7. und 8. Woche – Auslandspraktikum in Johannesburg
Im Laufe der siebten und achten Woche war ich hauptsächlich mit den Änderungen der Tank-Seitenklappe beschäftigt. Wenngleich die Konstruktion aufgrund des zeitlichen Drucks eher simpel gehalten werden sollte, entwickelte sich die Aufgabe als gleichzeitig sehr interessant und anspruchsvoll, da nicht nur konstruktive, sondern auch logistische und kostenspezifische Aspekte berücksichtigt werden müssen. Kann die Halterung so hergestellt werden? Ist ein neu konstruiertes Teil notwendig oder kann eine bereits vorhandene Konstruktion verwendet werden?
Am Dienstag bekamen wir unseren „neuen“ Mietwagen, da unser bisheriges verschleißte Bremsen aufwies. Laut dem Mitarbeiter der Mietwagenfirma bekommen wir diesmal ein richtiges „Männerauto“. Ein VW Citi Chico. Wer den letzt jährigen Erfahrungsbericht gelesen hat, wird wissen, dass es sich hierbei um einen neuen 1er Golf handelt. Quasi zurück in die Vergangenheit. Übrigens: ein „Männerauto“ ist es dann doch nicht wegen des etwas leistungsstärkeren Motors, sondern eher aufgrund der fehlenden Servolenkung.
Da sich während der Ausarbeitung meiner Tankklappen-Konstruktion das Lastenheft teilweise änderte, musste ich mich mit Louis, dem Abteilungsleiter des Design Departments, am Donnerstag zusammensetzen und einen neuen Abgabetermin festlegen, da der bisherige nicht mehr einzuhalten war. Ich empfand es als kleine Niederlage, die mir allerdings klar gemacht hat, wie viele Probleme bzw. Teilaufgaben auf einen zukommen können.
Am Freitag fuhren Sebastian, Cedric und ich direkt nach der Arbeit gen Süden nach Durban, der Hafenstadt am Indischen Ozean, ungefähr 600km von Johannesburg entfernt. Cedric hat seine Familie in Durban und diente uns somit unter anderem als Reiseführer. Das Wochenende in Durban war großartig und sehr kurz. Uns blieben quasi nur der komplette Samstag und noch der Sonntagvormittag. In dieser kurzen Zeitspanne galt es dann einige Sehenswürdigkeiten zu erkunden: den Hafen, den Altbau der Durban City Hall, das Ushaka Seaworld, das Nachtleben und… den Indischen Ozean! Klares und vor allem warmes Wasser, ein mehrere Kilometer langer Sandstrand und ein Tag voller Sonnenschein bei knapp 30°C (im Winter wohlgemerkt). Alles in allem ein Wochenende, welches Lust auf mehr macht.
Die Gedanken blieben nicht lange an Durban hängen. Ein Kollisionsproblem zwischen dem neuen Scharnierprinzip und den aktuellen Dichtleisten rief mich gleich am Montag zurück in die Realität und beschäftigte mich auch noch die nächsten Tage. Vom Zulieferer kamen auch bereits die ersten von mir konstruierten Teile. Allerdings waren einige nicht richtig hergestellt, d.h. sie bestanden entweder aus dem falschen Material oder die Maße stimmten mit den Zeichnungen nicht überein. Wieder um eine Erfahrung reicher.






