerweile enorm viele IT Unternehmer hier niedergelassen haben, darunter auch der weltgrößte Hersteller für Unternehmenssoftware SAP. In Bangalore arbeiten 150.000 IT-Experten, stolze 3.500 Mitarbeiter bei SAP Labs India. Bald sollte ich eine von ihnen sein. Ihr könnt Euch vorstellen, wie aufgeregt ich war.
1. und 2. Arbeitswoche
Nachdem ich Freitag Nacht ankam und ins Gästehaus von SAP gebracht wurde, lernte ich Samstag sofort andere SAP Praktikanten kennen, die mir alles gezeigt haben und auch gleich mitgenommen haben, Bangalores Nightlife kennen zu lernen.
Auch an meinem ersten Arbeitstag hatte ich dank ihnen kein Problem, das richtige Shuttle zum SAP Campus zu finden. Bis ich dann jedoch meinen Manager gefunden hatte und einem Arbeitsplatz zugewiesen wurde, dauerte seine Zeit. Ich merkte schon, in Indien ticken die Uhren anders. Im Laufe der Woche bekam ich meine User-ID und Zugriff aufs System. Doch zu tun gab’s noch nicht viel. Nach Gesprächen mit dem Vice President meiner Abteilung „Development & Breakthrough Innovations“ und meiner Managerin war klar, ich sollte mich erst einmal in das Projekt einarbeiten, an dem mein Team zur Zeit arbeitete. Also bekam ich eine Menge zu Lesen. Zusammen mit einer indischen Praktikantin begann ich dann eine neu entwickelte Software von SAP kennen zu lernen und ihre Funktionalitäten zu verstehen.
Delhi

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Mein erster Wochenendausflug ging gleich ans andere Ende Indiens, nämlich in den hohen Norden. Ich flog mit drei deutschen Kollegen nach Delhi, um von dort aus das berühmte ‚Golden Triangle’ abzufahren. Erst ging es über Nacht nach Agra, um dort den Sonnenaufgang am Taj Mahal zu genießen. Danach fuhren wir weiter nach Rajasthan in Hauptstadt Jaipur. Dort fühlte man sich teilweise 100 Jahre zurück versetzt. Man traf allerlei Tiere auf der Strasse, nicht nur Kühe, sondern auch Schweine, Hennen und Hunde. Auch der Verkehr bestand hier nicht nur aus hupenden Rikshaws, sondern auch aus Elefanten, Eseln und Kamelen. Die indischen Kinder sind einmalig. Wenn sie „Weiße“ sehen, sind sie total fasziniert. Ganz stolz versuchen sie ihre wenigen Englischen Sätze aus, wie „Hello Madam“, „Whats your name“, „What’s your country?“. Dann freuen sie sich riesig wenn du ihnen die Hand schüttelst. Und das allergrößte für sie ist, wenn du ein Foto von ihnen schießt, dass sie sich dann nachher auf dem Display der Kamera anschauen dürfen. Unglaublich, wie fröhlich und unbeschwert sie unter ärmsten Verhältnissen leben!
Zurück in Delhi waren wir wieder verwundert, wie modern Indien auch sein kann. Intakte Straßen, neue Bürokomplexe und einigermaßen saubere Luft. In Delhi fahren nämlich alle Busse schadstofffrei und anstatt der Auto-Rikshaws gibts hier nur Fahrrad-Rikshaws.
Was eigentlich mehr als eine Woche dauern sollte, haben wir uns in 3 Tagen angeschaut. Deswegen saßen wir alle mehr oder weniger fit am Dienstag morgen wieder an unserem Arbeitsplatz, noch total beflügelt von den gesammelten Eindrücken.




