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Im Laufe der siebten und achten Woche war ich hauptsächlich mit den Änderungen der Tank-Seitenklappe beschäftigt. Wenngleich die Konstruktion aufgrund des zeitlichen Drucks eher simpel gehalten werden sollte, entwickelte sich die Aufgabe als gleichzeitig sehr interessant und anspruchsvoll, da nicht nur konstruktive, sondern auch logistische und kostenspezifische Aspekte berücksichtigt werden müssen. Kann die Halterung so hergestellt werden? Ist ein neu konstruiertes Teil notwendig oder kann eine bereits vorhandene Konstruktion verwendet werden?

Am Dienstag bekamen wir unseren „neuen“ Mietwagen, da unser bisheriges verschleißte Bremsen aufwies. Laut dem Mitarbeiter der Mietwagenfirma bekommen wir diesmal ein richtiges „Männerauto“. Ein VW Citi Chico. Wer den letzt jährigen Erfahrungsbericht gelesen hat, wird wissen, dass es sich hierbei um einen neuen 1er Golf handelt. Quasi zurück in die Vergangenheit. Übrigens: ein „Männerauto“ ist es dann doch nicht wegen des etwas leistungsstärkeren Motors, sondern eher aufgrund der fehlenden Servolenkung.

Da sich während der Ausarbeitung meiner Tankklappen-Konstruktion das Lastenheft teilweise änderte, musste ich mich mit Louis, dem Abteilungsleiter des Design Departments, am Donnerstag zusammensetzen und einen neuen Abgabetermin festlegen, da der bisherige nicht mehr einzuhalten war. Ich empfand es als kleine Niederlage, die mir allerdings klar gemacht hat, wie viele Probleme bzw. Teilaufgaben auf einen zukommen können.

Am Freitag fuhren Sebastian, Cedric und ich direkt nach der Arbeit gen Süden nach Durban, der Hafenstadt am Indischen Ozean, ungefähr 600km von Johannesburg entfernt. Cedric hat seine Familie in Durban und diente uns somit unter anderem als Reiseführer. Das Wochenende in Durban war großartig und sehr kurz. Uns blieben quasi nur der komplette Samstag und noch der Sonntagvormittag. In dieser kurzen Zeitspanne galt es dann einige Sehenswürdigkeiten zu erkunden: den Hafen, den Altbau der Durban City Hall, das Ushaka Seaworld, das Nachtleben und… den Indischen Ozean! Klares und vor allem warmes Wasser, ein mehrere Kilometer langer Sandstrand und ein Tag voller Sonnenschein bei knapp 30°C (im Winter wohlgemerkt). Alles in allem ein Wochenende, welches Lust auf mehr macht.

Die Gedanken blieben nicht lange an Durban hängen. Ein Kollisionsproblem zwischen dem neuen Scharnierprinzip und den aktuellen Dichtleisten rief mich gleich am Montag zurück in die Realität und beschäftigte mich auch noch die nächsten Tage. Vom Zulieferer kamen auch bereits die ersten von mir konstruierten Teile. Allerdings waren einige nicht richtig hergestellt, d.h. sie bestanden entweder aus dem falschen Material oder die Maße stimmten mit den Zeichnungen nicht überein. Wieder um eine Erfahrung reicher.

Nach einem angenehmen Flug, dem darauf folgenden (etwas zu) vollgepackten Mittwoch in Frankfurt und einer Nacht zuhause in meinem eigenen Bett ging es bereits früh am nächsten Morgen zum SMC „Retreat“, in dessen Rahmen regelmäßig alle Kollegen aus New York, München und Peking für drei Tage zusammenkommen – diesmal in Nürnberg. Neben einigen interessanten Vorträgen und Diskussionen zur zukünftigen Entwicklung von SMC und Siemens als Organisation sowie einer ausgefallenen Stadttour, gab es vor allem genügend Gelegenheit, andere SMCler kennen zu lernen und zwei lustige Abende zu genießen, wenn auch wieder mit etwas weniger Schlaf…

Im Anschluss hatte ich die Chance, noch ein paar Tage im Münchner SMC Büro zu verbringen, um gemeinsam mit Serhat unser Projekt sowie die gewonnenen Einsichten sauber zu dokumentieren – und abends ganz nebenbei ein paar Freunde aus Münchner Studienzeiten wieder zu sehen.

Anfang der Woche kam kurz nach dem Mittagessen ein Anruf aus New York – mein nächstes Projekt würde mich etwas weiter nach Westen verschlagen. Um nicht zu sagen, in den Wilden Westen: Dallas, Texas!

So flog ich – mit einer ähnlichen Portion Vorfreude wie vier Monate zuvor – am Freitag über Frankfurt zurück nach New York, wo ich rechtzeitig zum Mittagessen im Büro eintraf (ganz am Rande sei etwas Schleichwerbung für Singapore Airlines erlaubt – ein unvergleichliches Erlebnis), abends dann aber doch etwas früher das Büro verließ. Der Plan, früh ins Bett zu gehen, wurde zwar von Jennifer vereitelt, dafür stellten wir amüsiert fest, dass sie in genau jenem Vorort von Dallas aufgewachsen war, den ich am Montagmorgen zum ersten Mal betreten sollte. Das bereits begonnene Wochenende verging dank Brunch, Geburtstagsfeier und Mini-Jetlag ähnlich schnell, wie schon die beiden letzten Wochen an mir vorbei geflogen waren. Am Montagmorgen hatte ich jedoch mehr Zeit als mir lieb war, sie Revue passieren zu lassen, da zunächst der Taxifahrer auf dem Weg zum Flughafen zu einer kleinen Rundfahrt durch Queens ansetzte, die dazu führte, dass ich es gerade noch durch die Flugzeugtür schaffte, bevor sie geschlossen wurde.

Das internationale Praktikumsprogramm von MLP

Das internationale Praktikumsprogramm von MLP

An den folgenden Tagen nach der Eröffnung hatte ich dann mehr Aufgaben im Bereich der Analyse und Nachbereitung. Meinen freien Tag nutzte ich dann gemeinsam mit einem anderen Praktikanten um Warschau ein wenig zu erkunden. Es gibt eine wirklich schöne Altstadt in Warschau, die mit den schmalen Gassen und vielen Kirchen auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Im Anschluss haben wir den Rest der Stadt weiter zu Fuß erkundet. Mittlerweile gibt es in Warschau wahnsinnig große Business Parks wo sich eigentlich alle bekanten deutschen und auch internationalen Firmen niedergelassen haben. Das Stadtbild ist also sehr abwechslungsreich.

Singapurpraktikum - MLP Programm für Auslandspraktika

Singapurpraktikum - MLP Programm für Auslandspraktika

Neben der Stadt als solche, hat Singapur einen ganz besonderen Vorteil, und das ist seine Lage. Im Zentrum von Südostasien gelegen ist es der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region. Feiertage um die Wochenenden geben die Gelegenheit für mehrtägige Reisen. Leider habe ich es in meiner Zeit in Singapur nur zu zwei Ausflügen geschafft, die aber nicht unterschiedlicher gewesen sein könnten.

Der erste Trip ging nach Phuket in Thailand. Ein perfekter Strand, ein sehr schönes Hotel, alles was man für ein entspannendes Wochenende braucht. Die Strände, das Meer und das Wetter in dieser Region haben ganz andere Dimensionen als man sie in Südeuropa antrifft. Das einzige Manko an diesem Wochenende war mein Sonnenbrand, mit dem ich die ganze darauf folgende Woche noch Spaß hatte.

Stipendium für Singapur – Stipendieprogramm der MLP AG

Stipendium für Singapur – Stipendieprogramm der MLP AG

Mein zweiter Ausflug ging nach Jakarta in Indonesien und von dort aus an die Westküste von Java. Diese Reise war ganz sicher ein Erlebnis, dass ich so schnell nicht vergessen werde. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist gigantisch. Gerade geht man noch durch die Straßen und sieht ein kleines Mädchen in einer Pfütze Geschirr spülen, und dann kommt man in ein Einkaufszentrum, in dem Hemden für umgerechnet 400 Euro verkauft werden. In Jakarta steht die Luft vor Smog, und, wie das nebenstehende Bild zeigt, lässt auch die Kanalisation sehr zu wünschen übrig. Ganz zu schweigen von dem niedrigen Lebensstandard eines Großteils der Bevölkerung.

Hier habe ich gesehen, dass es nicht „das Asien“ gibt. Man fliegt zwei Stunden und ist in einer völlig anderen Welt. Man stellt sehr schnell fest, dass es nahe liegender ist, von „Europa“ als von „Asien“ zu sprechen. Gerne wäre ich noch länger geblieben um die Region zu bereisen, aber ich bin sicher, dass es nicht mein letztes Aufenthalt dort gewesen sein wird.

Nun stand auch schon Thanksgiving vor der Tür, das dieses Jahr auf einen Donnerstag fallen und mir nach einer intensiven 2,5-Tage Woche endlich einen freien Tag in Atlanta bescheren sollte. Nachdem der Rest des Teams bereits am Mittwochabend nach New York zurückflog, blieb ich noch eine Nacht, um nach einem interessanten Abend mit einigen anderen SE&A Trainees die Stadt zu erkunden. Wenn, ja wenn es sich nicht um einen Feiertag gehandelt hätte. So konnten wir immerhin noch einen entspannten Tag in der Stadt verbringen, bevor am späten Nachmittag der Flieger zurück nach New York wartete, wo ich (nun ja, wenn der Delta Flug ausnahmsweise keine Verspätung gehabt hätte) genau rechtzeitig ankommen sollte, um zwei Freundinnen aus Deutschland zu empfangen, die das verlängerte Wochenende in der Stadt verbringen würden. Nach einem unwirklichen Abend, an dem Manhattan wie ausgestorben wirkte, stürzten wir uns am Freitag bei strahlendem Sonnenschein in die Hochhausschluchten und erkundeten die Stadt, wobei auch ich nach inzwischen schon drei Monaten immer wieder faszinierende neue Ecken, Cafés, Gebäude und Geschäfte entdeckte. So zum Beispiel am Freitagabend, als wir von Jennifer und Oisin zum Tischtennisspielen eingeladen wurden und uns plötzlich in einem geräumig ausgebauten Kellergeschoss im West Village wiederfanden.

Nach leckeren Tapas am Sonntagabend und einer dritten, viel zu kurzen, Nacht musste ich mich aber bereits wieder früh morgens aus dem Zimmer schleichen, für die 25 letzten Stunden in Atlanta. Nach der Abschlusspräsentation der Ergebnisse und einem Abendessen zusammen mit dem „Kunden“-Projektteam von SE&A, hieß es Abschied nehmen von der Stadt, den Leuten und dem Hotel, um am nächsten Morgen schon wieder nach Newark zu fliegen. Dank zwei Stunden Verspätung kam ich gleichzeitig mit den beiden New York Touristinnen an, und nach einem kurzen Abstecher in den Duty Free Shop waren wir auch schon am Gate. Jetzt fehlte nur noch die Crew des Lufthansajumbos, die im Stau stecken geblieben war.

Auslandspraktikumsplatz in China

Auslandspraktikumsplatz in China

Nachdem der Dezember und das Praktikum nun zu Ende gehen, geht der Blick weiter nach vorne. Ich werde meine freie Zeit im Januar nutzen um in Asien zu reisen. Zwar habe ich noch keine genauen Pläne gefasst, aber sicherlich wird es genauso aufregend und schnell vorübergehen, wir die Zeit bei Roland Berger in Shanghai. Dann werde ich reich an Erfahrungen und voller Dankbarkeit für diese einzigartige Chance wieder nach Deutschland zurückkehren!

Ich kann nur alle Leserinnen und Leser ermuntern, die Möglichkeit aufzugreifen und bei “Join-the-best” teilzunehmen. Auch ich hätte es damals nicht für möglich gehalten, heute hier zu sitzen und diesen Erfahrungsbericht zu schreiben. Ein Auslandspraktikum gibt viele wichtige Impulse für das spätere Leben. Ich möchte daher jeden motivieren, ein solches Projekt in Angriff zu nehmen. Shanghai ist hierfür definitiv ein absolut attraktives Ziel!

Viele Grüsse aus China.
Zai jian

Johannes

Nachdem ich mich nun wohnlich in Shanghai eingerichtet hatte und kulturell erste Wurzeln geschlagen hatte, ging es mit der Arbeit bei Roland Berger los – und das gleich richtig! Mein Kontakt in der Firma war Martin, einer der drei

Praktikum in Shanghai

Praktikum in Shanghai

Deutschen in den chinesischen Büros in Shanghai, Beijing und Hongkong mit ca. 130 Mitarbeitern. Das Management in China ist Französisch und somit existiert neben dem Großteil chinesischer Mitarbeiter auch eine sehr kleine europäische Fraktion. Martin ist in meinem Alter und hatte ebenfalls als Praktikant in Beijing angefangen. Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden und bildeten bei den ersten Projekten ein gemeinsames Team. Dank ihm und meinem Mentor, einem deutschen Partner in Peking, habe ich viel über die Besonderheiten einer europäischen Beratung in China gelernt.

Von Anfang an wurde ich vollwertig in verschiedene Projekte eingebunden. Hierunter fallen interessante Aufgaben mit chinesischen Firmen im lokalen Markt, aber auch internationale Projekte mit europäischen Firmen oder der EU Chamber in China. Ich hatte die Chance, an einem Business Confidence Survey europäischer Firmen in China teilzunehmen. Die Ergebnisse haben wir in Zusammenarbeit mit der EU Chamber anschließend auf einer Pressekonferenz in Peking vorgestellt und in Druckversion veröffentlicht. Dies war eine gute Abwechslung zu den regulären Projekten und eine sehr wirksame Marketing-Maßnahme für Roland Berger in China (China Daily, Seite 2).

Der Arbeitsaufwand in einer Beratung, nicht zuletzt in China, ist enorm. Die ersten drei Wochen haben wir ohne freies Wochenende bis in die Nacht durchgearbeitet. Während meines Praktikums war ich ca. vier Wochen in Beijing eingesetzt, hatte aber leider keine Gelegenheit, die Stadt zu erkunden. Aber auch dies ist eine wichtige und gute Erfahrung gewesen, denn der Einsatz zahlt sich am Ende mit dem erfolgreichen Abschluss der Projekte aus.

Praktikumsbericht Shanghai

Praktikumsbericht Shanghai

Dank der überwiegenden Mehrzahl chinesischer Kollegen habe ich im Arbeitsalltag einen guten Einblick in deren Arbeitsweise bekommen und viele interessante Leute kennen gelernt. Viele Kollegen haben im Ausland studiert, sodass die Konversation in Englisch überhaupt kein Problem darstellte. Allerdings wäre es oftmals wichtig gewesen, Chinesisch zu sprechen, da ein Grossteil der Konversation und der Dokumente auf Chinesisch ablaufen. Ein wichtiger Schlüssel für die Kultur fehlte mir somit. Die Hilfsbereitschaft ist aber sehr hoch, sodass ich hier Unterstützung erhalten habe und bei Fragen immer einen Ansprechpartner vor Ort hatte. Dank meiner Kollegen bei Roland Berger habe ich auch einen chinesischen Namen auf meine obligatorische Visitenkarte bekommen: Wei Ming Han. Ein Name der nicht nur phonetisch an Weimer, Johannes anknüpft sondern auch inhaltlich eine höhere Weisheit ausdrücken soll.

Da ich die überwiegende Zeit des Praktikums auf der Arbeit verbracht habe, sind einige gute Freundschaften entstanden. Martin, der mich viel unterstützt hat, ist mittlerweile ins Office nach München zurückgekehrt. Emmanuel, ein französischer Consultant ist zum täglichen Sparringspartner vieler guter Gespräche geworden. Mit ihm zusammen werde ich über Silvester nach Japan fliegen.

Ich bin dem Team von Roland Berger in Shanghai sehr dankbar für die interessanten Erfahrungen, denn ich habe in dem Praktikum Vieles gelernt: Inhaltlich über den Beratungsalltag und den chinesischen Markt, aber auch menschlich dank dem täglichen Kontakt mit jungen, aktiven chinesischen Arbeitskollegen vor Ort: xie xie ni men.

Die erste Woche nach meiner Ankunft Ende September in Shanghai bietet sofort alles, was diese chinesische Finanzmetropole mit 16 Millionen Einwohnern ausmacht. Es ist “National Holiday Week” in China. Dies bedeutet offiziell vom Staat verordnete Ferien, welche von vielen Millionen Chinesen intensiv genutzt werden, um zu reisen – bevorzugt in Großstädte wie Shanghai. Die Temperaturen betragen in dieser Jahreszeit noch tropisch feuchte 30-35 Grad. Meine Aufgabe für diese Woche besteht darin, eine Wohnung zu finden und die Stadt näher kennen zu lernen. Roland Berger hat mich zunächst in eine Apartmentwohnung eingebucht und so mache ich mich nach intensiver Recherche mittels Internet, Stadtplan und Mobiltelefon Tag für Tag auf den Weg durch den Dschungel an Straßen und Gassen voll hupendem und lärmenden Verkehr, Menschenmassen verschiedenster Herkunft und einem Gemisch unterschiedlicher Gerüche bestehend aus Abgasen, Essen und vielem mehr. So sauge ich viele neuartige Eindrücke dieser sich unheimlich schnell wandelnden Großstadt in mich auf.

Es ist eine faszinierende Mischung alter chinesischer Traditionen mit neuer westlicher Kultur. Dies spiegelt sich zunächst sichtbar in den Gebäuden wider. Gegenüber den geduckten Tempelanlagen des historischen Yu-Gardens, thronen die weit sichtbaren Hochhäuser der neuen Skyline von Pu Dong. Auch im täglichen Leben wird man Zeuge

Shanghai Auslandspraktikum

Shanghai Auslandspraktikum

eines extremen Kontrastes zwischen Arm und Reich: Kleidung oder Unterhaltungselektronik sind auf ‘fake-markets’ genauso erhältlich, wie in großen Malls mit einer bunten Mischung westlicher Labels. Fortbewegen kann man sich quer durch Shanghai auf einem Klapperfahrrad, mit der bald großflächig ausgebauten Metro (30 Cent), im 2 Euro Taxi, in einer Luxuslimousine, oder eben bei 430 km/h im Transrapid (siehe hierzu auch den Bericht von Carsten Schönefeld, ebenfalls Jtb-Stipendiat 2007). Wie viele der zahlreichen Expatriates in Shanghai, habe auch ich mir ab und zu eine wohltuende und aus chinesischer Sicht luxuriöse Massage im ‘Dragonfly’ gegönnt. Anschließend kommt man aber um die vielen Bettler und Rosenverkäufer vor dem Laden nicht herum, die man ebenso wie alle Straßenhändler gefälschter DVDs, Uhren, Taschen etc. mit dem

Auslandspraktikumsplatz in Shanghai

Auslandspraktikumsplatz in Shanghai

bekannten “bu yao” oder “mei you” abwimmeln muss. Schließlich habe ich mich in Shanghai ebenso für 2 Euro wie für 30 Euro satt gegessen. Die Esskultur in Shanghai finde ich herausragend. Auch hier mischen sich Restaurants verschiedenster Kulturen, Ambienten und Preisniveaus. Dabei habe ich die vielen westlichen Ketten (KFC, McDonalds etc.) selten besucht. Es ist dagegen überaus spannend und lecker, die unbekannte Vielfalt unterschiedlichster Speisen und Geschmacksrichtungen (Yunnan, Sichuan, Nepalesisch, Thailändisch etc.) zu entdecken. Allerdings kann dem Verzehr der typischen Fleischspieße am Straßenrand anschließend durchaus Montezumas Rache folgen.

Dieser Gegensatz mag in Shanghai, dem Magneten für einen Teil der ländlichen Bevölkerung und Symbol einer boomenden Finanzmetropole vieler internationaler Firmen, besonders stark zu Tage treten. Es ist jedoch auch eine Entwicklung, die sich in anderen 1st und 2nd tier Städten Chinas verstärkt.

In Sachen Wohnungssuche habe ich Ende der Woche Erfolg. Ich finde eine tolle WG zusammen mit Rachel, einer

Praktikum in Shanghai

Praktikum in Shanghai

Chinesin aus Sichuan, die sehr westlich orientiert ist, und Sophie, einer französischen Austauschstudentin. Mit beiden verstehe ich mich auf Anhieb sehr gut und während unserer gemeinsamen Zeit in Shanghai unternehmen wir sehr viel und werden enge Freunde. Die Tatsache, mit einer Chinesin zusammen zu wohnen, hat für viele bürokratische Dinge des Alltags enorme Vorteile, sei es für Miete, Strom, Internet und Rechnungen jeder Art oder die Registrierung bei der örtlichen Polizei (auch hier ist die Gebühr mit dem Polizeichef verhandelbar). Ich habe dank einiger Partys und gemeinsamen Abenden mit Bekannten in dieser ersten Woche viele Leute in Shanghai kennen gelernt. Die Expat-Community in Shanghai ist sehr groß und es ist relativ einfach, schnell Kontakte zu knüpfen. Dank Rachel waren aber immer wieder Treffen mit ihren chinesischen Freunden dabei, die sehr interessant waren.

Stipendium für ein Praktikum in Shanghai

Stipendium für ein Praktikum in Shanghai

Kulturell hat Shanghai einiges zu bieten. Gleich in der ersten Woche habe ich mir Karten für das WM-Finale der deutschen Fußballerinnen im Hongkou Football Stadium besorgt. Nach dem souveränen 2:0 Erfolg gegen Brasilien ging es ausgiebig ans Feiern. Außerdem war ich beim Formel 1 Rennen auf dem Shanghai International Circuit außerhalb der Stadt. Leider ist dieses Event für Chinesen sehr teuer und weniger bekannt als in Europa. Neben diesen Sportevents und den vielen Bars und Nachtclubs der Stadt habe ich es besonders genossen, das noch etwas spärlich entwickelte klassische Musikprogramm der Stadt zu erkunden. Darunter fallen neben einem herausragenden Konzert mit Mischa Maisky im Grand Theatre auch ein Auftritt des Shanghai Symphony Orchestra in der neu renovierten Concert Hall am People’s Square.

Hatte ich während meines Praktikums ein Wochenende frei, habe ich sehr gerne den lokalen Stoffmarkt besucht und mir

Auslandspraktikum in China

Auslandspraktikum in China

das ein oder andere Kleidungsstück schneidern lassen. Dabei ist neben der bruchstückhaften Kommunikation in Englisch über die Art des Schnittes und Stoffes etc. vor allem die lange andauernde, harte Verhandlung des Preises lehrreich. Sie ist Teil des Kaufgeschäfts und manchmal gar nicht so sehr preisbezogen (es geht am Ende um 10 Yuan hin oder her). Darüber hinaus habe ich Freunde in Anting, “German Town” besucht. Es ist eine künstlich errichtete Stadt vor den Toren Shanghais, die komplett nach deutschem Vorbild erbaut wurde und sehr befremdend wirkt. Allerdings siedeln sich nach und nach Chinesen dort an. Außerdem habe ich mit dem Zug Hangzhou besucht. Die Stadt ist bekannt für ihren wunderschönen West Lake und die Tempelanlagen. Ein Arbeitskollege und ich haben diesen Ausflug genutzt um etwas auszuspannen und

Auslandsstipendium Shanghai– Programm der MLP Finanzdienstleistungen AG für Auslandspraktika

Auslandsstipendium Shanghai– Programm der MLP Finanzdienstleistungen AG für Auslandspraktika

frische Luft in unsere Lungen zu blasen. Schließlich habe ich im Dezember noch einen Abstecher nach Hongkong gemacht, um mein Visum zu verlängern. Nach knapp 3 Stunden Flug fand ich mich in einer Stadt wieder, die mit Shanghai nur schwer zu vergleichen ist. Das angenehm milde Klima, ein britisch geprägtes, sauberes und ansprechendes Stadtbild, eine hervorragende Infrastruktur und eine multikulturelle Gesellschaft machen Hongkong eigen und zugleich faszinierend. Leider haben die zwei Tage nur für einen ersten Eindruck gereicht, dem aber sicherlich irgendwann ein längerer Besuch folgen wird.

Es ist ein Freitag Ende Dezember in Shanghai; der Blick schweift aus dem Fenster des Office im 23. Stock; die Aussicht zeigt das bekannte Stadtbild: ein enges Häusermeer aus Beton und Glas soweit der typische Smog es zulässt. Es ist Zeit für ein Resümee der aufregenden, erfahrungsreichen und sehr intensiven drei Monate meines Praktikums bei Roland Berger in Shanghai.

Shanghai Auslandspraktikum – Stipendienprogramm der MLP Finanzdienstleistungen AG

Shanghai Auslandspraktikum – Stipendienprogramm der MLP Finanzdienstleistungen AG

Für die Vorbereitungen der Eröffnung waren neben den neuen Mitarbeitern auch P & C Mitarbeiter aus anderen polnischen und auch deutschen Verkaufshäusern dabei. So ergab es sich also, dass beide Sprachen mit Englisch bunt gemischt wurden und sich so doch alle gut verständigen konnten. Auch von den Mitarbeitern aus den bereits bestehenden Häusern in Polen sprachen wirklich viele ein wenig Deutsch, womit ich nicht unbedingt gerechnet hatte.

Vor Ort habe ich mit weiteren Praktikanten dann an verschiedenen Aufgaben gearbeitet. Gerade in der Vorbereitung der Eröffnung gab es viele Dinge, die organisiert werden mussten. In der Rolle der „Generalisten“ war es also unsere Aufgabe Probleme und Unwägbarkeit in allen Bereichen zu lösen. Da Peek & Cloppenburg ein sehr eigenes Corporate Design hat, müssen natürlich viele Standards beachtet werden, damit bewährte Konzepte auch an neuen Standorten direkt umgesetzt werden. So mussten wir also, wenn irgendwo mal ein Engpass war auch zupacken und schnell mithelfen. Bei einer zeitlich so knapp bemessenen Eröffnungsphase muss wirklich jeder mit anpacken.

Je näher die Eröffnung rückte, desto mehr Dinge mussten noch in letzter Minute vorbereitet werden, so etwa eine Vielzahl von Marketingaktivitäten. Daneben ging es im Wesentlichen darum an allen Ecken und Enden auszuhelfen. Wenn irgendetwas fehlte oder auch Unklarheiten bestanden, konnten alle Abteilungsleiter auf die Praktikanten zugehen, die sich eben diesem Anliegen annehmen sollten.
Der erste Tag der Eröffnung lief entsprechend hektisch, aber dennoch erfolgreich und so waren alle froh über ein sehr gelungenes Ergebnis.

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