Auslandsstipendium Bangalore – MLP Praktikantenprogramm Join the best
In meiner 4. und 5. Arbeitswoche hat sich meine Forschung im Bereich der Service-Orientierten Architektur fortgesetzt. Es haben sich inzwischen einige Ansatzpunkte herausgefiltert, die ich weiter verfolgt habe. Außerdem war ich wieder mit vielen anderen SAP’lern zu diesem Thema im Gespräch. Zusätzlich habe ich noch ein zweites sehr interessantes Projekt zugewiesen bekommen. Am Wochenende habe ich mich mit den anderen SAP-Praktikanten getroffen und wir haben zusammen Abendbrot gegessen und ewig gequatscht.
Adventure Goa

Praktikum Hendrik Müller – Stipendiat MLP Join the best
Das Abenteuer Goa begann schon 3 Tage vor dem eigentlichen Abflug – unser Flug nach Goa wurde abgesagt. Zum Glück gab es aber die Möglichkeit kostenlos auf einen anderen ein paar Stunden eher umzubuchen. Kurz vor Abflug am Donnerstag wurde dieser Flug dann allerdings wieder nach hinten verschoben und wir sind doch nahe der ursprünglich geplanten Zeit gestartet. Mit der Air Deccan Propellermaschine in Goa angekommen, begaben wir uns nach Panjim, der Hauptstadt von Goa. Dort haben wir nach ein paar Verhandlungen 2 Motorräder für 500 Rupien (also 10 Euro) pro Tag ausgeliehen, mit denen wir die kommenden 4 Tage quer durch Goa fahren wollten.
Das Abenteuer konnte also beginnen. Nach einem entspannten Croissant-Frühstück und einer kurzen Standrundfahrt durch Panjim sind wir zeitig aufgebrochen um nach Mapusa zum Wochenmarkt zu kommen. Endlich konnten wir unsere Motorräder richtig nutzen und uns in den indischen Verkehr stürzen. Schon nach kurzer Zeit hat man sich ans Fahren ohne Helm, Hupen, Links- und Rechtsüberholen und die Kühe auf der Strasse gewöhnt. Da wir (für indische Verhältnisse) hoch motorisierte Maschinen hatten, konnten wir natürlich an allen vorbeiziehen.
In den Menschenmassen des Marktes angekommen, wollte natürlich jeder seine Waren an uns Weiße loswerden. Uns wurden Hemden, T-Shirts, Kissen, Bettbezüge, Gemälde, Früchte, … angeboten. Nach ca. 3 Stunden sind wir weiter Richtung Norden aufgebrochen. Am verlassenen Asvem Beach checkten wir sofort in ein Strandhäuschen ein (10 Euro für eine Nacht für drei Personen) – Palmen, Blick aufs Meer und keine Menschenseele.
Kurz nachdem wir uns an das Paradies gewöhnt hatten, klingelte auch schon mein Handy und die Fluggesellschaft, Air Deccan, war am Apparat. Es wurde verkündet, dass unser Rückflug von Goa nach Bangalore ersatzlos abgesagt wurde. Klang erstmal nicht schlecht, schließlich bleibt man gern länger in so einer Gegend. Leider würden unsere Manager bei SAP da sicher anderer Meinung sein und wir suchten nach anderen Möglichkeiten. Nach langem Hin und Her war uns klar, dass uns nur noch eine Rückfahrt mit einem Bus übrig bleibt. Wie auch immer, es ging wieder auf die Motorräder um die Nordspitze von Goa zu erreichen. Wir fuhren durch Wälder, vorbei an kleinen Dörfern, mit einer Fähre über einen Fluss, … und erreichten eine zum Hotel umgebaute Burg (die Besitzerin war eine Deutsche) – Übernachtungskosten für die Suite knapp 200 Euro. Dort genossen wir einen kleinen erfrischenden Drink und ergötzen uns an der Aussicht über den Küstenstreifen.
Am Abend fuhren wir ins 30km entfernte Baga, haben uns am Strand ein Restaurant gesucht und Riesengarnelen (8 Euro) gegessen. Danach ging’s noch in zwei der bekanntesten Clubs in Goa – Tito’s und Mambo. Da wir 22 Uhr noch etwas zeitig dran waren (wir sind ja an das Partyleben in Bangalore gewöhnt, wo alles schon 23 Uhr schließt) und nach ein paar Verhandlungen mit den Türstehern bekamen wir die Stempel einfach so auf den Arm und mussten keinen Eintritt bezahlen – da hatte jeder gleich 20 Euro gespart! Vorm Schlafengehen in unserer Strandhütte sind wir zur Abkühlung noch mal ins Meer gesprungen. Am nächsten Morgen fuhren wir wieder gen Süden um uns Old Goa anzusehen. Dort war der portugiesische Einfluss deutlich zu spüren. Es gab über 10 große Kirchen in kurzer Entfernung, aber absolut keine Wohngebäude.
Nach einem Abstecher ins Landesinnere und weiteren zwei Stunden Fahrt über Berge und durch zahlreiche kleine Dörfer haben wir nach ständigem Fragen nach dem Weg das Capo da Rama erreicht, eine nicht mehr vorhandene Burg an der Steilküste zum arabischen Ozean. Wie auch immer, wir genossen nach einem anstrengenden Tag, an dem wir über 150km auf dem Motorrad zurückgelegt hatten, den Sonnenuntergang:

Stipendium Auslandspraktikum – Join the best – Eine Initiative von MLP
Im Dunkeln ging die Fahrt weiter südlich nach Agonda Beach. Dort fuhren wir so lange am Strand entlang, bis wir eine schöne Unterkunft gefunden hatten. Für 6 Euro konnten wir direkt am Strand in einer kleinen Hütte übernachten. Natürlich sind wir vorm Schlafen noch mal ins Meer gesprungen. Am Morgen danach waren wir dann leicht überwältigt von unserer schönen Hütte und dem verlassenen Strand:
Wir ließen unsere Rucksäcke für den Tag bei der netten Familie, die die Hütten vermieteten und brachen zu einem Nationalpark weiter südlich auf. Dort angekommen, erschrocken von den ganzen Tieren (Kobras, Bisons, Tiger, …), die auf den Bildern im Checkpost zu sehen waren und sich im Park aufhalten sollten, fuhren wir langsam in den Park hinein. Wir hatten eine Karte bekommen, die aber überhaupt nicht mit den Gegebenheiten übereinstimmte. Nach gar nicht so langer Zeit hatten wir uns auch schon verfahren und waren im dichten Wald. Der Ausflug wurde also zum Motocross-Abenteuer!!! Es ging durchs Flussbett, quer über ausgetrocknete Reisfelder, über Wurzeln, vorbei an brennenden Waldteilen, Wasserbüffeln, Uhus und Affen, die sich an den Lianen entlang schwingen. Irgendwann trafen wir auf ein paar kleine Strohhütten, deren Bewohner wir gleich versuchten nach dem Weg zu fragen. Leider schauten sie uns so an, als hätten sie das erste Mal andere Menschen und erstrecht eine Karte gesehen. Also mussten wir uns weiter nach dem Stand der Sonne richten und erreichten nach circa 3 Stunden Abenteuer die Zivilisation.
Unsere Fahrt ging weiter nach Palolem Beach, einem der bekanntesten Strände in Goa. Das war sofort bestätigt, als man die vielen Weißen sah. Das war also nicht gerade das, was wir gesucht hatten und damit brachen wir auf um unsere Taschen in Agonda Beach abzuholen und wieder Richtung Norden zu fahren. Nach kurzer Zeit ging mir aber das Benzin aus und ich musste auf Reserve schalten. Nur wo findet man in diesen Dörfern eine Tankstelle? Kurz fragen und schon bekamen wir eine Adresse, wo ich tanken konnte. Leider gab es an der besagten Stelle keine Tankstelle, also wieder fragen. Es stellte sich heraus, dass ich genau richtig war. Der Inhaber der kleinen Verkaufsbude brachte 3 Wasserflaschen mit Benzin gefüllt an und betankte mein Motorrad. Ich drückte ihm 1 Euro pro Flasche in die Hand und weiter ging’s.
Wir fuhren also weiter nördlich um noch vor der Dunkelheit Colva, eine andere bekannte Strand-Stadt, zu erreichen. Da es wieder viele Straßen gab, die auf der Karte nicht eingezeichnet waren und Wegweiser fehlten, haben wir nacheinander alle Abzweigungen probiert bis wir die richtige Strasse gefunden hatten. Dabei kamen wir zum Beispiel an einem Feld vorbei, auf dem Fische getrocknet wurden und Vögel und Kühe sich eine kleine Mahlzeit gönnten. Zurück an der Küste fuhren wir durch kleine Fischerdörfer bis wir mit einer Fähre über einen Fluss übersetzen mussten. Leider wurde es nun schon dunkel und wir erreichten Colva gegen 20 Uhr. Wir konnten also nicht nach einer schönen Unterkunft suchen und haben uns schnell in einem kleinen Ressort eingemietet. Nach einer schnellen Dusche sind wir wieder zum Strand und haben in einem der Restaurants Hummer gegessen – schließlich darf man sich das bei den Preisen (7 Euro) nicht entgehen lassen.
Am Montagmorgen fuhren wir dann zurück nach Panjim um dort einen Bus zu bekommen. Entgegen aller Erwartungen waren alle privaten Busse voll. Offiziell waren nicht einmal die unklimatisierten und langsamen staatlichen Busse verfügbar. Wir hatten doch noch Glück und bekamen Tickets für eine Nachtfahrt von Goa nach Bangalore. Für die 600km waren wir nun mit dem Bus für 18 Stunden unterwegs: An steilen Anstiegen blieb der Bus fast stehen und es schmiss uns im Bus aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse hin und her. Schlaf haben wir natürlich nicht viel bekommen. Meine Knie mit blauen Flecken nur so übersäht. Am Kopf hatte ich morgens außerdem eine Menge Beulen, da ich im Halbschlaf immer wieder gegen die Fensterrahmen geknallt bin. Angekommen in Bangalore, haben wir uns mit einer Rikscha schnell nach Hause fahren lassen, haben geduscht und erreichten das Büro pünktlich zum Mittagessen am Dienstag.