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Stipendium aus dem Join the best Programm – Eine Initiative von MLP

Der zweite Monat meines Praktikums bei Bertelsmann beginnt relativ stressig. Es gibt viel zu tun, letzte Vorbereitungen für die Buchmesse in Peking lassen den Alltag um einiges hektischer werden. Doch macht mir die Arbeit viel Spaß. Anfang September fliege ich dann mit meiner Chefin nach Peking. Was folgt ist eine geschäftige aufregende Woche. Glücklicherweise ist das Verhältnis zwischen meiner Chefin und mir ein sehr gutes, so dass die enge und zeitlich intensive Zusammenarbeit sehr angenehm ist. Wir verbringen fast die ganze Zeit entweder auf dem Messegelände oder im Hotel zur Nachbereitung. Zum Glück war ich während meiner früheren Chinaaufenthalte bereits ein paar mal in Peking, sonst hätte ich sicherlich bedauert, so wenig Freizeit in Peking gehabt zu haben.

Auslandspraktikum in China - Join the best Praktikantenprogramm von MLP

Auslandspraktikum in China - Join the best Praktikantenprogramm von MLP

Die Messe an sich ist sehr interessant. Zum einen wenn man sieht, wie noch am Abend vor der Eröffnung gegen 22 Uhr Teile des Standes vollendet, umgeändert oder komplett ersetzt werden können. Alles scheint möglich in China. Die Response des Publikums ist großartig. Während des mehrmals täglich stattfindenden “Blauen Sofas”, einer Interviewrunde mit verschiedensten angesagten, populären Autoren, bildet sich oft eine so große Traube Interessierter um den Stand herum, dass benachbarte Stände anfangen sich zu beschweren.

Im Endeffekt jedoch ist die Teilnahme an der Buchmesse ein Erfolg und stolz nehme ich Glückwünsche diesbezüglich an. Wieder zurück in Shanghai starten intensive Vorbereitungen für den Wettbewerb über die neue gestaltete chinesische Firmenhomepage. Mit meinen zwei Kolleginnen zusammen haben wir uns darauf geeignet, die Promotion spielerisch zu verpacken und organisieren nun das “Bertelsmann IQ Game” unter dem Motto “Are you a Bertelsmann?”. Neben geeigneten Preisen und Trophäen, müssen nicht nur Lokalität und Teilnehmer gesucht werden, auch das Erstellen eines Fragenkataloges gehört zu den Aufgaben. Der eigentliche Event wird ein absoluter Erfolg. Welch Spektakel! Die Aussicht auf die Preise (und hoffentlich auch die Absicht zu beweisen, dass man ein “Bertelsmann” ist), läßt die lieben Kollegen ungewöhnlich übermotiviert agieren. Es gibt Moment in denen alle Teilnehmer von ihren Stühlen aufspringen, die Arme in die Höhe reißen und lauthals die Antwort brüllen! Und anschließend bald in Streit ausbrechen, wer denn der Erste gewesen ist! Ein voller Erfolg! Ich gehe jeden Tag aufs Neue wirklich gern zur Arbeit. Meine Kollegen sind alle sehr freundlich. Ich denke, die Tatsache, dass ich Chinesisch spreche, hat sicher auch etwas damit zu tun. Zwar sprechen die meisten auch Englisch, da es ja auch einige ausländische Mitarbeiter gibt, die der Chinesischen Sprache nicht mächtig sind, aber ich freue mich, dass ich soviel Gelegenheit habe mein Sprachlevel verbessern zu können.

Die Wochenenden verbringe ich meistens mit Tanzen. Zusammen mit meiner Chefin besuche ich jedes Wochenende Ballett, HipHop, Jazz… Kurse. Das nenne ich gutes Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis! Eine andere sehr attraktive Wochenendbeschäftigung, wohl eine der populärsten Chinesischen Freizeitaktivitäten in Shanghai neben dem Essen ist das Shoppen! Neben High-End Luxus Einkaufszentren in denen sich teure Designermarken langweilen und dem Fake-Markt, dem Hafen der Piraterie, wo sich die komplette westliche Welt mit Markenimitationen einzudecken scheint, warten zahlreiche Märkte auf Kundschaft. So sind zum Beispiel der Stoffmarkt zu empfehlen, wo an hunderten Stände jeweils hunderte von Stoffen warten nach Wunsch vernäht zu werden. Und ehe man sich versieht, ist man dem Rausch verfallen und hat sich für knapp 25 Euro einen Anzug schneidern lassen! Eben solche Faszination übt der Brillenmarkt aus. Auf hunderten Quadratmetern warten zahllose Brillengestelle in allen nur erdenklichen Farben, Formen. Und keine halbe Stunde und 15-20 Euro später, hält man sein neues Modell in benötigter Stärke in der Hand.

Chinesisches Essen - Praktikumserfahrung mit einem MLP Stipendium aus dem Join the best Programm

Chinesisches Essen - Praktikumserfahrung mit einem MLP Stipendium aus dem Join the best Programm

Und dann ist da noch die Faszination Essen. Da ich während meines letzten Chinaaufenthaltes schon alles probiert habe, was mir über den Teller kroch, wie Frosch, Hund, Schweinehirn und Blut, dachte ich, ich könnte so leicht nichts neues testen. Doch man mag zum Beispiel nicht glauben, welche Teile der Ente man so genießen kann. Da gibt es Entenhals, Entenwade, Entenzunge und Entenkiefer – und alles schmeckt anders! Und wer hätte je gedacht, dass nach genügend Versuchen auch Hühnerfüße zu einer Leckerei werden können! Und so sehe ich, den Hühnerfuß noch im Mundwinkel hängen, wie meine Zeit hier so schnell verrinnt. Schade!

Besichtigung der chinesischen Mauer – MLP Join the best Programm

Besichtigung der chinesischen Mauer – MLP Praktikumsprogramm Join the best

Natürlich gibt es auch Spieleraktivitäten außerhalb des Tennis Center. Besuche der Verbotenen Stadt, des Platzes des Himmlischen Friedens sowie die Chinesische Mauer sind heiß begehrt. Zufälligerweise bietet sich für mich die einmalige Möglichkeit, zusammen mit Serena Williams die Chinesische Mauer bei Badaling zu erklimmen.

Der September ist wesentlich arbeitsintensiver als die Zeit zuvor, drei Wochen inclusive der Wochenenden wird durchgearbeitet, oft bis Mitternacht. Glücklicherweise schafft man doch noch neben der interessanten Arbeit das Nachtleben weiter zu verfolgen. Diesmal sogar mit Prominenz: Tennisprofi Thomas Johansson sowie der Vater von Maria Sharapova und deren Trainer.

Nach China Open 2005 Ende September löst sich das Team teilweise auf und die IMGler fliegen Heim. TOM-Kollegen sind jetzt teilweise in Peking, Shanghai oder Hong Kong. Ich für meinen Teil kehre jetzt mit einigen Kollegen nach Shanghai zurück und werde das Turnier nachbereiten. Des Weiteren werden schon Vorbereitungen für das nächste Jahr getroffen und das Team neu strukturiert.

Bisher ist meine Arbeit meist durch organisatorische Vorbereitungen für die China Open geprägt. Das wird sich jetzt ändern. Anfang September können wir das Peking Tennis Center beziehen und für das Turnier vorbereiten. Die Sponsoren können jetzt ihre Ausstellungs- und Verkaufsstände auf dem Gelände des Tennis Center errichten und ihre VIP-Logen beziehen. Werbebanner werden im Center Court und allen andere Courts installiert, Security Checkpoints aufgebaut, Büros bezogen. Bälle und Getränke werden angeliefert und die VIP- und Player-Lounge hergerichtet.

Es ist schon atemberaubend, wie schnell hier in China alles passiert. Eine enorme Anzahl Arbeiter, die rund um die Uhr arbeiten, lassen Dinge innerhalb kürzester Zeit entstehen. Innerhalb von nur fünf Tagen verwandelt sich ein einfaches öffentliches Tennis Center in eine Tennis Center für weltklasse Matches wie man es von den vier Grand Slams kennt: Wimbledon, US Open, Australian Open and Roland Garros (French Open). Bereits Tage bevor die ersten Matche anfangen treffen die ersten ATP-Spieler (professionelles Männertennis) ein und bereiten sich gründlich vor. Die Frauen, also WTA-Spielerinnen, sind erst in der zweiten Woche des Turniers an der Reihe und erscheinen somit auch später.

Am 10. September ist es dann endlich soweit, die ersten ATP Tennismatche werden im Peking Tennis Center ausgetragen. Mit dabei sind beeindruckende Spieler wie Nadal, Coria, Moya oder Ferrero, die erstklassige Matche zeigen. Es ist schon sehr überwältigend, ein solches Turnier sowohl vor als auch hinter den Kulissen zu verfolgen. Rafael Nadal gewinnt die China Open 2005 der Männer und das WTA-Turnier kann beginnen. Top WTA-Spieler für die China Open sind unter anderem Maria Sharapova sowie die Williams Geschwister Serena und Venus. Das Endspiel hat sogar deutsche Beteiligung: Anna-Lena Grönefeld hat sich durch vier Runden gekämpft. Muss sich aber leider in einem spannenden Match der Russin Maria Kirilenko geschlagen geben.

Hatte ich das Motto mit dem Schlafmangel in den letzten Wochen wohl zu sehr zum Programm gemacht, mich außerdem in einem bis auf Kühlschranktemperatur herunter gekühlten Hot Pot-Restaurant (in dem der Name eben nicht Programm war) erkältet und den Berg auf der firmeninternen Wandertour trotzdem noch mitgenommen, lag ich nun also mit Fieber im Bett. Hierzulande bedeutet das vor allem, sich jeden erdenklichen Witz über die Vogelgrippe und etliche Ratschläge über chinesische Medizin anhören zu müssen. Was von beidem mehr zu meiner Genesung beigetragen hat sei dahingestellt. Tatsache ist, dass ich nach 2 Tagen Bettruhe wieder fit war, um meine Recherche-Aufgabe abzuschließen, in einer Präsentation zusammenzufassen und dem CSSO zurückzumelden.

MLP Join the best Praktikum

Join the best Praktikum - Eine Initiative von MLP

Ein perfektes Wochenende mit Rooftop-Party im 33.Stock und Rock-Festival mitten in Hongkong trennte mich noch von meinen letzten 2 Arbeitstagen. Nun folgten ein Abschieds-Dim Sum-Lunch mit all meinen Kollegen, ein Wochenendtrip mit dem Bus nach China, finales Souvenir-Shoppen und viele, viele traurige Blicke, sich an der Skyline entlangtastend, durch die Strassen streifend, die kleinen Gassen in Sheung Wan und Soho entlang, auf die Tram aufspringend und auf der Star Ferry schaukelnd … mit der Traurigkeit gehen zu müssen und der Freude eine unglaubliche Zeit gehabt zu haben – mit Sicherheit aber auch mit der Hoffnung und der Zuversicht zurückzukehren!

Und um mich meiner MLP-Mitstipendiatin Alexandra aus Shanghai anzuschließen bin auch ich sehr dankbar für diese Chance. In diesem Sinne verbleibe ich (landestypisch) mit einem fröhlichen: Bye bye la, wir sehen uns in Hongkong!

Laura Nonnemacher war Stipendiatin des Join the best Programms von MLP im Jahr 2005. MLP vergibt in diesem Programm jährlich Stipendien für Auslandspraktika bei renommierten Firmen. Im Rahmen eines Assessment-Centers bei MLP in Wiesloch werden die Stipendiaten unter zahlreichen Bewerbern ausgewählt.

In diesen Wochen geht das Beratungsprojekt in seine nächste Runde, ausgehend von den ersten Länderanalysen werden nun mögliche strategische Handlungsoptionen für ausgewählte Zielmärkte geprüft. Dabei stellt sich wie schon oft heraus, dass die Informationsbasis teilweise doch recht dünn ist, da beispielsweise Publizitätsvorschriften für Gesellschaften in Asien nicht so ausgeprägt sind wie in Europa. Ich stehe daher weiterhin in engem Kontakt zu unseren operativen Einheiten in den einzelnen Regionen, da diese häufig eher in der Lage sind, benötigte Informationen zu beschaffen und insbesondere auch zu übersetzen. Zudem versuche ich mit Hilfe meiner Kollegin Informationen über chinesische Wettbewerber für meine Konkurrenzanalyse zu beschaffen. Dabei stelle ich wieder einmal fest, wie unglaublich schwierig es sein muss, die chinesische Sprache so zu erlernen, dass man auch lesen und schreiben kann, die Vielfalt an Zeichen, Characters genannt, ist einfach immens. Darüber hinaus bespreche ich mit meinem Chef, inwieweit ich in meinen letzten Wochen an einem Controlling-Projekt mitarbeiten soll, dass bereits Allianz-weit angelaufen ist und nun in einer dritten Stufe auch in den asiatischen Gesellschaften durchgeführt wird. Dabei geht es im Wesentlichen um das Aufdecken von Kosteneinsparungspotenzialen. Wir warten in diesem Zusammenhang noch auf eine Kostenübersicht aus dem Controlling, bevor mein Chef mir dann nächste Woche genau erklären will, wie die weitere Vorgehensweise aussehen wird. Da meine Rückkehr ins dann ja fast schon winterliche Deutschland nun nicht mehr allzu lange bevorsteht, will ich noch einmal ein wenig die Sonne geniessen und fahre daher mit ein paar anderen Praktikanten nach Rawa, eine wunderschöne Insel vor der Ostküste Malaysias. Alle, die bisher dort waren, waren immer ganz begeistert, daher bin ich schon gespannt, die Insel mal mit eigenen Augen zu sehen.

Manuela Thomys hat ein Stipendium für ein Auslandspraktikum in Singapur über das MLP Join the best Praktikumsprogramm gewonnen. Um sich für eines der begehrten Praktika zu qualifizieren, musste sich Manuela Thomys in einem Assessment Center bei MLP gegen eine Vielzahl von Bewerber durchsetzten.

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