Mein Praktikum allgemein – Praktikum in England – Internationales Praktikumsprogramm von MLP

Auslandsstipendium London – Programm der MLP Finanzdienstleistungen AG
Das schicke Roland Berger-Büro ist in Mayfair. Das ist die Schlossallee auf dem UK-Monopoly. Ferraris und 6er-BMWs sind anscheinend die beliebtesten Autos, in der Umgebung gibt es eben viele Hedge-Funds und Private-Equity-Firmen. Der Umgangston im Office ist sehr locker und angenehm, positive Entwicklungen werden stets in einem nahe gelegenen Pub gefeiert und einmal ist das ganze Office abends zum Paintballing gegangen.
Meine Arbeit begann mit einzelnen, kleineren Analysen, die nach und nach dann immer umfangreicher wurden. Da die Ergebnisse oft direkt beim Kunden landen, musste ich mich erst an kleinen Aufgaben bewähren, um dann kontinuierlich mehr Verantwortung zu bekommen. Auch der Kundenkontakt wird am Anfang gering gehalten und eigene Interviews führt man erst, nachdem man zuvor bewiesen hat, dass man ein Interview sauber strukturieren und angemessen gegenüber dem Kunden auftreten kann. Nach zwei Wochen auf Projekt hatte ich dann genug Vertrauen aufgebaut und durfte ein komplettes Call-Center untersuchen und modellieren. Die Komplexität des Modells war relativ hoch – das machte die Arbeit nicht nur spannender, sondern ich war als Entwickler am Ende dann auch der einzige, der es bis ins Detail kannte. Dies war dann auch die Eintrittskarte in wichtige Besprechungen mitgenommen, da es immer wieder eine Zahl zu verteidigen gab. Wenn ein Abteilungsleiter plötzlich vorgehalten bekommt, dass er effizienter arbeiten könnte und in seiner Abteilung ein Einsparpotential hat, dann gefällt ihm das natürlich nicht, und er wird zunächst mit allen Mitteln versuchen, die Zahlen in Frage zu stellen.

Auslandsstipendium London – Stipendienprogramm für Auslandspraktika von MLP
Am besten haben mir jedoch die letzten zwei Wochen des Praktikums gefallen, in denen ich ein völlig eigenständiges Stück des Projektes bekam und selbstständig in der Firma auf die Suche nach den notwendigen Informationen gehen durfte. Alle zwei Tage kam der Projektleiter vorbei, hat sich meine Ergebnisse angeschaut und mich mit ein paar Hinweisen immer auf der richtigen Bahn gehalten. Leider war damit nach 8 Wochen das Praktikum auch schon vorbei – also genau dann, als es am schönsten war! Immerhin habe ich ein paar Vorschläge erarbeiten können, die mittlerweile schon umgesetzt werden.
Neben den Lerneffekten, die ich direkt durch meine Arbeit hatte, habe ich vor allem sehr viel über firmeninterne Politik und die Unternehmensberatung an sich gelernt. Da auf dem Projekt auch noch ein sehr junger Berater war, hat sich der Projektleiter immer viel Zeit genommen, uns Hintergründe in der Firma und die Unternehmensberatung allgemein zu erläutern. Diese Minuten waren immer die spannendsten.