Lebensstil – Auslandspraktikum bei Roland Berger Strategy – MLP Finanzdienstleistungen AG

Auslandspraktikum England – Stipendienprogramm für Auslandspraktika von MLP
Meine Wochenarbeitszeit belief sich durchschnittlich auf 65 Stunden, also täglich 13h inkl. Working lunch von einem nahe gelegenen Sandwich Shop. Meist war die Arbeitszeit sehr reguliert von 8 bis 21:30 Uhr. Nur einmal vor einer Zwischenpräsentation mussten wir bis 4:30 Uhr arbeiten. Dafür war dann am nächsten Tag um 17 Uhr Schluss. War sehr komisch, ich war noch sehr müde, aber trotzdem hab ich mich gefühlt, als ob ich einen halben Tag frei hätte.
Arbeiten am Wochenende ist tabu, das galt auch für die anderen Teammitglieder. Während des gesamten Praktikums haben diese nur ein paar Stunden in der Summe am Wochenende gearbeitet. Das Leben bestand also aus harter und vor allem langer Arbeit auf der einen und einem gewissen Luxus auf der anderen Seite. Luxus hieß für mich 1st class fahren, ein 4 Sterne Hotel, quasi freier Zugang zur Hotel- oder Minibar auf dem Zimmer, Fitness Studio im Hotel und Golf spielen.
Wochenende frei, also zwei Tage frei, an denen man abends weggehen und seine Freunde treffen kann. So stellt man sich das theoretisch vor. Funktioniert aber leider nicht so gut, denn Freitag Abend ist man meist so müde, dass man oft lieber schlafen möchte als noch wegzugehen. Nur bei sehr konsequent geplantem Schlaf unter der Woche ist man Freitag abends noch fit genug, und dabei darf man nicht vergessen, dass man unter dieser Belastung nicht mehr mit 7 Stunden Schlaf auskommt.
Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass ich mit diesen Arbeitszeiten auskommen kann. 65h pro Woche sind machbar, mehr sollte es allerdings nicht werden.
Meiner Meinung nach sollte jeder einmal ein Beratungspraktikum machen, auch wenn er sich sicher ist, dass dies die absolut falsche Welt ist. Man erhält eine völlig andere Sichtweise auf eine Firma und merkt erst dann, wie verkrustet, ineffizient und langsam so eine durchschnittliche Firma sein kann und wie flexibel, schnell und innovativ dagegen eine Unternehmensberatung funktioniert.
Halbjährlich direktes Feedback, die Einstellung, zu arbeiten und sich damit selbst zu verbessern und die Beförderung, sobald gewisse Kriterien erfüllt werden und nicht, wenn eine Stelle frei wird. Alle auf der gleichen Ebene sind jung und motiviert und alle wollen die Situation verbessern. Wenn mal etwas schief läuft, dann wird es ausbügelt und als gelernte Lektion angesehen.