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Am Montag sind die neuen Halterungen für die Seitenklappen gekommen. Eigentlich sollten vorerst nur 25 Teile vom Zulieferer hergestellt werden, damit vor Einführung in die Produktion sichergestellt werden kann, dass die neue Konstruktion alle Ansprüche erfüllt. Allerdings sind gleich über 200 Teile geliefert worden. Generell hat man hier öfter mit der Einstellung der Zulieferer und der Kommunikation untereinander zu kämpfen. Schlussendlich funktioniert es aber, irgendwie. Die neuen Halterungen sind mittlerweile auch im Einsatz und funktionieren wie erwartet und erhofft. Bevor es allerdings soweit war, mussten die zuständigen Schweißer persönlich von mir instruiert werden. Leider kommt es noch häufig vor, dass die aktualisierten technischen Zeichnungen von den Mitarbeitern in der Produktion unbeachtet bleiben. Somit ist der sicherste Weg, die letzten Änderungen an der jeweiligen Konstruktion auch persönlich mit dem Auszuführenden durchzusprechen.

Des Weiteren habe ich in dieser Woche angefangen mit dem CAD-Programm INVENTOR zu arbeiten. Neben CATIA und der Dokumentationssoftware MAGIC somit die dritte Software, die ich verwende. Nach kurzem Lehrgang durch meinen Kollegen hab ich mich auf eigene Faust mit der Software vertraut gemacht. Generell lässt sich feststellen, dass INVENTOR schneller zu erlernen und einfacher zu bedienen ist. Spätestens bei komplexen Modellen (z.B. Flächenmodelle mit unterschiedlichen Krümmungen) muss allerdings wieder auf CATIA zurückgegriffen werden.

Am Samstag war ich in Johannesburg City bei einem Streetball Turnier mit anschließendem Hip-Hop-Battle. Wo Basketball ist, ist natürlich auch Hip-Hop. Auf der Heimfahrt hatten wir dann einen Reifenplatzer auf dem Highway. Und ich durfte feststellen, dass wir weder Ersatzreifen noch Warndreieck dabei hatten. Den Ersatzreifen bekamen wir von Freunden, die uns glücklicherweise gefolgt sind. Das Warndreieck ist in Südafrika nicht vorgeschrieben, was ich absolut nicht nachvollziehen kann. Am Sonntag gab es auf den Straßen von Sandton City (Südafrikas Beverly Hills) das große Renault F1 Event. Hauptattraktion war der Renault Formel 1 Wagen, welcher mit Giancarlo Fisichella hinterm Steuer und knapp 300 Sachen an uns vorbei schoss. Ziemlich beeindruckend.

Die nächste Woche verbrachte ich zu Beginn an der INVENTOR Workstation. Die Modellierung der Luftfilter-Seitenklappe nach speziellem Kundenwunsch war eine gute Aufgabe, um getreu dem Motto „learning by doing“ mit der Software vertraut zu werden. Die Änderung der Seitenklappe erforderte insgesamt vier neue Zeichnungen: Das Plattenelement, die Schweißverbindung, der komplette Zusammenbau und die Installation.

Am Dienstagabend haben wir „The Lion King“ (Der König der Löwen) im neuen Musicaltheater besucht. Die Geschichte kannten wir zwar schon vom Kinofilm, trotzdem hat sich der Besuch schon allein von der Musik, dem Gesang und den Kostümen gelohnt.

Am Mittwoch bekam ich eine neue Aufgabe vom Manager der Ingenieurabteilung. Ein Kunde hat Busse mit diversen Abweichungen zur Standardkonstruktion bestellt. Nun sollten die Materiallisten und technischen Zeichnungen zu all diesen kundenspezifischen Änderungen in einem Ordner zusammengetragen werden. Eine Aufgabe, die nur durch viel Recherche erledigt werden kann. Allerdings kann ich nun behaupten, dass ich einen sehr guten Überblick über das komplette Projekt habe, was mich bei diversen Gesprächen nicht mehr nur zum Zuhörer sondern mittlerweile zum Mitredner macht.

Am Freitag war großer Umzug. Unser komplettes Team ist in das Erdgeschoss gewandert. Einige Wände wurden eingerissen, sodass nun Design, Dokumentation und Logistik in einem Großraumbüro sitzen. Insgesamt 14 Personen. Ziel dieser Aktion ist es, die Kommunikation der Abteilungen untereinander zu verbessern. Neben stehend bin ich an meinem nun ehemaligen Arbeitsplatz zu sehen.

Am Sonntag besuchten wir „Cars in the Park“, ein riesiges Autofestival auf einer Rennstrecke nahe Pretoria, bei dem jeder seinen besonderen Privatwagen zur Schau stellen darf. Oldtimer, Monstertrucks, Rennwagen, das komplette Spektrum. Quasi schon auf dem Heimweg entschieden wir uns dann spontan unseren Opel Corsa auf der freien Rennstrecke zu testen. Natürlich haben wir den Wagen nicht ausgereizt, aber es war trotzdem ein großer Spaß.

Wie gesagt ist Mu Ying Zhi Jia eine Versandhandelsfirma für Babyartikel. Dort war ich in den ersten vier Wochen meines Praktikums im Auftrag von JILIN Investment, einer Investmentfirma mit Sitz in Luxemburg, eingesetzt, um die strategische Geschäftsentwicklung für die nächsten Jahre voranzutreiben. JILIN Investment unter Leitung von Ekkehard Rathgeber (zuvor Vorstand von Bertelsmann und CEO von der TOM-Group) war meine Hauptfirma, in deren Auftrag ich Mu Ying Zhi Jia analysierte und versuchte weiterzuentwickeln, da JILIN Investment einer der Hauptinvestoren von Mu Ying Zhi Jia ist.

An den ersten Tagen bei Mu Ying Zhi Jia wurde mir von Shaoming und Peter, dem Unternehmensgründer (im Business geben sich die meisten Chinesen englische Namen), die ganze Firma mit ihren 198 Angestellten gezeigt. Die nächsten Wochen hatte ich zusammen mit COO Shaoming Yang so viele interessante und aufregende Projekte, dass ich euch hier nur einen kurzen Einblick geben kann. Zu meinen Hauptaufgaben gehörte dabei unter anderem, einen kompletten Business Plan für die Geschäftsentwicklung der nächsten 18 Monate zu erstellen. Hierfür waren natürlich allerlei Daten nötig, wobei das Beschaffen der Daten aufgrund der so unterschiedlichen Systeme eine besondere Herausforderung darstellte. Des Weiteren haben wir an einigen Outsourcingprojekten bezüglich Lieferung und Marketing gearbeitet. Wir haben speziell auf einer Messe viele Gespräche mit Zulieferern (auch aus Deutschland) geführt. Außerdem haben wir ein neues ERP und KPI System im Unternehmen eingeführt. Empfehlungen zur Unternehmensorganisation oder Kataloggestaltung wurden ebenfalls von mir mit erarbeitet. Bei all diesen Aufgaben wurde mir auch immer klarer, wie erheblich sich meine Vorstellungen von China vor der Reise und die chinesische Realität unterschieden haben und warum es für viele Unternehmen so schwer ist, ohne einen starken chinesischen Partner auf diesem potenzialreichen und boomenden Markt Fuß zu fassen.

Als ich dann nach vier sehr interessanten Wochen bei Mu Ying Zhi Jia in die Büros von JILIN Investment wechselte, bestand meine Hauptaufgabe erst einmal darin, Auswertungen und Berichte über Mu Ying Zhi Jia für JILIN Investment und andere Investoren anzufertigen. JILIN Investment ist eine relativ kleine Investmentfirma, welche Anfang 2007 gegründet wurde und besteht aus Ekkehard Rathgeber, einem chinesischen Mitarbeiter und einem deutschen Rechtsanwalt. JILIN investiert vorrangig in Bürogebäude in Shanghai und Peking und in Start-up-Unternehmen in ganz China. Deshalb war ich auch neben den vielen Gesprächen, Sitzungen und Auswertungen über Mu Ying Zhi Jia oft mit Ekkehard auf Besichtigungstour quer durch Shanghai, wobei sich ein interessanter Termin an den nächsten reihte. Ich bekam viel rund um Investmentfonds mit und hatte daneben auch einige Präsentationen oder Kalkulationen für Investments zu erstellen. Ich konnte bei diesen zwei Firmen und speziell von Shaoming und Ekkehard sehr viele interessante Dinge lernen. Zum Beispiel bei Mu Ying Zhi Jia die Arbeitsweise und Charakteristika chinesischer Unternehmen und bei JILIN Investment das Arbeiten mit Investmentfonds, was mich so sehr begeistert hat, dass ich mich in diesem Bereich definitiv weiter entwickeln möchte. Aber auch neben der Arbeit konnte ich vom großen Erfahrungsschatz der Beiden profitieren. Besonders gefreut hat mich allerdings bei diesem Praktikum, dass ich mich auch selbst entfalten und meine eigenen Ideen einfließen lassen konnte und dass sogar ein Großteil davon umgesetzt wurde.

Zum Auftakt stand passenderweise Seattle, die Heimatstadt von Starbucks auf dem Programm, die sich von einer zentralen Jugendherberge aus angenehm erkunden ließ. Nach einem kurzen Abstecher über die kanadische Grenze nach Vancouver ging es weiter Richtung Süden – San Francisco. Kaum angekommen, war unübersehbar, aber vor allem unüberhörbar, dass nach chinesischer Zeitrechnung ein neues Jahr begonnen hatte. Einmal durch unzählige zeitgleich explodierende Knallkörper aufgeweckt, boten fünf Tage blauer Himmel und Sonnenschein die perfekte Kulisse für ausgedehnte Streifzüge durch eine so schöne, wie spannende Stadt. Aus der Innenstadt durch den bunten District um Mission Street zum Pazifikstrand, joggend durch den Golden Gate Park, über die gleichnamige Brücke nach Berkeley. Zum Abschluss ging’s im gemieteten Cabrio entlang des Highway 1 an Klippen, Stränden und Surfern vorbei mitten in das Silicon Valley nach Palo Alto, zur Führung einer Freundin über den Campus der Stanford University. Schließlich fuhren zurück nach San Francisco, um am nächsten Tag frühmorgens Richtung Las Vegas zu fliegen. Kaum angekommen, stachen dem noch müden Beobachter direkt am Gate gleich die ersten Spielautomaten ins Auge. 25 Cent ärmer ging es dann doch zunächst ins Hotel, um wenig später frisch gestärkt den „Strip“ entlang zu flanieren.

Unvorstellbar, wie bereits morgens um 10.00 Uhr der Großteil der Einarmigen Banditen und Pokertische besetzt war. Highlight des ersten Tages waren wohl die Fahrgeschäfte auf dem Stratosphere Tower – Freier Fall in 100 Meter Höhe. Da kam die abendliche Show zur Entspannung gerade recht.

Nachdem ich mein Umfeld ausgiebig beschrieben habe, komme ich nun zu dem wichtigsten Teil meines Aufenthalts in Singapur, dem Praktikum bei der BASF. Von meiner Wohnung bis zum Büro hatte ich gerade mal 10 Minuten Fußweg. Das Büro befindet sich im 34. Stock von Tower 1 in Suntec City, einem Komplex aus 5 Towern, die zum größten Teil mit Büros ausgestattet sind. Im Erdgeschoss findet man zusätzlich ein riesiges Einkaufszentrum, Restaurants und einen „food court“. Der „food court“ ist aufgebaut wie eine Kantine. In der Mitte eines riesigen Raumes stehen Tische und Bänke, rundherum gibt es Essensstände. Mit einem Tablett sucht man sich, was man gerne essen möchte und geht dann zu den Tischen in der Mitte.

Join the best Stipendienprogramm von MLP

Join the best Stipendienprogramm von MLP

An meinem ersten Arbeitstag wurde ich von meinen beiden Vorgesetzten empfangen und in einer Einführungsrunde den Kolleginnen und Kollegen auf meiner Etage vorgestellt. Singapur ist das Headquarter des Unternehmensbereichs der BASF, der High-Tech-Kunststoffe in der Region Südostasien vertreibt. Einer meiner Chefs ist Business Manager für einen großen Teil der Produktpalette und der andere ist für die übergeordnete Koordination als Senior Manager für den gesamten Unternehmensbereich in Südostasien zuständig. Sie kommen beide aus Deutschland und sind bei der BASF in Singapur als „experts“ tätig. Sie sollten auch meine Auftraggeber und meine direkten Ansprechpartner während des Praktikums werden. Die meisten anderen Kollegen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, kommen aus Singapur oder aus anderen asiatischen Staaten wie Malaysia, Indien oder Korea.

Die Liste meiner geplanten Projekte war von vornherein sehr lang. Schon bei der Auswahl konnte ich mitbestimmen, was mich besonders interessiert. Eines meiner ersten Projekte, welches mich aber auch bis zum Ende meines Mein Praktikum bei der BASF in Singapur – Join the best Stipendienprogramm eine Initiative von MLP weiterlesen

Was eine Woche! Sehr viel erlebt. Aber der Reihe nach! Am Montag gab es direkt eine Präsentation zu erstellen, die als Einladung für das G30-Meeting, ein Treffen der 30 Führungskräfte der Allianz Indonesia dienen sollte. Am Dienstag dann Vorbereitung auf das Employee-Meeting am Mittwoch und abends der Umzug in mein neues Apartment. Bei diesem Event kamen am Mittwoch alle Mitarbeiter der Allianz Indonesia in einer Kongresshalle zusammen und wurden, unterbrochen von Showeinlagen einiger Kollegen, von Jens und Victor, dem Chef der Allianz Sachversicherung, auf den neuesten Stand gebracht.

Mit MLP in Indonesien

Mit MLP in Indonesien

Am späten Nachmittag gab es dann ein weiteres Highlight: Auf Einladung von Jens ging es zum finalen Vorrundenspiel für Indonesien beim Asia-Cup. Das Stadion war mit 88.000 Fans proppevoll und die Stimmung prächtig, auch wenn Indonesien 0:1 gegen Südkorea unterlag und damit ausschied. Allein die Tatsache, dass Indonesien bis zuletzt die Chance auf das Weiterkommen hatte, wurde hier schon als Erfolg gesehen. Immerhin hatte man gegen einen Halbfinalisten der WM 2002 verloren. Danach waren wir noch gemeinsam indisch essen und konnten uns bei dieser Gelegenheit noch einmal ausgiebig von Willi verabschieden, der am nächsten Tag nach Bali aufbrach. Leider konnte ich den Abend nicht in vollen Zügen genießen, denn ich hatte meine ersten Magenprobleme, was nach einer Woche wohl ganz normal sei, wie mir mein Praktikantenbetreuer Martin versicherte. Außerdem wurde ich am Donnerstagmorgen bereits um 6:00 Uhr von Pak Bahan, dem Fahrer von Jens, am Apartment abgeholt. Zusammen fuhren wir dann zum G30-Meeting nach Bandung, einem kleinen „Millionenstädtchen“ südwestlich von Jakarta. Ziel des Treffens war es, die Inhalte für den Strategischen Dialog zwischen Allianz Indonesia und dem Headquarter in München festzuschnüren. Es wurde viel diskutiert, ausgearbeitet und präsentiert. Ich werde in der kommenden Woche gut damit beschäftigt sein, alle Informationen in die Präsentation für den Strategischen Dialog einzuarbeiten. Nebenbei war das Tagungshotel sehr komfortabel und ich hatte natürlich Gelegenheit, die Führungskräfte der Allianz Indonesia persönlich kennen zu lernen. Freitagabend gegen 20:30 Uhr betrat ich dann schachmatt wieder mein Apartment und freute mich auf mein zweites Wochenende in Indonesien.

Mit der MLP Finanzdienstleistungen AG in Jakarta

Mit der MLP Finanzdienstleistungen AG in Jakarta

Getreu dem Motto „der frühe Vogel fängt den Wurm“ sind wir dann am Samstagmorgen um 6 Uhr zu Zehnt Richtung Pelabuhan Ratu aufgebrochen. Dies ist ein beliebter Urlaubsort an Javas Westküste. Am Sunset-Beach probierte ich meine kürzlich in Kalifornien erworbenen Surfkenntnisse in die Praxis umzusetzen. Der Wellengang und die Strömung waren ziemlich heftig und so werden mich die nächste Woche über einige kleine Schrammen und Pferdeküsse an das schöne Wochenende in Pelabuhanratu zurückerinnern. So kann es weitergehen!

Freizeitbeschäftigungen Auslandsstipendium in Brasilien  - MLP Finanzdienstleistungen AG

Freizeitbeschäftigungen Auslandsstipendium in Brasilien - MLP Finanzdienstleistungen AG

Das AIESEC-Lokalkomitee, das mich während meines Praktikums betreut, fuhr für ein Wochenende in eine kleine entlegene Stadt ca. 1 Std. von São Paulo, um das kommende Jahr zu planen. Walid, der tunesische Praktikant, und ich ließen es uns daher nicht entgehen, daran teilzunehmen. Es war einfach spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Herangehensweise und Strukturierung solcher Wochenenden im Vergleich zu Deutschland sein kann. Außerdem hat es sehr viel Spaß gemacht, ein so intensives Wochenende mit den AIESECern zu verbringen.

Die Ankunft

MLP Programm für Auslandspraktika

MLP Programm für Auslandspraktika

Am Sonntag den 22.07.2007 hieß es für mich Abschied nehmen. Die Zeit bis dahin verging rasend schnell. Kurz zuvor war ich noch im Klausurstress und hatte gar nicht die Gelegenheit zu realisieren, dass ich mich bald verabschieden muss. Erst bei meiner Abschiedsfeier wurde mir bewusst, dass ich für die nächste Zeit auf meine Liebsten verzichten muss, aber auch die einmalige Chance habe, viel zu erleben und zu lernen. Dann ging alles rasend schnell und ich war in Chinas 17 Mio. Metropole Shanghai. Als erstes erlitt ich einen Klimaschock! Zum Glück hat mich Shaoming Yang am Flughafen direkt gefunden. Er ist der Chief Operating Officer von Mu Ying Zhi Jia, der chinesischen Versandhandelsfirma, in welcher ich die ersten vier Wochen im Auftrag von JILIN Investment eingesetzt war. Mehr dazu später.

Meine erste Nacht habe ich dann bei Shaoming und seiner Familie verbracht, da wir uns darauf geeinigt hatten, meine Wohnung für die nächsten drei Monate gemeinsam zu suchen. Nach dem original chinesischen Abendessen habe ich in seinem westlich ausgestatteten Appartement erstmal seine Internetverbindung nach Deutschland strapaziert. Bei Shaoming fühlte ich mich stets sehr wohl, nicht nur weil sein Englisch im Gegensatz zu dem der meisten anderen Chinesen sehr gut ist.

Am zweiten Tag haben wir sehr schnell ein sehr schönes, westlich ausgestattetes Appartement mit circa 40 qm gefunden. Es lag in einem sehr schönen Wohnpark, der allerdings von Zäunen umgeben war, womit man allerdings hier in Shanghai leben muss. Die Mieten und Wohnungspreise stehen den westlichen Großstadtpreisen allerdings in nichts nach. Das Appartement lag im Nordwesten der Innenstadt und somit sehr nah am Büro von Mu Ying Zhi Jia, aber auch zu meiner Hauptfirma JILIN Investment war es nicht sehr weit. Als ich in der zweiten Woche dann endlich den Mietvertrag unterschreiben konnte, und soweit alle Formalitäten geklärt waren, ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen.

Unterbrochen wurde der wöchentliche Pendelrhythmus zwischen Texas und der Ostküste Mitte Januar durch ein verlängertes Wochenende in Dallas und der wenige Autostunden entfernten, aber völlig unterschiedlichen Universitätsstadt Austin, zusammen mit Sabine, einer Freundin aus New York. Gemeinsam mit den gerade aus den Ferien zurückgekehrten Studenten verbrachten wir noch eine lange Nacht auf der dortigen „Sixth Street“, zusätzlich animiert durch Preise von einem Bruchteil des New Yorker Niveaus. Nach zwei Wochen zurück in Manhattan erkannte ich freitagmorgens zunächst unser für den „US Alumni Day“ komplett umgeräumtes Büro nicht wieder, zumal es sich innerhalb weniger Minuten mit neuen Gesichtern füllte – ehemalige SMCler, die uns im Rahmen des alljährlichen Events von ihrer Entwicklung nach dem Wechsel in die verschiedensten Positionen innerhalb des Konzern berichteten, und auch das Wiedersehen untereinander sichtlich genossen.

Und schon neigte sich die spannende Zeit als Praktikant viel zu schnell ihrem Ende zu. Auch wenn ich bereits im Laufe der Woche die meisten Aufgaben Stück für Stück übergeben hatte, wurde mir das Ende erst wirklich bewusst, als sich mittags das gesamte Team in der Küche versammelte, und ich mit einer gerahmten Collage (standesgemäß natürlich mit PowerPoint erstellt) und einem Starbucksgutschein verabschiedet wurde. Viel Zeit für Wehmut blieb jedoch nicht, denn nach einer letzten Nacht in New York sollte schließlich eine zweiwöchige Tour de Force entlang der Westküste, von Vancouver bis Kalifornien, den krönenden Abschluss meines Aufenthalts bilden.

Kurzfristig lud mich Nikolai dann zu einer Wanderung auf den Serra do Lopo zwischen den Staaten São Paulo und Mina Gerais ein. Einige T-Systems-Kollegen hatten vorher eine kleine Tour organisiert, die am Samstag stattfinden sollte. Früh morgens ging es los. Den Berg bestiegen wir gemütlich über super holprige Steinpfade – natürlich per Auto –, ließen das beeindruckende Panorama auf uns wirken und begannen von einer Pousada aus, mit einer spannenden 3h Wanderung.

Stipendium für Brasilien  – MLP Praktikumsprogramm

Stipendium für Brasilien – MLP Praktikumsprogramm

Ein kleines Grüppchen Unerschrockener machte sich nach 2/3 der Strecke auch auf den letzten Abschnitt, um die oberste Spitze des Felsmassives zu erklimmen. Andere zogen es dann doch lieber vor, sich nicht durch den dichten Wald durchzuschlagen, machten sich auf den Rückzug und entspannten sich bei Brotzeit und Getränken. Mit meinem Chef Nikolai und dem CFO Dominik kamen wir aber zu dem Schluss, dass der letzte Abschnitt für uns Deutsche / Schweizer doch am Spannendsten war, schließlich verbinden wir Wanderung eher mit körperlicher Anstrengung und nicht mit Grillen und Bier.

Zu Beginn der Woche plante ich, Modell und Zeichnung der kundenspezifischen Heckstoßstange zu beenden. Doch wieder einmal wurde es dunkel. Ein mehrstündiger Stromausfall im kompletten Industriegebiet. Wir waren schon bereit, die alten Zeichenbretter hervor zu kramen und wie in der guten alten Zeit mit Stift und Papier zu arbeiten. Wäre es soweit gekommen, hätte sich der uralte Universitätslehrplan, welcher uns Studenten quasi zu technischen Zeichnern ausbildet, doch noch als sinnvoll herausgestellt. Schließlich beendete ich das Projekt Heckstoßstange am Donnerstag, nachdem ich zuvor auch Diskrepanzen zwischen Zeichnung und Ausführung von Schweißarbeiten an den Stoßstangenhalterungen am Busrahmen feststellte und korrigierte.

Mein verbales Englisch scheint sich auch zu verbessern. Von gewissen Mitarbeitern wurde ich zu Beginn noch als Jackie Chan tituliert. Mittlerweile heißt es, ich würde mich anhören wie Roger Federer in einer Pressekonferenz. Eine deutliche Verbesserung, wie ich finde. Aber noch lange nicht das Optimum.

Am Freitag gab es eine Abschiedsfeier zu Ehren des scheidenden Werksleiters. Ein Barbecue für die komplette Belegschaft. Unser Team, das Design Department, hat hierfür das Fleisch für etwa 400 Personen gegrillt. Eine spaßige aber auch schweißtreibende Angelegenheit. Auf jeden Fall eine gelungene und das Wochenende standesgemäß einläutende Veranstaltung.

Freizeitbeschäftigungen Auslandsstipendium für Südafrika - MLP Finanzdienstleistungen AG

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Spätestens in der zwölften Woche bei MAN Bus & Coach (S.A.) leuchtete mir ein, dass ein Konstrukteur bzw. Designer seine Arbeitszeit nicht nur im stillen Kämmerlein vor der Flimmerkiste verbringt. Es galt eine Installationszeichnung für Seitenblinker zu erstellen. Neben der Modellierung des Blinkers und dessen Implementierung in das Busmodell, mussten Maßangaben zur Positionierung am realen Bus verifiziert, die richtige Befestigungsart gewählt und verfügbare Normteile im Lager ausfindig gemacht werden. Aufgrund kurzfristiger Änderungen von Konstruktionen, die sogar die bereits in der Produktion befindlichen Busse betreffen, mussten außerdem Monteure und Schweißer direkt instruiert sowie bei den Zulieferern bereits laufende Bestellungen geändert werden. Wird es zeitlich richtig eng, fährt der Abteilungsleiter schon mal persönlich mit dem Privatwagen zum Zulieferer und bringt die benötigten Kaufteile im Kofferraum zum Lager.

Mittlerweile werde ich auch nicht mehr als Praktikant, sondern als „Aleš from the Drawing office. He is from Germany“ vorgestellt. Als vollwertiges Mitglied hat man nicht nur den gleichen Aufgabenumfang und Verantwortungsbereich wie die anderen im Team. Bei Krisengesprächen des Teams mit dem neuen Werksleiter, wie diesen Freitag geschehen, fühlt man sich bezüglich positiver und negativer Kritik auch in vollem Umfang beteiligt. Auch wenn eine Standpauke wie diese dann ziemlich unangenehm sein kann, empfinde ich sie gleichzeitig als sehr lehrreich und wertvoll für meine berufliche Zukunft.

Eine letzte Anmerkung zu einem anderen Thema. Da unser Ferrari-roter 1er Golf seinen Inspektions-Kilometerstand von 30.000km erreicht hat, wurde uns mal wieder ein neues Mietauto zur Verfügung gestellt. Ein Opel Corsa, mal wieder. Wir sind auch gar nicht so traurig darüber. Zwar etwas weniger Leistung, aber dafür viel mehr Komfort und vor allem Servolenkung. Der 1er Golf ist von der Konstruktion nun mal Jahrzehnte alt, was durch einen neuen Motor und neue Innenraumverkleidung nicht vertuscht werden kann.

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